Porträt

laut.de-Biographie

Jens Bunge

Er ist der wahre Mann mit der Mundharmonika. Doch wie es ab und an geschieht, zählt auch in Bunges Fall der Prophet im eigenen Lande wenig. Im fernen Asien hat man das Potential des Mannheimers längst erkannt. Dort bespielt er nicht nur regelmäßig und seit vielen Jahren die großen Bühnen, dort schätzt man ihn als Vorreiter und Speerspitze, was das Vermengen von asiatischer, europäischer und amerikanischer Musikkultur anbelangt.

Auf "Shanghai Blue" (2009) konserviert Bunge dieses Amalgam aus Musiktraditionen, die gegensätzlicher nicht sein könnten, auf einem außergewöhnlichen Tonträger. Wem es spontan leicht fällt, chinesische Volksmusik mit Jazz zu verknoten, darf hier getrost aufhören zu lesen. Uns anderen serviert "Shanghai Blue" neben drei Eigenkompositionen, sechs Volkslieder "die in China jedes Kind kennt."

Aufgenommen in Shanghai, besteht die Shanghai Blue-Band aus hochkarätigen amerikanischen und chinesischen Musikern und Musikerinnen. Darunter Joe Lovano- & Nils Landgren-Kollaborateur Huang Jianyi am Klavier, der George Benson-geprüfte Trommler Charles Foldesh, die international renommierte Sängerin Coco Zhao, die bereits im Duett mit Betty Carter und Udo Lindenberg zu hören war, und Lawrence Ku (Joe Lovano, Gitarre).

Jens Bunge selbst blickt auf erfolgreiche Zusammenschlüsse mit Anke Helfrich, Ack Van Royen, Art Farmer, Bill Ramsey, Peter Herbolzheimer und Barbara Dennerlein zurück. In den höchsten Tönen schwärmt sein erklärtes Vorbild, Toots Thielemans, von seinem "vollen Ton, seiner Technik und Musikalität", und auch das Jazz Podium schreibt begeistert: "Er bläst die Mundharmonika mit der Rasanz eines Bebop-Saxophonisten und dem vollen Ton der großen Balladenmeister."

Das Licht der Welt erblickt Bunge am 24. September 1963. Zur Schnuffelrutsch, wie wir in Baden die Mundharmonika liebevoll nennen, kommt er über die Aufnahmen von Toots Thielemans, die auch seine Vorliebe für Jazz prägen.

Seine musikalische Karriere beginnt der ordinierte evangelische Pfarrer und Religionslehrer, der bis heute in Mannheim seelsorgerisch tätig ist, in den 80ern während seines Studiums. 20 Jahre später zählt er weltweit zu den wenigen renommierten Schnuffelrutsch-Instrumentalisten und bespielt große Festivals in New York, Chicago, San Francisco, Montreal, Honolulu, Rio de Janeiro, Sydney, Singapur, Hongkong, Bangkok und Kapstadt.

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