Porträt

laut.de-Biographie

Harald "Sack" Ziegler

Es gibt Menschen, die sich ohne fremde Hilfe auf die Showbühne wagen und denen alleine dafür schon mächtiger Applaus gebührt. Ohne Bandmitglieder unterwegs zu sein, birgt natürlich auch Vorteile. Mehr Bier, mehr Platz im Tourbus und keine unangenehmen Furz- und Schnarchlaute in der Nachbarskoje. Und dann schreitet man frisch und vergnügt on stage und sorgt einen ganzen Abend lang für gute Stimmung. Musikalische One Man-Unterhaltungsraketen durchleben meist alle Farben der Musikgeschichte. Ein kunterbunter Kessel von Pop über Trash, Lo-Fi und Rock bis hin zu Spielzeug-Country. Harald "Sack" Ziegler ist so ein Allround-Künstler, ein Titan der deutschen Wohnzimmermusik. Seine Musik ist ein extravaganter Ohrenschmaus und der Urheber gilt vielerorts als das einzig wahre kölsche Kulturerbe.

Harald kommt 1961 in Berlin zur Welt. Sein Musikstudium, Schwerpunkt French Horn, beendet er in Frankfurt und lebt seit 1986 im schönen Rheinland. In Köln fühlt er sich pudelwohl und arbeitet bei verschiedenen TV- und Radiostationen. Anfang der 80er Jahre gehört Harald der sogenannten Kassettenszene an. Diese spezielle Kunst besteht darin, alles aufzunehmen, was man in seinen eigenen vier Wänden, oder auch bei Freunden findet und was man sonstwie soundtechnisch umsetzen kann. Neben vielseitiger Stimmbegabung zählt die Beherrschung gängiger Instrumente zu den Anforderungen, neben Gitarre und Orgel gesellen sich aber vor allem ungewöhnliche Gerätschaften hinzu.

Sehr beliebt ist auch das Waldhorn, verschiedene Kinderspielzeuge wie zum Beispiel eine Barbiepuppe oder ein wasserspuckender Badezimmerwal und sonstige nützliche Haushaltsgegenstände. Das Ergebnis sind meist skurrile, eigenartige, trashige Kompositionen, gespickt mit (wahn)sinnigen Titeln, schlichten Texten und zauberhaften Popmelodien. Humorvoller Klamauk und ernste Attitüden mit erhöhtem Niedlichkeitsfaktor. Haralds Hitliste liest sich zum Beispiel so: "Entartete Musik von Sack" (erste Veröffentlichung überhaupt), "Die Sackparade", "Zehn Meter Langes Regal Kippte Um", "Das Köln", "Taschentuchwalzer", "Barbie Hymne", "Eis Trompete", "Lied der Königin" (Die Dudelsackkönigin wird hier impulsiv im Falsett besungen, zu hören auch auf seiner MySpace-Seite) und "Frösche, Die Auf Der Straße Kleben".

Kurz: Alltagssituationen, die jeder durch- und mit Harald wiedererlebt. Vergnügt singt er über Oma, Hund und den Liebling aller Kinder, die wunderschöne Barbie, Margeriten, die an Spiegeleier erinnern, getoastete Pyjamas und gebügelten Toast. Wirrungen zeigt er auch in den beliebten Hin & Her-Stücken: Er rappt locker zwischen zwei Stücken hin und her. Das Ergebnis ist auf einem Longlongplayer (sagenhafte 32 Stücke!!!) aus dem Jahre 1995 zu hören und nennt sich "Brick". Als erstes offizielles Debüt gilt "Sack Heil" von 1990. Zahlreiche Veröffentlichungen auf Kassette, Vinyl und CD folgen. Die Sack'sche Musik ist aber kaum in eine Schublade zu stecken. Geht man anfangs davon aus, einem melodischen Popsong zu begegnen, rastet dieser im nächsten Moment völlig aus und lärmt ins aufgeweckte Ohr. Wilde Trashrocker vereinen sich mit Harmonie und kindlichem Gesang.

Seit 1987 ständig auf Konzertreisen unterwegs, beglückt der sympathische Einzelgänger noch immer seine Fans und findet überall neue Freunde. Egal ob als rockender Grunge-Punk Rock'n'Roller oder als verträumter Melancholie-Barde, zufriedene Gesichter sieht man nach jeder Sack-Performance. Vergleiche mit den erhabenen Residents wurden auch schon gehört. Bei seinen Balladen, die er gefühlvoll mit Akustikgitarre begleitet, mutiert er allerdings eher zum Bob Dylan der Kölner Indieszene. Keine Frage: Wir brauchen mehr Harald "Sack" Zieglers auf diesem Erdball. Rock On, Harry!

Alben

  • Offizielle Seite

    Eine genaue Übersicht über seine zahlreichen Veröffentlichungen und regelmäßige Updates bezüglich Konzertreisen.

    http://www.haraldsackziegler.de
  • Harald Sack ziegler@MySpace

    Sack my Ziegler, it's MySpace!

    http://www.myspace.com/sackziegler

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