Porträt

laut.de-Biographie

Julia Engelmann

Ihr Name dürfte vielen durch den viralen Video-Hit ihres Auftrittes beim 5. Bielefelder Hörsaal-Slam bekannt sein. Quasi über Nacht zieht der Poetry-Slam-Text mit dem Titel "Eines Tages, Baby" große Kreise in sämtlichen Gewässern der Medien und Köpfen von Mittzwanzigern. Als 'Stimme einer Generation' berichtet die gebürtige Bremerin von der Lethargie ihrer Zeitgenossen, einschließlich sich selbst. Inzwischen wird Julia Engelmann als erfolgreichste Poetry-Slammerin Deutschlands gehandelt.

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Julia Engelmann "Es braucht Tiefgang, um humorvoll zu sein"
Julia Engelmann über ihr musikalisches Debüt und Tipps für Neulinge im Poetry Slam.

Die Tochter einer Psychologin und eines Logistikmanagers zeigt schon früh, dass sie Köpfchen besitzt: So überspringt sie zwei Schulklassen und macht mit 16 Jahren ihr Abitur. Danach folgen, über vier Jahre verteilt, mehrere Auftritte in Stücken des Bremer Theaters. Ihr schauspielerisches Talent festigt sie 2008 im Film "Summertime Blues". Einem größeren Publikum wird sie zwischen 2010 und 2012 bekannt, als sie in der RTL-Soap "Alles was zählt" in der Rolle der Eishockey-Spielerin Franziska Steinkamp zu sehen ist.

Parallel zu ihrem Schauspiel macht sich die 1992 Geborene in den Gefilden des Poetry Slams einen Namen. Zweimal hintereinander verbucht sie den Gewinn beim Bremer Slammer-Filet. Das Musik- und Kunst-Festival MS Dockville wird auf Julia aufmerksam und lädt sie zu einer Performance ein. Bei den Poetry-Slam-Landesmeisterschaften in Hannover vertritt sie schließlich ihre Heimat, die Hansestadt Bremen.

Der große Durchbruch folgt 2013 dank eines Textes, der sich auf das Lied "One Day/Reckoning Song" des israelischen Musikers Asaf Avidan bezieht. Darin ruft Julia zu einem bewussten Nutzen der Zeit auf, und begeistert ein Millionenpublikum mit Zeilen wie "Lass mal an uns selber glauben, ist mir egal ob das verrückt ist / Und wer genau guckt, sieht, dass Mut auch bloß ein Anagramm von Glück ist / Und wer immer wir auch waren, lass mal werden wer wir sein wollen". In Folge dessen begleitet sie 2014 Tim Bendzko als Support-Act auf seiner Tour.

Eigentlich studiert Julia zu dieser Zeit Psychologie und tritt somit in die Fußstapfen ihrer Mutter, doch der Rummel um ihren berühmten Text fordert seinen Preis: Wegen einer Menge Auftritte und ihrer gefragten Person hat sie schlussendlich keine Zeit mehr zum Studieren, und widmet ihre Zeit lieber dem Schreiben. Sie trifft die gewichtige Entscheidung, das Studium kurz vor ihrem Bachelor abzubrechen und sich ganz ihrer Karriere als Bühnenperson und Autorin zu widmen. So entstehen insgesamt drei Bücher, in denen die kleinen Gedichte der Pop-Poetin zu finden sind. Trotzdem schafft sie sich noch die nötige Zeit, um 2015 in der Verfilmung von Hape Kerkelings Roman "Ich bin dann mal weg" mitzuspielen.

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Die Familie ist ihr besonders wichtig, so widmet sie beispielsweise ihren Eltern den emotionalen Text "Für meine Eltern" und verzichtet auch auf Touren nicht auf die familiäre Unterstützung: So ist die Mutter ihre Managerin, der Vater ihr Tourmanager. "Wir sind ein lyrischer Wanderzirkzus," meint Julia. "Jetzt, Baby - Poesie und Musik" heißt ihr Tourprogramm 2017 und hält genau das, was es verspricht: Julia liest ihre berührenden Texte, begleitet diese wahlweise mit Gitarre oder spielt zwischendurch auch mal einen Cover-Song, so zum Beispiel "Just A Boy" von Angus & Julia Stone.

Ende Januar 2017 lädt Julia ihren ersten Song auf Youtube hoch: "Grapefruit" heißt der Titel, der vielmehr ein 'Lied-Gedicht' ist und ab diesem Zeitpunkt auch auf sämtlichen Streaming-Plattformen erhältlich ist. Die Inspiration zum Song kam ihr laut eigenen Angaben auf einer WG-Party: Dort traf sie einen traurigen Menschen, und wusste nicht, was sie sagen sollte. Aus diesem Konflikt entstand dann "Grapefruit". Mitte Mai unterzeichnet sie einen Vertrag mit Universal Music, ihr Debüt-Album erscheint 2018.

Interviews

Termine

Fr 20.10.2017 Passau (Dreiländerhalle)
Sa 21.10.2017 München (Circus Krone)
Sa 28.10.2017 Düsseldorf (Tonhalle)
So 29.10.2017 Aschaffenburg (Stadthalle)
Mo 30.10.2017 Köln (Musical Dome)

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