Porträt

laut.de-Biographie

Manuel Tur

Die Karriere des Essener Produzenten Manuel Tur beeindruckt. Sein erstes Release verzeichnet er im Alter von 16 Jahren. Als er selbst noch in keinen Club darf, tanzen die Leute dort bereits zu seinen Tracks. Mit 23 Jahren auf dem Buckel und mit einem Backkatalog, der manch anderen Produzenten vor Neid erblassen lässt, im Rücken geht Manuel Tur erstmals über Albumlänge.

Das Release erscheint auf dem angesehenen britischen House-Label Freerange, wo er sich neben Jimpster, Milton Jackson, Stimming, Palm Skin Productions, Motorcitysoul und Shur-i-kan einreiht.

Entsprechend hoch liegt die Messlatte, über die Tur mit "0201" springen muss. Schließlich zählen Jimpster und Milton Jackson seit Jahren zu den anerkanntesten Größen in der britischen House-Szene. Den Eindruck, die Erwartungen haben den jungen Produzenten unter Druck gesetzt, vermitteln die 13 Stücke des Albums nicht.

Ganz im Gegenteil strahlen sie ein hohes Maß an Souveränität und Reife aus. Daran trägt nicht zuletzt die Entscheidung Turs einen Anteil, sich nicht allein auf clubtaugliches Material zu versteifen, sondern seinen Albumerstling auf ein breiteres Fundament zu stellen.

Neben House, das natürlich den roten Faden bildet, finden sich auf dem Longplayer Tracks, die mit gebrochenen Beats und einem Hauch von Soul arbeiten. Der hält vor allen Dingen über die Vocals Einzug in die Produktionen von Manuel Tur.

Eine der Stimmen des Albums stammt von der Hamburger Sängerin Larissa Kapp, die vor sechs Jahren bereits auf dem Album "The Distance Between Us" des Schweizer Electro-Acts Popshop zu hören war und jetzt das Stück "Stay" mit ihrem Gesang schmückt. Als erste Singleauskopplung erscheint jedoch "Will Be Mine", ein weiterer deeper Vocaltrack.

Als Remixer verpflichtete Manuel Tur mit Ian Pooley eines seiner erklärten Idole. Der zweite Remix der Maxi kommt von Arto Mwambe, der selten, aber immer mit qualitativ hochwertigen Releases von sich Reden macht.

Das Doppelpack mit Mwambe und Pooley ist ein feines Geschenk, das Freerange dem hoffnungsvollen Produzenten Manuel Tur macht. Wieviel Raum für die persönliche Entwicklung man ihm beim britischen Label lässt, zeigen die übrigen Tracks.

Den von einer deepen Grundstimmung geprägten Tracks nimmt Manuel Tur immer wieder etwas von ihrer Überzeugungskraft, wenn er mit Samples vielgehörte House-Klischees aufgreift. Sein Backkatalog stellt Manuel Tur jedoch ein exzellentes Zeugnis aus.

Alben

Manuel Tur - 0201: Album-Cover
  • Leserwertung: Punkt
  • Redaktionswertung: 3 Punkte

2009 0201

Kritik von Daniel Straub

Frischer Wind für die House-Szene. (0 Kommentare)

Videos

Video Video wird geladen ...

Noch keine Kommentare