Porträt

laut.de-Biographie

Gustav

"Rettet die Wale und stürzt das System. Und trennt euren Müll, denn viel Mist ist nicht schön. Vergeudet eure Jugend und sagt nicht Neger und nicht Tschusch. Und seid ihr eures Lebens müde legt Hand an euch und macht Schluss. Bittet selten um Verzeihung und füttert Tauben im Park. Und lasst den Kindern ihre Meinung oder treibt sie früher ab. Und nehmt euch an den Händen und macht Liebe jeden Tag und rettet die Wale!"

Diese klugen, teils zynisch-wertvollen Textzeilen stammen aus dem Song "Rettet die Wale" des gleichnamigen Debütalbums von Gustav. Hinter diesem Namen verbirgt sich, nein, kein Mann, sondern eine bewundernswerte Frau namens Eva Jantschisch, der man schon nach dem ersten Hören sofort um den Hals fallen möchte.

Gustav vereint in ihrer Musik eine ganz persönliche Botschaft, die zunächst ein wenig kitschig wirkt, nicht zuletzt auf Grund des Covers und Albumtitels. Hinter der zarten, zerbrechlichen Stimme verbirgt sich aber auch die wahre Revolte. Gustav nimmt die gesamte Gesellschaft und die damit verbundenen politischen und sozialen Zusammenhänge in die Mangel. Mit einer scheinbar naiven Denkweise, die selbstbewusster und kritischer nicht sein kann.

Eva Jantschitsch kommt aus Österreich und wächst in einer musikalischen Familie auf. Ihre Schwestern spielen Klavier. Eva entscheidet sich für die Geige, obwohl ihr die Harfe mehr am Herzen liegt. Das Streichinstrument macht ihr schwer zu schaffen. Es dauert zu lange, bis der richtige Ton erklingt. Ihre Rache gegenüber hört man später auf ihrem Debütalbum, wo sie einfach den Computer die Geige spielen lässt.

Ihre weiteren musikalischen Erfahrungen sammelt sie zunächst als Keyboarderin und Sängerin in den Formationen Metrosau und Motorsau. Sie studiert visuelle Kunst und beschäftigt sich viel mit Performance, Webprojekten und der Videokunst. 2002 konzentriert sie sich auf ihre Soloarbeit und möchte nicht länger nur die Tasten des Keyboards bedienen und das Bild Frau in Elektronik = Sängerin weiter verkörpern.

Sie möchte ihr eigener Laptop-Pilot sein. Learning By Doing heißt also die Devise, sie macht sich deshalb mit Audiosoftware vertraut. Darüber hinaus lernt sie nette Menschen kennen, die ein Studio besitzen. Jantschisch verarbeitet ernste Themen mit einer guten Portion Humor und lässt neben den Worten die Musik für sich alleine sprechen. Dabei jongliert sie mit verschiedenen Sprachen, ob deutsch, englisch oder französisch.

Bei ihr herrscht keine Regel. Die satirische Lyrik verpackt sie mit Elektronik-Samples, experimentellen Akustiksounds und lebendigen Poparrangements. Eva spielt verschiedene Instrumente ein, komponiert, produziert und gestaltet auch das Artwork. Doch vor allem protestiert sie; mal zynisch-sauer, dann wieder traurig-süß.

Der Wirbel um die Person Gustav wird der Künstlerin aber mitunter selbst zu viel. Nach dem die Wienerin 2005 mit dem Amadeus Award (Preis der österreichischen Musikindustrie) ausgezeichnet wird, zieht sie sich aus der Öffentlichkeit vorläufig zurück und widmet sich verschiedenen Auftragsarbeiten und diversen Nebenprojekten.

Eva arbeitet am Theater, komponiert Filmmusik und beschäftigt sich mit anderen Medien, um ihre Weltansicht aus- und zu verarbeiten. Gegen Politiker, Regeln, Strukturen und Chauvinismus wettert sie nicht nur in ihren Liedern, sondern veröffentlicht gemeinsam mit zwei anderen Damen das Grrrl-Magazin cuntstunt. Live performt die Wienerin mit dem Gitarristen Oliver Stotz (Fender) und Elise Mory (Bösendorfer) als Gustav & Band.

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