Porträt

laut.de-Biographie

Heisskalt

"Diese Band ist nicht wirklich anders, aber besser" – so beschreibt das Label Chimperator Department seinen ersten Schützling und hat dabei nur bedingt Recht. Klar, die Besetzung mit zwei Gitarren, Schlagzeug und Bass ist Rock-Standard, und der Zug mit den deutschen Texten fährt jetzt auch schon eine ganze Weile. Aber wenn man den Blick allein auf den Deutschrock richtet, sind Heisskalt nicht nur besser, sondern auch anders: Ausgetüftelte Gitarren, Hardcore-beeinflusste Härte-Ausbrüche, hochwertige Texte und emotionaler Sprechgesang ummanteln die poppigen Hooks und machen die vier Schwaben zu einer der interessantesten Bands des Genres.

Heisskalt - Vom Wissen Und Wollen
Heisskalt Vom Wissen Und Wollen
Stimmungsvoll, düster und ergreifend.
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Angefangen hat es – wie so oft – im Keller eines Vorstadt-Hauses, diesmal in Sindelfingen/Böblingen bei Stuttgart: Im Oktober 2010 proben Mathias Bloech, Marius Bornmann, Philipp Koch und Lucas Mayer zum ersten Mal zusammen. Die Jungs kennen sich aus der lokalen Musikszene, Frontmann Mathias und Schlagzeuger Marius waren zuvor bei On Top of the Avalanche, Gitarrist Philipp und Bassist Lucas bei Big Spin; beide Bands spielten brachialen Progressive-Post-Hardcore. Jetzt ändern die Schwaben den Stil, singen auf Deutsch und schreiben softere Songs, bewahren sich aber die rohe Grundstimmung und Attitüde ihrer alten Bands.

Im darauffolgenden Sommer spielen Heisskalt die ersten Konzerte im Raum Stuttgart. Die anschließend aufgenommene selbstbetitelte EP findet große Resonanz: "Die Reaktionen waren in der Anfangsphase schon überwältigend. Es war irgendwie relativ schnell klar, dass da vielleicht doch ein bisschen mehr gehen könnte als bei früheren Projekten", erinnert sich Philipp. Auch das erste Musikvideo zu "Bewegungsdrang" erscheint 2011.

Während die meisten Musiker dann irgendwo zwischen Jugendzentrum und leeren Kellerclubs steckenbleiben und sich schließlich auflösen, geht es bei Heisskalt immer weiter. Beim baden-württembergischen Bandcontest "Play Live" räumen sie 2012 den ersten Platz und einen Slot beim Southside-Festival ab. Sie unterschreiben ihren ersten Booking-Vertrag. Wenige Monate später hat die Band eine Mail vom Hip-Hop-Label Chimperator im virtuellen Postkasten: Dieses will eine Schwesterfirma für andere Musikrichtungen gründen und Heisskalt unter Vertrag nehmen. Die Jungs unterschreiben als erste Rockgruppe bei Chimperator Department. 2013 veröffentlichen sie die EP "Mit Liebe Gebraut" und machen sich deutschlandweit einen Ruf als authentische und energetische Live-Band, unter anderem im Vorprogramm von Jennifer Rostock und auf dem Southside/Hurricane-Festival.

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Heisskalt "Schubladen sind praktisch!"
Über konservativen Deutschrock, Konzertabbrüche und missverstandene Wortspiele.

Das Debütalbum "Vom Stehen und Fallen" erscheint im März 2014. Die Band scheint nun komplett zu sich gefunden zu haben. Düstere Gitarren wechseln sich ab mit euphorischen Momenten, ruhige und stimmungsvolle Parts münden in brachialen Ausbrüchen. Den auf der EP noch präsenten elektronischen Schnick-Schnack werfen Heisskalt über Bord und spielen die elf Songs stattdessen allesamt live ein. "Wir wollten den Zuhörern alles von unserer Energie geben. Energie, die einfach daher kommt, dass vier Typen ihre Musik machen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger", erzählt Gitarrist Philipp. Die Formel geht auf: "Vom Stehen Und Fallen" steigt auf Platz 29 der deutschen Album-Charts ein.

Der Nachfolger "Vom Wissen und Wollen" steht an im Juni 2016. Über die erste Single-Auskopplung "Euphoria" sagt Mathias: "Aus dem Song spricht eine gehörige Portion Wahnsinn, die mir gefällt. In den Nächten, von denen ich in diesem Song singe, suche ich nach Kontrollverlust, Dysfunktionalität, Einsamkeit, Funkstille und nach irgendeiner Art Direktheit und Unvernunft, die meiner Wahrnehmung nach im direkten Gegensatz dazu stehen, mit allem haushalten zu wollen: mit unserer Aufmerksamkeit, unserem Körper, unseren Beziehungen, unserer Liebe, unserem Geld."

Interviews

Alben

Termine

Di 12.12.2017 Köln (Gebäude 9)
Mi 13.12.2017 Hamburg (Mojo Club)
Do 14.12.2017 Dresden (Beatpol)
Sa 16.12.2017 Stuttgart (LKA Longhorn)

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