Porträt

laut.de-Biographie

Marc Copland

Im Gegensatz zu manch anderem Jazz-Pianisten geht es Marc Copland nicht um die bloße Zurschaustellung seines technischen Könnens. Vielmehr rückt er die Harmonik, den Klang und die sensible Kommunikation mit seinen musikalischen Partnern in den Vordergrund. Dies verleiht seinen Einspielungen eine tiefe Intensität, die den Hörer bis weit hinter die Fassaden der Songs führt. Die breite Stilpalette des Musikers macht das genaue Hinhören allemal zu einem kurzweiligen Erlebnis.

Coplands Wurzeln liegen jedoch nicht wirklich im Klavierspiel. Der 1948 in Philadelphia, Pennsylvania geborene Jazzer bekommt als Kind lediglich drei Jahre Unterricht an den Tasten. Als seine Schule Saxophon-Stunden anbietet, hängt er das Piano im Alter von zehn Jahren an den Nagel. Der Frischgebackene Bläser bringt großes Talent mit. Ein paar Jahre später ist er bereits ein fester Bestandteil der lokalen Musikszene udn spielt mit solchen Größen wie Michael Brecker. Ab 1965 studiert er Saxophon in New York und erhält eine professionelle Ausbildung in den Fächern Komposition und Harmonielehre.

Der Musiker avanciert zum Mitglied der florierenden New Yorker Jazz-Szene der späten Sechziger- und frühen Siebziger-Jahre. Er fügt seinem Instrument Elektro-Prozessoren hinzu, und nimmt mit Gitarrist John Abercrombie, Basser Clint Houston und Drummer Jeff Williams ein elektronisch gehaltenes Album auf. Die Underground-Produktion sorgt für große Begeisterung unter den Kritikern und erreicht Kultstatus. Trotz dieser Erfolge ist Copland nicht ganz mit seiner Situation zufrieden.

"Ich begann Akkorde und Klänge zu hören, die auf dem Saxophon sehr schwer umzusetzen waren.", erinnert er sich. "Am Klavier schienen sie einen Sinn zu ergeben. Außerdem begann ich Songs zu schreiben, die auf dem Saxophon einfach nicht richtig klangen. Aber das Klavier schien perfekt zu passen."

So nimmt er von 1973 bis 1983 erneut intensiven Klavierunterricht. Während dieser Zeit bleibt er der Öffentlichkeit zumeist verborgen. Er erhält ein Engagement in Washington DC. Dort lebt er zehn Jahre. Copland begleitet regelmäßig Jazz-Größen wie Bob Mintzer, Randy Brecker oder Gary Peacock, um noch effizienter zu lernen.

Nach diesen Lehrjahren kehrt er wieder nach New York zurück und tritt mit Stars wie James Moody oder John Scofield auf. Obwohl er sich nach und nach auch als Bandleader etabliert, erscheint sein Debüt-Album "My Foolish Heart" erst 1988 beim japanischen Label Jazz City. Es featured John Abercrombie und Gary Peacock. Darauf folgen zahlreiche Aufnahmen für eine Vielzahl verschiedener Labels. Zuerst in wechselnden Formationen 2001 mit "Poetic Motions" dann auch die erste Solo-CD. Hinzu kommen umjubelte Gigs und ausgedehnte Europa-Tourneen.

Oft sitzen bei diesen Konzerten neugierige Pianisten im Publikum, die genau wissen möchten, wie Marc Copland seinen einzigartigen Sound erzeugt. Für die hat er nur den einen Tip:"Es gibt nur eine Technik, die sicher funktioniert: den Wunsch während des Spielens nicht eine einzige Note oder einen einzigen Akkord anzuschlagen, ohne dass sie einen bestimmten Touch, eine bestimmte Mischung oder ein bestimmtes Gefühl haben."

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