Porträt

laut.de-Biographie

Joe Jackson

Joe Jackson ist für einen Musiker natürlich ein unmöglicher Name. Doch im Jahr 1954, in dem das Multitalent im englischen Staffordshire geboren und getauft wird, kann natürlich keiner ahnen, wie eng der Name Jackson später mal mit dem hochnäsigen "King of Pop" und seiner Sippschaft verknüpft sein wird.

Eher schon ist absehbar, dass dem kleinem Joe eine beeindruckende musikalische Karriere bevor steht. Die Eltern sind bereit, sein Talent durch die Anschaffung eines Klaviers zu fördern, später führt ein erstklassiger Schulabschluss im Fach Musik dazu, dass Joe Jackson ein Stipendium für die Royal Academy of Music in London erhält, wo er drei Jahre lang Klavier, Schlaginstrumente, Komposition und Orchestrierung studiert.

Während und nach seinem Studium spielt Jackson in diversen Cover-Bands, 1976 wird er zudem musikalischer Direktor des Playboy Clubs in Portsmouth. Bald darauf bildet er mit einigen Mitstreitern aus früheren Projekten die Joe Jackson Band und beginnt mit den Aufnahmen zum ersten eigenen Album. Im August 1978 unterschreibt er einen Vertrag mit A&R-Records, Anfang '79 erscheint mit "Look Sharp!" Jacksons erste Scheibe. Kurz zuvor kam mit "Is She Really Going Out With Him?" bereits eine erste Single auf den Markt, die jedoch erst nach ihrer Wiederveröffentlichung ein Jahr später, als Jackson schon etwas bekannter ist, die Charts erreicht.

Überhaupt dauert es eine Weile, bis "Look Sharp!" so richtig wahrgenommen wird. In der Musik dieses Albums sind bereits viele Elemente, mit denen Jackson später arbeiten wird, enthalten. Überraschende Wendungen in Melodie, Harmonik und Rhythmus verhindern, dass die flotte Rock'n'Roll-Scheibe allzu leicht zu konsumieren ist, zugleich garantieren ausgefeilte Arrangements höchsten Hörgenuss. Dabei macht er es dem Hörer nie ganz einfach: selbst das mit seinen gefühlvollen Balladen vergleichsweise eingängige "Night And Day"-Album (1982) braucht fast ein Jahr, um seine beste Chartsplatzierung (Platz drei in GB) zu erlangen.

Dass Jackson ein begnadeter Arrangeur ist, beweist er später in so unterschiedlichen Disziplinen wie Swing (Jumpin' Jive, 1981), Klassik (Symphony No. 1, 1999) oder Filmmusik (z.B.: "Mike's Murder", 1983, "Shijin No Ie", 1985). Doch auch als Live- und Studiomusiker macht er sich einen Namen. Auf Joan Armatradings "Secret Secret" beispielsweise spielt er die Keybords und sein Livealbum "Live 80/86" zeigt einen Joe Jackson, der ganz und gar Vollblutmusiker ist.

Im Lauf der 90er Jahre nimmt der Rock'n'Roll-Anteil in seiner Musik ab. Seine Kompositionen werden immer ausgefeilter, Jackson nähert sich dem Klassik-Rock. Er liebt die gewagte Idee und den großen Wurf, schon an den Titeln seiner Scheiben ("Body And Soul", "Night And Day") lässt sich ablesen, dass er die Gegensätze zusammen zwingen will.

Mutig und mit kompetentem Beistand (z.B. Suzanne Vega und Crash Test Dummies' Brad Roberts auf "Heaven And Hell", 1997) kann er das Seichte genau so wagen wie das Pathetische, ohne dass es peinlich wird. Niemand wirft diesem Mann Rückwärtsgewandheit vor, wenn er Alben wie "Volume 4" (2003) oder "Rain" (2008) wieder mit seiner alten Band einspielt und damit auch frühere Stilmittel wieder aufgreift.

Sowieso würde sich Joe Jackson nie beirren lassen. Der Mann hat einen schrägen Verstand, eine geraden Rücken und eine ehrliche Haut, nie würde so einer sich chirurgisch behandeln lassen (sonst hätte er es schon getan).

News

Alben

Joe Jackson - The Duke: Album-Cover
  • Leserwertung: Punkt
  • Redaktionswertung: 2 Punkte

2012 The Duke

Kritik von Erich Renz

Zusammengewürfelte Hommage an Duke Ellington. (0 Kommentare)

Joe Jackson - Rain: Album-Cover
  • Leserwertung: Punkt
  • Redaktionswertung: 3 Punkte

2008 Rain

Kritik von Joachim Gauger

Weniger ist nicht immer mehr. (0 Kommentare)

Joe Jackson Band - Volume 4: Album-Cover
  • Leserwertung: 5 Punkt
  • Redaktionswertung: 4 Punkte

2003 Volume 4

Kritik von Joachim Gauger

Der Groß-Wesir des Klassik-Rock wirft allen Bombast über Bord. (0 Kommentare)

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