Porträt

laut.de-Biographie

Master

Paul Speckmann ist nicht nur mit einem etwas undankbaren Nachnamen gesegnet, sondern auch mit einem immensen musikalischen Output. Die Menge an Death Metal-Bands, in denen der gebürtige Amerikaner, der mittlerweile in der Tschechei lebt, gespielt hat, ist kaum überschaubar. Vor allem in den 90ern verging vermutlich nicht ein Jahr, ohne Speckmann-Release.

Paul fängt während der Highschool an, Bass zu spielen. Nachdem er mit ein paar Kumpels in Chicago seine erste Band War Cry gegründet hat, schmeißt er sogar die Schule hin. Musikalisch sind War Cry von Black Sabbath und von den ebenfalls aus Chicago stammenden Troublebeeinflusst. Als Paul aber durch einen Kumpel namens Bill Schmidt in Kontakt mit der Venom-Scheibe "In League With Satan" kommt, ist es um ihn geschehen.

Die beiden legen 1984 den Grundstein zu Master und haben bald die ersten Songs geschrieben. Allerdings stellt sich die Suche nach einem Gitarristen als unglaublich schwierig heraus. So vergeht das Jahr, ohne das etwas Nennenswertes zustande kommt.

Nachdem Bill anderweitig unterkommt, liegen Master erst einmal auf Eis. Paul gründet zusammen mit dem ehemaligen Transgressor-Klampfer Chris Mittlebrun und Drummer John Leprich das Trio Death Strike.

Mit der Mischung aus extremen Metal und Hardcore sind sie nach wie vor eine sehr einflussreiche Band in ihrem Genre, doch nach nur einem Demo ist bereits wieder Schicht im Schacht.

Bill Schmidt kehrt an die Drums zurück. Mit Chris an der Gitarre wagen sie einen neuen Anfang mit Master. Die Einflüsse, die ihr erstes Demo auf den Death Metal und den Grindcore ausübt, kann kaum hoch genug eingeschätzt werden.

Zwar haben Master bereits 1985 ein Angebot von Combat Records, doch das ist dermaßen mies, dass ihr Manager Änderungen fordert - die das Label wiederum ablehnt. Master lösen sich 1987 zum zweiten Mal auf. Alles scheint sich damit erledigt zu haben.

Dabei geht die Veröffentlichungsgeschichte von Master eigentlich erst los. Den Grundstein legt 1990 eine Split-Single, auf der neben Pauls neuer Band Abomination eben auch ein Track von Master zu hören ist. Die eher im Thrash angesiedelten Abomination landen einen Deal bei Nuclear Blast Records, die damals noch ausschließlich auf Krach spezialisiert sind.

Deren Labelchef Markus Staiger gibt im selben Jahr auch Master endlich die Chance auf eine Veröffentlichung und legt das selbstbetitelte Debüt vor.

Mit beiden Combos dreht Paule zusammen mit Pungent Stench in Europa seine Runden und legt 1992 in Sachen Veröffentlichungen so richtig los. Death Metal ist mittlerweile eine große Nummer. So folgen weitere Veröffentlichungen von Abomination, seiner ersten Truppe Death Strike (mit Material von 1985) und die zweite Master-Scheibe "On The Seventh Day God Created Master".

Als wäre das noch nicht genug, folgt ebenfalls im selben Jahr noch das Speckmann Project, das lediglich vom Label abgelehnte Master-Songs verwurstet.

Mit "Collection Of Souls" hält Paule das hohe Veröffentlichungstempo 1993 weiter durch, doch dann ist die Luft erst einmal wieder raus und der Deal geplatzt. Von einer Split mit Excision abgesehen, melden sich Master erst 1998 mit "Faith Is In Season" zurück.

Derweil ist Speckmann aber nicht untätig und treibt Abomination genauso voran, wie seine neuen Bands Solutions und Martyr. Allerdings lebt Paul seit 1999 in Tschechen, wo die beiden letztgenannten Truppen beheimatet sind.

Ab dem zweiten Jahrtausend bilden Master wieder das Hauptbetätigungsfeld von Paul, wobei er auch stellenweise bei Krabathor mitmischt. Seinem Old School-Death Metal bleibt der Exil-Ami derweil durchgehend treu und schert sich einen Dreck um Kritiker.

Seit er Master in der Tschechei angesiedelt hat, stehen ihm Gitarrist Alex Nejezchleba und Drummer Zdeněk Pradlovský zur Seite. Beide sind seit "The Spirit Of The West" 2004 in der Band und seitdem auf sämtlichen Alben zu hören.

Auch wenn Paul Speckmann am Aufstieg des Death Metals mit seinen Veröffentlichungen kaum teilgenommen hat, sind seine ersten Werke doch ausschlaggebend für die Entwicklung des Musikstils gewesen.

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