Porträt

laut.de-Biographie

Metal Church

Die Idee zu einer Band namens Metal Church hat Gitarrist Kurdt Vanderhoof schon 1980. Der Name kommt von der Bezeichnung seines Apartments in San Francisco, in dem er mit seinen Kumpels abhängt und sich die neuesten Metal-Scheiben reinzieht.

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Eigentlich sollte Kollege Lars Ulrich die Drums spielen, der verzieht sich aber nach L.A. und steigt bei ein paar Pickelgesichtern namens Metallica ein. Mit Metal Church passiert zunächst aber auch nicht viel, und so zieht Kurdt bald darauf wieder zurück nach Aberdeen, Washington. Dort gründet er zusammen mit seinen Highschool-Buddies Kirk Arrington (Drums), Mike Murphy (Gesang) und Craig Wells (Gitarre) die Band Shrapnel. Mit Duke Erickson finden sie einen Bassisten, und los geht's.

Mike steigt aber schnell wieder aus, was Craig dazu bewegt, seinen Kumpel David Wayne, der stimmlich schwer an Udo Dirkschneider von Accept erinnert, zu fragen, ob er nicht mal als Sänger vorbeischauen will. In dieser Besetzung spielen sie hauptsächlich Coverversionen und treten überall auf, wo es genügend Steckdosen gibt.

1993 benennen sie sich wieder in Metal Church um und veröffentlichen ein Jahr später das Debüt "Metal Church", das in sämtlichen Magazinen und Fanzines wie eine Bombe einschlägt. Das Album verkauft sich ausgezeichnet. Elektra Records übernehmen die Band, die inzwischen als harte Konkurrenz für Metallica gehandelt wird.

Mit diesen gehen sie '86 auf Tour, um den Nachfolger "The Dark" zu promoten. Dass es mit David auf Dauer problematisch werden kann, hat sich schon länger angedeutet, da der Mann dem Alkohol und anderen Drogen ganz und gar nicht abgeneigt ist. Somit ist eine weitere Zusammenarbeit mit ihm bald nicht mehr möglich und er fliegt nach einer Tour aus der Band.

Auch Kurdt zieht sich live von Metal Church zurück, bleibt aber weiterhin als Songwriter erhalten. Seinen Platz nimmt der zwei Meter große Hüne John Marshall ein, der auch schon mal als Tourgitarrist bei Metallica dabei ist, wenn sich James Hetfield gerade mal wieder den Arm beim Skaten gebrochen oder an einem Pyro gegrillt hat.

Metal Church - Dynamo Classic Concerts 1991
Metal Church Dynamo Classic Concerts 1991
Hair-Crimes, Pant-Crimes und Shoe-Crimes beim besten Lineup der Bandgeschichte.
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Während Wayne in den kommenden Jahren seine Band Reverend gründet, suchen sich Metal Church mit Mike Howe (Ex-Heretic) einen mehr als nur adäquaten Ersatz. Dieser is stimmlich wesentlich variabler als es David je sein wird. Vor allem lässt er die Finger von den Drogen. Das neue Album "Blessing In Disguise" kann zwar nicht ganz an die Klasse des Debüts anknüpfen, schlägt "The Dark" aber nicht zuletzt wegen Howies Gesang um Längen.

Wirkliche Akzente setzt der Sänger aber erst auf "The Human Factor", wo er beweist, wie breit sein Spektrum wirklich ist. In der Zwischenzeit greift auch Kurdt wieder aktiv ins Musikgeschehen ein und gründet zusammen mit Kirk die Band Hall Aflame. Deren Debütalbum heißt "Guaranteed Forever" und sie ersetzten die Black Crowes als Support für ZZ Top. Auch Metal Church gehen auf Tour und veröffentlichen '93 noch ein Album namens "Hanging In The Balance", das zwar mit einem selten dämlichen Cover daher kommt, aber musikalisch wieder einwandfrei ist. Da sie sowohl vom Label gedroppt werden, als auch mächtig desillusioniert sind, lösen sie sich nach der Scheibe auf und gehen getrennte Wege.

Erst 1997 raufen sich Kurdt und Kirk erneut zusammen und gründen das English Channel-Studio. Dort schustern sie eine Truppe zusammen, die unter dem Namen Vanderhoof firmiert und auch ein gleichnamiges Album veröffentlicht, was mit dem Metal Church-Sound aber wenig zu tun hat, da Kurdt sehr viel Wert auf Hammond-Orgeln legt. Das Album ist aber erfolgreich genug, um Vanderhoof eine Tour mit Savatage einzubringen.

Im Laufe des folgenden Jahres finden sich alle Gründungsmitglieder wieder zusammen und basteln an altem Livematerial herum, das sie mit dem schlichten Titel "Live" in die Regale stellen, nicht ohne die frohe Kunde zu verbreiten, dass auch ein neues Studio-Album geplant ist.

