Porträt

laut.de-Biographie

Jagwar Ma

Warum manche Bands nicht zuerst in ihrer Heimat, sondern etliche zehntausend Meilen entfernt den großen Durchbruch schaffen, gehört zu den ewigen Rätseln im Pop. Auch Jagwar Ma können davon ein Lied singen. Bandgründer und Namensgeber Jono Ma (Gitarre, Produktion), Gabriel Winterfield (Songwriting, Gesang) und Jack Freeman (Bass, Keys) kennt nämlich in ihrer australischen Heimat kaum jemand, als ihr Debüt "Howlin" im Sommer 2013 auf den britischen Inseln einschlägt wie eine Bombe.

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Winterfield hat dafür seine eigene Erklärung: "The UK just gets it." Die Briten kapieren es also. Schlüssig, wenn man sich einmal die Klänge des Trios zu Gemüte führt. Einige reden von Madchester, von den Stone Roses oder einer Prise Tame Impala-Psychedelic. Auf jeden Fall steckt da eine ganze Menge Beach Boys drin. Kein Wunder, dass die Insel auf "Howlin" so abfährt, schmücken sich Jagwar Ma doch mit den Überbleibseln der Blütezeit britischer Musik. Die Folge: Die Festivalbooker lecken sich nach ihnen die Finger, die Jungs bespielen neben dem T In The Park auch das Glastonbury.

Doch woher nehmen die Mittzwanziger die frischen Vibes? Sänger Winterfield hat auch darauf eine Antwort. Es liege in der Art und Weise, wie die Band zusammengefunden hat. Ursprünglich suchte Winterfield einen Produzenten, der seinen vom 60er-Rock inspirierten Songs den letzten Schliff verpassen sollte, und fand ihn in Jono Ma, mit dem er schon beim Kraut-Kollektiv F.L.R.L. auf der Bühne gestanden hatte.

Der wiederum benötigte just zu dieser Zeit Vocals für seine eigenen elektronischen Tracks. "Also trafen wir eine Abmachung, dass er mein Zeug produziert und ich auf seinem singe", so Winterfield. Schließlich verbringen beide so viel Zeit mit den Songs des jeweils anderen, dass sie sich gegenseitig inspirieren. "Es fing an, sich wie ein und dieselbe Band anzuhören."

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Jagwar Ma erblicken im November 2011 offiziell das Licht der Welt. Das "Jagwar" rührt übrigens daher, dass ein Freund Winterfields ein Bild eines Jaguars auf der Straße findet. Er bringt es Winterfield, und dieser hält es für ein gutes Omen: "Eine eigenartige Sache." Den Rest des Namens bildet der Familienname von Gitarrist Jono. Bald darauf vervollständigt Bassist und Keyboarder Jack Freeman das Trio. Einige Songs entstehen, die Band tritt als Vorgruppe für dieFoals und The XX auf.

Spätestens als Noel Gallagher seine Fans in der April-Ausgabe des NME auffordert, Jagwar Ma zu hören, statt auf eine Oasis-Reunion zu hoffen, sind die Australier in aller Munde. Die Erfolgsgeschichte startet, und nach Platz 64 in den britischen Albumcharts steht bald auch Nummer 72 in der australischen Bestenliste zu Buche. Mit Sicherheit nur der Anfang der Baggy-Revolution.

Der erste Streich avanciert 2013 sofort zum Kritikerliebling. "Howlin'" ist eine Indie-Danceperle, die mit jedem Durchgang besser wird. Eine Kollage aus Baggy und zartem Vocal-Synthiepop verzaubert den Hörer. Eine ausgedehnte Welttournee ist die Folge.

Drei Jahre lassen sich die Australier Zeit für ihr nächstes Album. "Every Now And Then" entsteht zum Großteil auf einer Farm in Frankreich, danach produzierten sie die Drumparts in London und zur finalen Abmischung führt der Weg nach Tottenham. Der Sound der Platte wirkt sehr euphorisch mit Synthpop-Looks, psychedelischen Refrains und Experimenten am Bass.

Jagwar Ma sind und bleiben eine wilde Mixtur aus verschiedenen Genres, die sie unter dem Banner Psychedelica-Baggy-Dance vereinen. Experimentierfreude, eingängige Melodien und durchdachte Arrangements ergänzen das Profil der sympathischen Jungs aus Sydney.

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Jagwar Ma - Howlin: Album-Cover
  • Leserwertung: 4 Punkt
  • Redaktionswertung: 4 Punkte

2013 Howlin

Kritik von David Hutzel

Wächst mit jedem Tanzschritt. Und wächst. Und wächst. (0 Kommentare)

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