Porträt

laut.de-Biographie

Meldrum

Wenn es um laute Musik geht, ist der Prozentsatz der weiblichen Musiker immer noch erschreckend gering. Abhilfe könnte man ja mittels Frauenquote schaffen. Vielleicht nicht ganz das Wahre. Eine andere Alternative wäre, sich mal den drei Frauen und einem Mann von Meldrum zu widmen.

Rund um die ehemalige Wargod/Phantom Blue Gitarristin und Namensgeberin der Band - Michelle Meldrum - schart sich ein kleines, aber feines Grüppchen. Sitz der Combo ist Schweden, obwohl Michelle selbst aus den USA stammt. Sie ist der Spross einer Künstlerfamilie und war eines der Gründungsmitglieder der All Girl-Band Phantom Blue, die vor allem in den Staaten bis Mitte der Neunziger für einigen Wirbel in der Machowelt der harten Gitarren sorgt.

Nach ihrem Ausstieg bei Phantom Blue wirkt sie bei mehreren Projekten mit, bevor sie den Europe-Klampfer John Norum heiratet und '98 Meldrum aus der Taufe hebt. Zu der Zeit besteht die Band noch aus Sängerin Janet Simmonds, der ehemaligen Pitbull-Bassistin Frida Ståhl und Drummer Asa Persson. Schon nach dem ersten Demo sind Janet und Asa wieder weg vom Fenster und machen Platz für Sängerin Moa Holmsten und Drummer Fredrik Haake (Ex-Giles/God Is My Co-Pilot). Sowohl Moa, als auch Frida besuchen beide die selbe Musikschule in Stockholm, ehe sie sich bei Meldrum kennen lernen.

In dieser Besetzung spielen sie ihr Debüt "Loaded Mental Cannon" ein, das im Oktober 2001 fett bratenden Rock'n'Roll offenbart. Ein knappes Jahr später zeigen sich Motörhead von der Band begeistert und nehmen sie in Skandinavien mit auf Tour. Im April des folgenden Jahres setzen sie nach Amerika über und heizen dort die Menge für Black Label Society und Nashville Pussy vor, ehe sie in Europa Danzig zu sich aufschauen lassen.

Zu den Jungs von Black Label Society und Motörhead entwickelt sich bald eine enge Freundschaft, die sich in zahlreichen, gemeinsamen Touren auszahlt. Moa scheint dabei Geschmack an alten Säcken gefunden zu haben, ist sie doch inzwischen mit Lemmy zusammen. Allerdings sind Meldrum trotz überzeugenden Shows und nicht enden wollender Werbung von Lemmy und Zakk Wylde, immer noch ohne Deal unterwegs. 2006 ist es ihnen schließlich zu blöd und sie gehen auf eigene Faust ins Studio, um ihr zweites Album einzuspielen.

Allerdings ist Fredrik derweil schon nicht mehr mit von der Partie. Seinen Platz hinter dem Drumset nimmt im Studio kein Geringerer als Strapping Young Lad-Drumtier Gene Hoglan ein, den Michelle noch von ihrer ersten Band Wargod her kennt. Natürlich lässt es sich auch Lemmy nicht nehmen, bei einem Song ein paar Vocals beizusteuern. "Blowin' Up The Machine" erscheint Anfang Mai über Frontier Records und rockt erneut richtig schön dreckig nach vorne los.

Am 18. Mai 2008 macht die Meldung die Runde, dass Michelle im kritischen Zustand in ein Krankenhaus eingeliefert wurde. Drei Tage später stirbt sie an einer Zyste im Gehirn, die die Blut- und Sauerstoffzufuhr abgeschnürt hat. Zu der Zeit hat sie das nächste Album mit Drummer Gene, der ehemaligen Warface-Gitarristin Laura Christine am Bass und Sängerin Michele Madden (Tourettes Syndrome), bereits so gut wie fertig gestellt.

Das verbliebene Trio beendet die Arbeiten an "Life" nach Michelles Tod bis Ende 2008. Auf einem Gedächtnis-Gig für die Gitarristin spielen Meldrum mit Gästen wie Lemmy, Rocky George (Suicidal Tendencies, Fishbone), Nick Oliveri (Queens Of The Stone Age), Jason McMasters (WatchTower) und John Norum (Europe, Dokken). Meldrum beschließen, auch nach Michelles Tod weiter zu machen, weshalb Laura sich fortan die Gitarre greift und Bassistin Frida Stahl wieder einsteigt.

Für den Herbst sind ein paar Dates angekündigt, wann und wo "Lifer" erscheint, ist bislang noch unklar.

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