Doch schon während der Arbeiten am Album verlässt Craig die Band und ermöglicht damit John die Rückkehr ins Line-Up. "Masterpeace" ist mehr oder minder eine Enttäuschung für die meisten Fans. Die Songs erreichen lange nicht mehr die alte Klasse, die Produktion ist dürftig, das Cover wieder mal mies und David Wayne, der im Vorfeld gerne tönte, dass er Mike Howe locker in die Tasche stecken könne, schwächelt vor sich hin. Da auf der anschließenden Tour weder Duke noch Kirk mitfahren, holt Kurdt die beiden Vanderhoof-Mucker Jeff Wade (Drums) und Brian Lake (Bass) zu Metal Church.

Da sich an Waynes Verhalten und seiner Zuverlässigkeit wenig geändert hat, ist es mit Metal Church schnell wieder vorbei. Wayne lässt es sich anschließend nicht nehmen, ein Album namens "The Metal Church" unter seinem eigenen Namen zu veröffentlichen und das Cover der ersten Metal Church-Scheibe ganz dreist zu kopieren. Dass dadruch die Luft zwischen ihm und Kurdt immer dicker wird, sollte nicht weiter verwundern.

Kurdt konzentriert sich in der Folgezeit hauptsächlich auf seine Band Vanderhoof und bringt 2002 "A Blur In Time" auf den Markt. Zwar arbeitet er zusammen mit John an einer weiteren Metal Church-Scheibe, lässt aber verlauten, dass als Sänger nur Mike Howe in Frage käme. Die Hoffnungen sind groß, jedoch auch völlig umsonst, denn obwohl sich die Band aus Seattle 2004 wieder zurückmeldet, ist vom alten Line-Up fast nichts mehr übrig geblieben. Allein Drummer Kirk unterstützt Kurdt weiterhin, ansonsten haben sie sich die Hilfe vom ehemaligen Malice-Klampfer Jay Reynolds, Basser Steve Unger und dem ehemaligen Rottweiler-Sänger Ronny Munroe gesichert.

Schon auf dem Rock Hard Festival 04 fällt auf, dass die Band zwar mit der alten Spielfeude auftritt, aber ausschließlich auf Songs aus der David Wayne-Ära und neues Material zurückgreift. Munroe bringt die Sachen relativ souverän, stinkt auf der Ende Juli erscheinenden "The Weight Of The World" aber ziemlich ab. Damit steht er nicht alleine, da selbst Kurdt schon beginnt, sich selbst zu covern.

Metal Church allein reicht dem Mann aber anscheinend als Betätigungsfeld nicht aus, und so gründet er mit Presto Ballet eine weitere Band, die melodischen, progressiven Rock spielen soll. Doch auch mit Metal Church steht das nächste Album an, und im März finden schon die ersten Aufnahmen statt. Am 10 Mai erfahren die Fans, dass Ur-Sänger David Wayne an den Folgen einer Kopfverletzung gestorben ist. Die hatte er sich ein paar Monate zuvor bei einem Autounfall zugezogen.

Anfang 2006 steigt auch noch Drummer Kirk aus, womit Kurdt als einziges Originalmitglied der Band übrig bleibt. Jeff Plate (Chris Caffery, Ex-Savatage) - den Kurdt schon vom Trans-Siberian Orchestra her kennt - nimmt seinen Platz ein. Mit ihm zusammen spielen sie "A Light In The Dark" ein, das nicht nur vom Cover her an das Debüt erinnert. Im Juni ist die Band mit Victory als Opener auch in Europa unterwegs.

Steve Unger nimmt sich Anfang 2007 eine Auszeit, um mit Temple Of Brutality auf Tour zu gehen, da denen Dave Ellefson (Ex-Megadeth) nicht zur Verfügung steht. Auch Jay Reynolds ist mittlerweile wieder mit seine alten Band Malice beschäftigt und Sänger Ronny startet mit ein paar seiner ehemaligen Rottweiler-Kollegen ein Soloalbum. Ende April 2007 erscheint mit "Dynamo Classic Concerts 1991" schließlich die erste, offizielle Live-DVD, bei der Mike Howe noch am Mikrofon steht.

Die Arbeiten an "This Present Wasteland" finden als Quartett statt, da sich Jay Ende Februar 2008 aus den Reihen von Metal Church verabschiedet hat. Kurdt bedient sich einfach einmal mehr bei den Überresten von Rottweiler und holt deren ehemaligen Gitarristen Rick Van Zandt in die Band.

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Rock Hard Festival 2004 Metal Church kamen auch mit runderneuertem Line-Up beim Publikum gut an.

Metal Church kamen auch mit runderneuertem Line-Up beim Publikum gut an., Rock Hard Festival 2004 | © LAUT AG (Fotograf: Andreas Fischer) Metal Church kamen auch mit runderneuertem Line-Up beim Publikum gut an., Rock Hard Festival 2004 | © LAUT AG (Fotograf: Andreas Fischer) Metal Church kamen auch mit runderneuertem Line-Up beim Publikum gut an., Rock Hard Festival 2004 | © LAUT AG (Fotograf: Andreas Fischer) Metal Church kamen auch mit runderneuertem Line-Up beim Publikum gut an., Rock Hard Festival 2004 | © LAUT AG (Fotograf: Andreas Fischer)

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