Porträt

laut.de-Biographie

Haystak

Es ist eine Schande, dass man heutzutage noch von weiß oder schwarz spricht, wenn man damit Menschen meint, die sich einzig und allein in der Hautfarbe unterscheiden. Auch im Hip Hop ist dieses Rassendenken (nicht rassistisches Denken) leider oft vorhanden. So müssen sich die Brothers Keepers doch tatsächlich rechtfertigen, warum bei ihnen nur farbige Deutsche mitrappen. Und in den USA ist es immer noch ein handfester Skandal, wenn ein Weißer am Mic erfolgreich ist.

Wie viele weiße Rapper gibt es denn in der amerikanischen Hip Hop-Szene? Bestimmt nicht wenige. Wie viele davon sind über die Vorstadt bzw. Ghetto-Grenzen hinaus bekannt? Bestimmt nicht viele. Wie viele von diesen wenigen Rappern müssen sich ihre Stellung innerhalb der Community hart erarbeiten? Bestimmt fast alle, würde man meinen, siehe Eminem.

Doch jetzt tritt ein Mann ans Tageslicht des internationalen Rapgames, der sich jenen Respekt nicht lange erarbeiten muss, sondern ihn von Haus aus mitbringt. Über zwei Meter groß und mit dem Aussehen eines Südstaatenrednecks ausgestattet, ist Haystak schon rein körperlich eine massive Präsenz. Nach diversen Erfahrungen im Knast und auf der Straße macht ihm dazu keiner ein X für U vor. Und auch am Mic ist der 25-jährige Haystak eine Größe und würde so manchen rappenden Ghettothug aus NY lyrisch zerlegen.

Doch wie kommt Haystak zum Rappen, und woher zieht er seine Lebensweisheiten? Als Haystak in Tennessee geboren wird, ist seine Mutter 17 Jahre und sein Vater immerhin ganze 18 Jahre alt. So wächst er logischerweise bei seinen Großeltern in geordneten Verhältnisse auf. Trotzdem erwischt ihn die Staatsgewalt mit 15 beim Koks dealen. Als Strafe bekommt er eine zweijährige Freiheitsstrafe aufgebrummt. Glück im Unglück möchte man sagen, denn der Knast stählt als Rapper. "Der Knast hat mir die Kraft gegeben, mich mit Rappern aus Memphis, Chattannooga, Knoxville und New York zu messen. Ich wurde ein wahrhaft kampferprobter Reimeklopfer." In Verbindung mit seiner Statur ist das eine wahrhaft tödliche Verbindung.

1998 veröffentlicht er als sein anderes Ego Mack Million sein gleichnamiges Debut. Doch noch geht es in der Masse der neuen Platten etwas unter. Das soll sich zur Jahrtausendwende ändern, denn mit Koch Records findet Haystak ein Majorlabel, dass eine Hip Hop-Großoffensive plant. Und so findet sich Haystak bald in illustrer Runde mit den Emcees wie Rza, Krs-One und Afu-Ra wieder. Diese Drei verkörpern wichtige Aspekte des Hip Hop, und so passt auch Haystak mit seinem einzigartigen Style sehr gut zu diesem Quartett. Den ersten Schritt hat er mit seinem neuen Album "Haystak" bereits getan. Die Scheibe erhält überall gute Kritiken.

Alben

Haystak - Haystak: Album-Cover
  • Leserwertung: Punkt
  • Redaktionswertung: 4 Punkte

2001 Haystak

Kritik von Stefan Johannesberg

Die Mixtur aus G-Funk und Dirty South bounct wie Arsch. (0 Kommentare)

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