Porträt

laut.de-Biographie

Jim Croce

Ritchie Valens, Eddie Cochran oder Nick Drake – was wäre aus ihnen geworden, wenn sie nicht auf dramatische Weise früh gestorben wären? Ein Frage, die sich auch beim Singer/Songwriter Jim Croce stellt.

1943 in Philadelphia geboren, spielt Croce während seines Studiums in verschiedenen College-Bands und arbeitet als DJ. Um sich und seine Frau Ingrid nach der Uni über Wasser zu halten, verdingt er sich als Bauarbeiter, Schweißer und Sänger von Radio-Jingles, obwohl er weiter regelmäßig auftritt und neben vielen Coverversionen auch eigene Stücke vorträgt.

1968 zieht das Paar nach New York und nimmt das Album "Jim & Ingrid Croce" für Capitol Records auf. Der Erfolg hält sich trotz einer umfangreichen US-Tour in Grenzen. Sie kehren der Großstadt den Rücken und ziehen aufs Land nach Pennsylvania, wo Croce einen Job als Lastwagenfahrer aufnimmt. Es ist seine Lernzeit, wie er sie später nennt, denn die langen Fahrten nutzt er, um sich Gedanken zu machen und neue Lieder zu schreiben.

1970 lernt er den Musiker Maury Muehlsheim kennen, es beginnt eine fruchtbare Zusammenarbeit. Zunächst spielt Croce nur die Begleitung, doch Muehlsheim erkennt sein Potenzial und verhilft ihm zu einem neuen Plattenvertrag. 1972 kommen gleich zwei Alben auf den Markt: "Don't You Mess Around With Jim" und "Life And Times".

Mit ihnen wird der Mann mit dem Schnurrbart, dem offenen Lachen und einer gewissen Ähnlichkeit mit dem Komiker Groucho Marx der Shooting Star des Jahres. Die Singles "You Don't Mess Around with Jim" und "Operator (That's Not The Way It Feels)" erreichen die oberen Etagen der Charts, "Bad, Bad Leroy Brown" schafft es im Sommer 1973 sogar auf Platz eins.

Dem Erfolg scheint nichts mehr im Weg zu stehen. Doch am 20. September 1973 stürzt nach einem Auftritt das kleine Privatflugzeug ab, in dem sich Croce und Muehlsheim befinden. Der Pilot, die Musiker und weitere vier Insassen kommen ums Leben.

Der plötzliche Tod erzeugt ein riesiges Interesse und verhilft Croces wenige Tage zuvor fertig gestelltem Album "I Got A Name" zu einer Spitzenposition in den Charts. Mit "Time In A Bottle", einem Lied für seinen acht Tage nach seinem Tod geborenen Sohn A.J., hat er posthum seinen zweiten und letzten Nummer-1-Hit. 1974 erscheint eine Best Of, in den folgenden Jahrzehnten kommen weitere Platten mit unveröffentlichtem Material auf den Markt.

Das ist auch Ingrid Croce zu verdanken, die dafür sorgt, dass der Name ihres Mannes trotz persönlicher Rückschläge nicht in Vergessenheit gerät. Der gemeinsamen Sohn erblindet wegen eines Gehirntumors, als er vier Jahre alt ist. Später kann er auf dem linken Auge teilweise wieder sehen und startet in den 90er Jahren eine Karriere als Musiker. 1988 brennt zudem das Haus im kalifornischen San Diego nieder, in das die Croces unmittelbar vor dem Tod Jims gezogen waren.

Doch schon 1985 hat Ingrid das erfolgreiche "Croce's Restaurant & Jazz Bar" gegründet. Nebenbei betreibt sie einen Verlag, eine kleine Plattenfirma und die offizielle Webseite. Das Lokal "ist meine Hommage an meinen verstorbenen Ehemann Jim Croce, seine Musik, seine Gastfreundschaft und sein freundliches, großzügiges Wesen", erfährt man dort.

Alben

  • Offizielle Seite

    Persönlich gehalten, mit Infos und Links.

    http://www.jimcroce.com
  • Jim Croce Fans

    Umfangreiche Tribute-Seite mit viel Material.

    http://www.jimcrocefans.com/

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