Porträt

laut.de-Biographie

Jeff Healey Band

1966 erblickt klein Jeff in Kanada die Welt um nach nur einem Jahr durch ein Krebsleiden das Augenlicht zu verlieren. Es ist vielleicht schon etwas abgedroschen, seine Blindheit zu erwähnen, aber gerade dies, und die Art und Weise, wie er Gitarre spielt, hebt ihn aus dem Gros der Bluesrock-Gitarristen hervor. Jeff steht beim Spielen eigentlich nur auf, wenn er sich mal wieder den sprichwörtlichen Wolf spielt, ansonsten liegt sein Instrument vor ihm auf den Knien und ermöglicht ihm so, Töne zu spielen, die nur schwerlich auf konventionelle Art erzeugt werden können.

Zum ersten Mal mit den sechs Saiten in Berührung kommt Jeff im Alter von drei Jahren, schon mit sechs tritt er öffentlich auf. Das Wunderkind spielt in den frühen Teenagertagen in verschiedenen Bands, bevor er 1985 zusammen mit Joe Rockman (Bass) und Tom Stephen am Schlagzeug die Jeff Healey Band gründet. Im selben Jahr überredet ein Freund Albert Collins, Healey bei einem Konzert in Toronto auf die Bühne zu holen und zusammen ein wenig zu jammen. Schwer beeindruckt von dessen Performance lädt Collins Healey ein, zusammen mit ihm und Stevie Ray Vaughan live zu spielen. Healeys Fähigkeiten auf der Klampfe veranlassen den nicht gerade als Stümper bekannten Vaughan zur Aussage, der damals erst 19-Jährige revolutioniere das Gitarrenspiel.

Mit so viel Lob aus berufenem Munde kann man natürlich wuchern und im Anschluss an die Veröffentlichung von "See The Light" geht die Reise des Jeff Healey los, die ihn zusammen mit Acts wie ZZ Top, Ringo Starr, Bob Dylan, den Rolling Stones und Bonnie Raitt in die Welt hinaus führt.

Er spielt aber nicht nur selbst Platten ein, sondern gibt jungen Künstlern die Gelegenheit, auf seinem eigenen Label "Forte Records" Alben zu veröffentlichen. Amanda Marshall und Tuesday's Child sind seine bislang prominentesten Signings.

Inspiriert ist Healey trotz Lobdudelei nicht nur vom Gitarrenrock, sondern auch vom Jazz der 20er und 30er Jahre. Folgerichtig veröffentlicht er nach 2000 mit seinem Projekt Blues Wizards mehrere Jazz-Alben, auf denen er selbst nicht in die Saiten greift, sondern die Trompete schwingt. Denn neben der Gitarre hat sich Autodidakt Healey auch dieses Instrument gefügig gemacht.

Mehrere Jahre führt Healey seinen Club Healey's in Toronto, in dem er mit einer Rockband und seiner Jazzband Jeff Healey's Jazz Wizards auftritt. Von dort verschlägt es ihn mit den Wizards in die Innenstadt Torontos und er gründet "Jeff Healey's Roadhouse", das von Live-Auftritten lebt und Platz für 600 Musikbegeisterte bietet.

Jeff Healey kämpft zeitlebens mit dem Krebs, der ihm in jungen Jahren bereits das Augenlicht nahm. Die Erkrankung ist so schwerwiegend, dass er im Alter von nur 41 Jahren sein Leben an sie verliert. Anfang März 2008 verstirbt der Gitarrist, Trompeter und Sänger in seiner Heimatstadt Toronto im Kreis seiner Familie. Sein Tod trifft sein Umfeld trotz seines langjährigen Leidens unvorbereitet.

Nur drei Wochen nach Jeff Healeys Tod, im März 2008, wird sein letztes Blues-Rock-Album "Mess Of Blues" nach achtjähriger Pause bei dem deutschen Label Ruf Records veröffentlicht.

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