Porträt

laut.de-Biographie

Kitty, Daisy & Lewis

Woran erinnert man sich als Erstes, wenn man an seine Kindheit denkt? Etwa an das Eis vom Italiener um die Ecke, den süßen Teddybären von Oma Gertrud oder vielleicht die aufregende, erste Busfahrt durch die Stadt?

Ganz anders liegt der Fall bei Kitty, Daisy und Lewis. Das Trio schwärmt damals hauptsächlich von den Instrumenten, auf denen sie ordentlichen Krach machen. Gleichgültig ob Klavier, Gitarre, Banjo, Ukulele, Akkordeon, Posaune, Kontrabass, Schlagzeug oder Mundharmonika.

Musik steht, seit sie denken können, an erster Stelle - und hier besonders die Leidenschaft und Begeisterung für den Sound der 40er und 50er Jahre. Die Eltern der drei Geschwister aus Kentish Town, London tragen mit Sicherheit Verantwortung für die frühe Wahrnehmung des R'n'R.

Ingrid Weiss (ursprünglich Schlagzeugerin von The Raincoats) und Graeme Durham, ebenfalls Musiker, schwärmen für die Interpreten des Jump Blues, R'n'B, Rockabilly, Western oder Swing.

Für die rockenden Rhythmen lassen Kitty, Daisy & Lewis die größten Eistüten und schönsten Kuscheltiere der Welt liegen. Zu Hause wird freiwillig geprobt, gesungen und getanzt. Schnell findet das Trio einen eigenen Stil.

Vater Graeme begleitet sie mit der akustischen Gitarre, Mutter Ingrid spielt dazu Kontrabass. Und ihre Begeisterung überträgt sich aufs Publikum. Gleichgültig ob auf Konzertreise oder den ersten Veröffentlichungen, die stets zu Hause aufgenommen werden - bei dieser Familien-Harmonie bleibt keiner lange sitzen.

Im heimischen Studio entstehen die zwei ersten Singles: "Honolulu Rock And Roll" (2005) und "Mean Son Of A Gun" (2006), im Original von Johnny Horton, einem Honky Tonk- und Rockabilly-Sänger, der in den 60er Jahren bei einem Autounfall ums Leben kommt. Der erste Live-Erfahrungen geht 2002 in einem Club namens "Come Down And Meet The Folks" über die Bühne.

Der Eigentümer Big Steve, gleichzeitig der Gitarrist von The Arlenes fragt den zehnjährigen Lewis, ob er mit ihm zusammen spielen möchte. Lewis greift zum Banjo und bringt bald seine achtjährige Schwester Kitty mit, die das Duett am Schlagzeug begleitet.

Der Song heißt "Folsom Prison Blues" - die zwölfjährige Daisy beackert dazu bald die Tasten ihres Akkordeons. Und kurze zeit später stehen auch die Eltern auf der Bühne. Daisy: "Zuerst wollten sie nicht, und Mum konnte auch gar kein Kontrabass spielen. Aber wir brauchten sie und deshalb sagten wir ihr, dass sie es lernen muss."

An Selbstbewusstsein mangelt es den Geschwistern nicht. Kitty, Daisy & Lewis werden in Radiosendungen eingeladen und unterschreiben einen Vertrag beim Indielabel Sunday Best. "Wir hatten eigentlich nie vor eine Band zu gründen und wir sind auch nicht herum gelaufen und haben nach Gigs gefragt - sie kamen zu uns", erzählt Lewis, der 2007 gerade mal 15 Jahre alt ist.

Kitty ist auch auf der Ukulele fit, und Daisy, die Älteste der Band, interessiert sich neben der Musik auch für Fotografie. Die Familienbande spielt auf zahlreichen englischen Festivals in England und supporten Bands wie Razorlight, The Pipettes, Mika, The Concretes und The Cuban Brothers.

Auf der Bühne wechseln sie stets untereinander die zahlreichen Instrumente und das Publikum reagiert euphorisch. Die Haupteinflüsse ihrer Songs sind nicht zu überhören. Die Plattensammlung beinhaltet Künstler wie Louis Jordan, Louis Armstrong, John Lee Hooker, Sonny Boy Williamson, Johnny Cash, Little Richard, Mississippi John Hurt, Nina Simone, Ray Charles, Robert Johnson, Rufus Thomas, Little Brother Montgomery, Sam Cooke oder Elvis Presley.

2006 spielen sie auf der Hauptbühne des Bestivals und bereits zweimal auf dem Glastonbury Festival. Auf dem von ihren Livegigs geprägtem Debüt "A-Z: The Roots Of Rock'n'Roll" versammeln sich zwei Jahre später amüsante Texte und schnörkellose Interpretationen von 25 verschiedenen Künstlern aus den 40er und 50er Jahren sowie eine eigene Interpretation von "Ooo Wee", die nicht nur Erwachsene sprachlos macht.

Im August 2008 erscheint mit der selbst benannten Platte "Kitty, Daisy & Lewis" das offizielle Debüt der Durhams. Zehn Songs im Retro-Wahn der 40er und 50er Jahre, davon acht ausgewählte Klassiker, die schwungvoll umgesetzt werden und zwei eigene Kompositionen mit viel Gefühl und Leidenschaft produziert.

Während hier jedoch noch weitestgehend mehr oder weniger bekannte Juwelen der Musikgeschichte gecovert werden, setzt der Nachfolger "Smoking In Heaven" komplett auf eigene Songs. Auch ist das Trio 2011 musikalisch breiter bestellt und webt etwa Ska-Einflüsse in ihre Musik und wendet sich vom Country ab.

Der Spaßfaktor steht jedoch weiterhin im Vordergrund, so gehen Retro-Trends an ihnen vorbei. Ihre musikhistorisch gefärbte Musik kommt von Herzen. 2012 arbeiten die drei mit der deutschen Country-Rock Band The BossHoss zusammen. Der gemeinsame Song "Run Run Run" erscheint auf deren Album "Liberty Of Action".

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Alben

Kitty, Daisy & Lewis - Smoking In Heaven: Album-Cover
  • Leserwertung: 5 Punkt
  • Redaktionswertung: 4 Punkte

2011 Smoking In Heaven

Kritik von Hannes Wesselkämper

Ein Feelgood-Manifest, das allen Retro-Hypes den Mittelfinger zeigt. (0 Kommentare)

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