Porträt

laut.de-Biographie

La Vela Puerca

Was verbindet man in Deutschland mit Uruguay? Gut, zweimaliger Fußballweltmeister spricht für sich, aber ansonsten wäre wohl nur der kleinste Teil der Bevölkerung imstande, das südamerikanische Ländchen auf einer Weltkarte zu finden. Und ganz sicher denkt bei den Namen niemand unmittelbar an erstklassigen Ska-Rock.

Hierzulande hört man den Namen La Vela Puerca das erste Mal, als sie 2004 die Ärzte auf deren Unrockstar-Tour supporten und wie Wirbelstürme über hiesige Festivals fegen. In Südamerika sieht die Situation jedoch ganz anders aus: Dort hat die achtköpfige Kapelle bereits Superstar-Status erlangt, spielt in Fußballstadien und heimst eine goldene Platte nach der nächsten ein.

Die Geschichte der Band beginnt 1995, als sich Sänger und Schlagzeuger Sebastián Teysera, Gitarrist Santiago Butler und Bassist Nicolas Leutier zu einer Band zusammen tun und Bob Marley covern. Im Laufe der Zeit erhält die Band Zuwachs von Sebastián Cebreiro (Gesang), Rafael Dibello (Gitarre), Carlos Quijano (Saxophon) und Lucas de Azevedo (Schlagzeug). Noch im selben Jahr folgt der erste Auftritt vor Publikum und die Namensgebung, die sich angeblich von einem Spitznamen des Gitarristen Butler herleitet.

1996 schickt die Band ein drei Song starkes Demotape zum Wettbewerb "Generación 96" des Fernsehsenders Control Remoto. Dabei setzen sie sich gegen 200 andere Bands durch und bekommen dafür kostenlose Studiozeit und einen Vertrag bei Obligado Records. Im März 1998 kommt die Frucht dieser Arbeit in die Läden: "Deskarado" sorgt in Uruguay für Furore und heimst nach sechs Monaten Gold ein.

1999 nimmt Surco, ein lateinamerikanischer Ableger des Majorlabels Universal, die Band unter Vertrag. Da noch nicht genug Songs für einen neuen Release vorhanden sind, mischt man "Deskarado" einfach neu ab, nennt es "La Vela Puerca" und überrollt mit dem Rückenwind des Majors ganz Südamerika. Alejandro Picone steigt als Trompeter in die Band ein, Sebastián Teysera überlässt den Platz am Schlagzeug endgültig Lucas de Avezado und konzentriert sich nur noch auf den Gesang.

Nach Touren durch Uruguay und Argentinien beginnen Vela Puerca im Jahr 2000 mit den Arbeiten zu einem "echten" Zweitling: Im Mai 2001 erscheint "De Bichos Y Flores", katapultiert die Band endgültig auf den südamerikanischen Rockolymp und beschert ihnen in kürzester Zeit dreifaches Platin.

Der einzige Karrieretiefschlag bislang trifft die Band 2003: bei Drummer Lucas de Avezado wird ein Tumor diagnostiziert. Er muss operiert werden und gibt seinen Platz hinter den Trommeln vorläufig an Pepe Canedo ab, dem Ex-Schlagzeuger von El Peyote Asesino. Im gleichen Jahr folgt die erste Tour durch Deutschland und tauscht Konzerte in Montevideo vor 30.000 Zuschauern mit solchen in Frankfurt vor 50. Das ändert sich, als sie Kontakt zu den Ärzten aufnehmen, die gerne mal in Südamerika auftreten wollten. Eines führt zum anderen, LVP supporten die Punks in Deutschland und spielen in Südamerika sechs gemeinsame Konzerte.

Nach der Tour mit den Ärzten baut die Band ihren Bekanntheitsgrad in Europa weiter aus: 2005 erleben die Besucher des Southside/Hurricane Festivals eine grandiose Show der Südamerikaner, obwohl mit Ska-P eine sehr starke Konkurrenz mit vor Ort ist. Auch das dritte Album erscheint in Deutschland 2005 (in Südamerika kam es bereits 2004 in die Läden): "A Contraluz".

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