Porträt

laut.de-Biographie

Mittekill

Wahrscheinlich gehen sie regelmäßig mit Bodi Bill einen trinken und lachen gemeinsam über die Vorwürfe, sie wären eine Hipster-Band. Mit ihrem in jenen Kreisen angesagten Mix aus Deutschrock und Synthie-Pop und Hits wie "Döner für Alle" oder "Wasser oder Wodka" scheinen derlei Missverständnisse zwar vorprogrammiert. Mittekill erschöpfen sich aber keinesfalls darin, trendig-ironische Musik zu machen. Das Anfang der 2000er gegründete Duo aus Berlin zeigt genauso oft seine melancholische, durchaus Ernst gemeinte Seite.

Friedrich "Freedarich" Greiling und Jan "Neurot" Hohmann finden über eine Kontaktanzeige zueinander, das erste Album erscheint 2007 ausschließlich digital bei Kitty-Yo. "Stringenz des Wahnsinns" besticht durch mal eher elektronische, mal eher rockige Songs. Zudem weht ein kleiner Hauch von NDW durchs Studentenzimmer, das wird mit dem Fehlfarben-Cover "Grauschleier 2007" gleich zu Beginn klar.

"You Are Home" macht ziemlich genau dort weiter und liefert mit dem schlagerhaften "Auf In Den Krieg" und dem clubbigen "Wasser oder Wodka" die ersten großen Hits. Im sehenswerten Video zu "Auf In Den Krieg" verteilt Freedarich als "Gottes Sohn" Flyer, die wie der Song vom nahenden Weltuntergang künden. Ironie? Schwachsinn? Ernst? Von allem ein bisschen!

2012 bringt mit "All But Bored, Weak And Old" einen deutlichen Popularitätsschub, allerdings ist Mittekill zum alleinigen Projekt Freedarichs geschrumpft. Neurot "hat Arbeit im Herzen von Mitte gefunden und widmet sich ansonsten dem 4-köpfigen Familiendrachen", heißt es auf der Homepage. Ausgerechnet Mitte, das verhasste (ehemalige) Hipster-Zentrum Berlins, von dem sich die Band schon mit ihrem Namen distanzierte. Ein Scherz, ganz gleich ob ihn Mittekill oder die Realität geschrieben haben.

"Schlangen" und "Ich Will Eure Jobs Nicht" heißen 2012 die Hits, "Leb Wohl" und "Ist Es Auch Gebrochen" die persönlichsten Songs der Bandgeschichte. Wer immer noch glaubt, Mittekill würden nur Scherze machen, wischt sich spätestens jetzt die Augen. "Mittekill ist Musik für Menschen, die das Buffet dem Menü vorziehen. Hier liegt alles schön drapiert auf dem 10-Meter-Ausziehtisch: Chanson, Electronic und Rock. Immerzu mit echter Punkhaltung - gleichzeitig aus tiefer Demut heraus. Er bringt mir also vor allem ein Gefühl von Freiheit in einer Welt, in der man immerzu in EINE Ecke gedrängt wird." So erklärt Maurice Summen, Sänger der Türen und Labelchef von Staatsakt, auf dem Mittekill mittlerweile gelandet sind, die Vorzüge seines Klienten.

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