Porträt

laut.de-Biographie

Mount Sims

Milwaukee. Beim Namen dieser Stadt im Osten der USA dürfte dem abgebrühten Rocker das Messer in der Hose aufgehen. Bei Zeitgenossen, die schon mal in den Genuss einer Mount Sims Show gekommen sind, könnte sich womöglich was anderes in der Hose geregt haben. Denn eine ganze Menge Anzüglichkeiten sollen hier im Spiel sein. Was das mit Milwaukee zu tun hat? Nun, Matt Sims a.k.a. Matthew Sims stammt von dort und wächst in einer Musikerfamilie auf. Einer seiner Brüder vererbt ihm eine 5000 Platten umfassende Sammlung. Der Bruder spielte früher bei Curtis Mayfield, Barry White und Giorgio Moroder Gitarre. Ein Umstand, der sich später auf die Musik des Matt Sims auswirken sollte. Es ist aber seine Mutter, die ihm eine Gitarre schenkt. Er lernt neben Gitarre insgesamt 23 Instrumente spielen, und übt sich in der Fusion von Elektronik und live gespielter Musik. Stilarten wie New Wave und Pop-Rock sind ihm nicht unbekannt.

Milwaukee hat außer Harley Davidson, den Bucks und den Brewers für einen aufstrebenden Jüngling wie Sims nicht viel zu bieten. Wegen nackten Auftretens in der Öffentlichkeit und "Unzucht mit einem Lautsprecher" wird er in polizeilichen Gewahrsam genommen. Die Pubertät weicht dennoch der Adoleszenz. Bevor ihm die Decke auf den Kopf fällt, fasst Sims den Entschluss, fort zu gehen und eine neue Herausforderung zu suchen. Kein Bock auf Booze'n'Bikes. Dafür ab nach L.A., Sündenpfuhl und Jahrmarkt der silikongestärkten Eitelkeiten Kaliforniens. Dort angekommen, lässt er sich in Hollywood nieder und beginnt eine Karriere als Model. Doch die Musik geht ihm nicht aus dem Kopf. Neue musikalische und visuelle Einflüsse tun ein Übriges.

Matt Sims trifft Ryan Heffington, eine Art Guru für Kunstaufführungen. Dieser bittet Sims, Musik für dessen "Psycho Dance Show" zu schreiben. Dadurch kommt Sims in Kontakt mit dem Modedesigner Grant Krajecki. Fortan schmückt Sims des Designers Modeschauen mit Sound. Zusammen mit Heffington startet Matt im Underground-Club "Socket" eine Veranstaltungsreihe mit Electro-Sound. Beide entwickeln ein Konzept, das Kunstperformance und Musik als Ganzes verbindet. Dafür engagiert Sims zwei versierte Tänzerinnen, die sich darauf verstehen, mit ihren Künsten und Körperteilen das Blut der Zuschauer in Wallung zu bringen.

Ebenso zeigt sich Ober-Gigolo Hell mehr als angetan von Mount Sims. Ob durch Sound oder den visuellen Schabernack sei dahin gestellt. Anders als die artverwandten Kunstkasper von Fischerspooner, erscheint Mount Sims auf "Ultrasex" musikalisch schon eigenständiger. Denn Sims präsentiert, absehen von sich abnutzenden Ferkeleien in Text und Bild, eine an sich recht interessante Kredenz aus Soul, Electro, G-Funkund Techno. Da kann man ganz gelassen bleiben, die Füße hochlegen und ein Pivo schlürfen.

Dunklen Wurzeln anderer Art huldigt Mount Sims auf dem Nachfolger "Wild Light" 2005. Weniger Funk und Soul sind hier die Bezugspunkte, als vielmehr Electro und New Wave. Ein durchgängig kühles Klanggewand auf "Wild Light" ist die Folge.

Bereits im Jahr davor lässt sich Mount Sims auf der Mix-Compilation "The Great Electro-Clash Swindle" in die Karten gucken. Von The Velvet Underground über Felix Da Housecat bis zu Christian Death landet bei ihm alles auf dem Plattenteller, was einer dunklen Ästhetik das Wort redet.

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