Porträt

laut.de-Biographie

Kytes

Junge Bands müssen sich ja mit einer Vielzahl von Fragen und Problemen auseinandersetzen: Wie nennen wir uns? Welches Genre wählen wir? Gehen wir das Ganze jetzt eher experimentell oder total eingängig an? Was sollen wir nur anziehen? Da kannst du eigentlich nur Entscheidungen treffen, die du später, wenn du immer noch den spätpubertären Klischee-Bandnamen trägst, bitter bereuen wirst.

Oder du machst es wie Kytes. Die Münchner Indieband hat einen ganz eigenen Weg gefunden, um diese Misere gekonnt zu umgehen: Eine echte Band-Metamorphose. Die ersten Jahre nämlich absolvierte der Vierer als "Blind Freddy" und nutzte diese Zeit als eine Art aktive Findungsphase im sicheren Band-Kokon. Blind Freddy durfte Fehler machen - vom mittelmäßigen Bandname bis hin zu unterirdischen Jukuz-Show. Denn dann, als es dann 2013 langsam ernst wurde mit der Musik, warf man das alte Bandkorsett kurzerhand ab.

"Wir wollten ein neues Album machen, sind ins Studio gegangen und haben gemerkt, dass wir genaue Vorstellungen haben, wie die Musik werden soll und alles weiterlaufen soll. Wir hatten so ein Konzept im Kopf, ein bisschen mehr Plan. Und unser alter Name klang so ein bisschen wie ne Kinderserie und da musste etwas neues her", erklärte Sänger Michael Spieler im Interview mit PULS. Seither heißen Kytes Kytes, besitzen einen konkreten Karriereplan und klingen wie eine potentiell erfolgreiche Indieband 2015 wohl klingen muss.

Schmissige, saubere Gitarrenriffs, super eingängige Songstrukturen, ein souveräner Frontmann, ergänzt durch federleichte Elektrospuren. Zudem referiert die Band, die sich von klein auf kennt und zusammen aufgewachsen ist, auf ihre multikulturellen Wurzeln. Schlagzeuger Timothy Lush ist Halbaustralier und kümmert sich deshalb um die richtige Grammatik in den englischen Lyrics – ein stimmiges und sinniges Gesamtkonzept. Das musikalische Zwischenergebnis der Kytes klingt dann ein wenig nach alter Indieschule à Strokes, vor allem aber auch nach dem neuen, leichteren Sound von Bands Alt-J oder Phoenix. Fancy, hip, tanzbar, definitiv radiotauglich.

Und tatsächlich machen Kytes 2015 erstmals so richtig von sich reden: Sowohl die Süddeutsche als auch der Jugendsender PULS featuren das Quartett als Band der Woche und fördern damit ein ordentliches Airplay der ersten Single "Inner Cinema", die die Band in zig Versionen einspielt. Kytes sind Teil einer aktiven Indieszene, die sich in der bayrischen Hauptstadt als "Sound Of Munich" formierte - und trotzdem will sich die Band laut eigener Aussage definitiv abheben und etwas Eigenständiges erschaffen.

Für die Dreharbeiten für die zweite Single "On The Run" fliegt die Truppe kurzerhand nach Brighton (natürlich Brighton) und dreht dort in Super 8 - wie auch sonst. Tatsächlich klingt das alles ein wenig zu sauber, ein bisschen zu durchdacht. Aber die Kytes Maschine läuft. Im Herbst 2015 spielen die Kytes ihre erste Livetour "On The Run" durch Deutschlands Rockclubs und wissen durchaus mit Energie und Live-Qualität zu überzeugen. Im selben Atemzug erscheint zudem die gleichnamige, sauber produzierte Debüt-EP. Kytes haben Spaß und machen Spaß. Watch out!

Alben

Surftipps

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    Noch recht dürftig

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