Porträt

laut.de-Biographie

Jan Jelinek

In Darmstadt aufgewachsen, spielt Musik und insbesondere Soul à la Motown, Marvin Gaye oder Stevie Wonder seit der Kindheit eine große Rolle im Leben von Jan Jelinek. Auch Dub von Lee Perry und Funk haben eine tragende Rolle in seiner musikalischen Sozialisation. Wie viele andere Musikbegeisterte sammelt er Platten. Bereits in jungen Jahren experimentiert er mit Synthesizer und Drumcomputer. Ursprünglich durch House zur elektronischen Musik gekommen, ist Jelinek seit 1996 am Produzieren. Zum Teil wohl auch inspiriert durch seinen Freundes- und Bekanntenkreis aus Produzenten und DJs. Eine Zeit lang fließt die alte Liebe Soul sogar in ein Projekt ein, das Jelinek mit einem Bassisten und gelernten Jazzpianisten betreibt. Dabei bleibt es aber vorerst.

Ein an das Klang Elektronik-Label von Roman Flügel und Jörn Elling Wuttke, auch als Alter Ego bekannt, gesandtes Demotape ermöglicht ihm einen Plattenvertrag. Dort erscheint unter dem Pseudonym Farben eine Reihe von EP-Veröffentlichungen, die sich mit ihren elektronischen Soundlandschaften grob gesagt in einem Feld aus abstraktem House, Minimal-Techno, Funk und natürlich Soul bewegen. Später zusammengefasst auf der Compilation "Textar". Unter dem Alias Gramm folgen bei Move Ds Source Records in Heidelberg dann ruhigere, minimale Elektronikklänge. Das Berliner Label Scape veröffentlicht 2001 mit "Loop-Finding-Jazz-Records" das erste Jan Jelinek-Album mit einem leicht in die Irre führenden Titel. Denn das Ganze hat mit Jazz an sich allenfalls peripher zu tun. Die Platte enthält akustische Klänge auf der Basis von Samples und Loops aus dem weiten Fundus dieses Genres, zur Unkenntlichkeit verfremdet.

Nicht viel später wählen ihn die Leser der De:Bug zum besten Produzenten des Jahres 2002. Und wiederum ein Jahr darauf folgt "La Nouvelle Pauvreté", auf dem Jelinek sich mit eigenem Gesang zwischen Clicks und Cuts samt fiktiver Begleitung durch The Exposures an Bryan Ferry, Sun Ra und Stevie Wonder abarbeitet und Rockmusik zitiert. Den Referenzrahmen des nachfolgenden Albums "Kosmischer Pitch" bilden dagegen Krautrock und Wildpitch-House. Weder Stillstand noch Ausruhen auf den Lorbeeren im Hause Jelinek, vielmehr ständig unterwegs und beschäftigt als Produzent und DJ, Remixer und Musiker.

Mittlerweile lebt er in Berlin. Dort führt er sein G. Guillaume-Studio. Darüber hinaus arbeitet Jelinek zusammen mit verschiedenen Künsterln, darunter Sarah Morris, die japanische Improvisationsgruppe Trio Computer Soup, der Autor Thomas Meinecke (F.S.K.) sowie die Jazz-Formation Triosk aus Australien. Nachdem der Produzent mit den Jazzern 2004 in Down Under und Europa unterwegs war, planen die Musiker schon ihre nächste gemeinsame Tour für dieses Jahr.

In der freien Zeit, die ihm bleibt, legt Jelinek mit seinem Laptop unter dem Alias Farben Auftritte in Clubs hin. Für die Live-Umsetzung seines Albums "Kosmischer Pitch" holt er sich die Musiker Andrew Pekler, auch bekannt unter dem Pseudonym Sad Rockets, und Hanno Leichtmann (Schlagzeug) ins Boot. Man darf gespannt sein.

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