Porträt

laut.de-Biographie

Monolake

Die Berliner Formation Monolake fühlt sich seit Mitte der 1990er Jahre der Soundforschung verpflichtet. Ihre Releases auf Moritz von Oswalds Labelgruppe Chain Reaction/Basic Channel gehören mit zu den feinsten Outputs der seinerzeit erwachenden Genres IDM, Minimal Dub Techno und Microhouse. An der Technischen Universität Berlin treffen die Gründungsmitglieder Gerhard Behles aka Pole und Robert Henke 1995 aufeinander. Behles studiert dort Tontechnik, während Henke doziert.

Die Zusammenarbeit klappt derart gut, dass die ersten gemeinsamen Tracks schnell ihren Weg ins Presswerk finden und 1996 unter dem Titel "Cyan" bei Chain Reaction veröffentlich werden. Reduktionistisch im Ansatz, spielen die Tracks von Monolake mit subtilen Spannungs- und Stimmungsveränderungen in der zeitlichen Dimension, ähnlich den dröhnenden Krautrock-Stücken von Neu! oder Faust.

Der erste Longplayer "Hongkong" gehört zu den definierenden Momenten minimalistischer Ambientsounds und macht das Label Chain Reaction international zum Begriff. 1999 gründet das Duo jedoch mit Imbalance Computer Music sein eigenes Imprint, um die volle künstlerische Freiheit zu bewahren. Das Leitmotiv Soundforschung setzen Monolake, die sich nach einem See in der Sierra Nevada bennen, ebenfalls konsequent um: Henke/Behles programmieren eine eigene Musiksoftware zur Verwirklichung ihrer Klangideen. In den frühen Nullerjahren verschreibt sich Gerhard Behles dann ausschließlich der eigens gegründeten, heute weltberühmte Firma Ableton. Deren Software ist mittlerweile bei Produzenten unterschiedlichster Genres, von Heiko Laux über Nine Inch Nails, Chicks On Speed oder Mijk Van Dijk, nicht mehr aus dem Studio wegzudenken.

Für eine kurze Phase widmet sich Professor Robert Henke - neben der Arbeit als Entwickler bei Ableton - allein der Erforschung des Raums zwischen abstrakter Minimal Music und Techno. Unter anderem kreiert er auch das sogenannte Monodeck: Ein Midi-Controller-Interface, das es ermöglicht, Sounds auch auch live spontan mit Effekten und Edits zu manipulieren. Henke tritt unter anderem in Japan und beim experimentell-elektronisch ausgerichteten Festival Mutek in Kanada auf.

Ab 2004 erhält Monolake mit Torsten Pröfrock Unterstützung. Beide veröffentlichen bis heute auch unter eigenem Namen Soloprojekte. 2009 featured eine filmische Dokumentation der jüngeren elektronischen Zeitgeschichte namens "Speaking In Code" auch Henkes Werk ausführlich. Die Dubstep-Welle aus Großbritannien verschafft den kalten dubtechnoiden Releases seit Ende der Nullerjahre eine neuerliche Relevanz, die den Ruf Monolakes erneut weit über die Grenzen Berlins und Europas hinaus trägt.

Alben

Monolake - Momentum: Album-Cover
  • Leserwertung: Punkt
  • Redaktionswertung: 3 Punkte

2003 Momentum

Kritik von Daniel Straub

Berliner Knöpfchendreher üben den Ping-Pong-Shuffle. (0 Kommentare)

Videos

Video Video wird geladen ...

Noch keine Kommentare