Porträt

laut.de-Biographie

Goldie

"My life's a fucking drama, it really is. It's a comedy and a tragedy at the same time - but it's a great play" äußerte sich Goldie vor Jahren einmal in einem Interview mit dem englischen Mixmag. Eine wahrlich zutreffende Beschreibung. Der "Pate des Drum'n'Bass" kommt mit Namen Clifford Price Mitte der sechziger Jahre in Wolverhampton zur Welt als Sohn einer Schottin und eines Jamaikaners. Goldie wächst unter schwierigen Bedingungen in Walsall in den englischen Midlands auf. Sein Vater verschwindet, die Mutter hat Probleme mit ihrem Kind. Er kommt bei Pflegeeltern unter und wird auch in unterschiedliche Besserungsanstalten gesteckt.

Später fängt Goldie mit Sprayen an, ist mit Rastafaris unterwegs, lässt sich Dreadlocks wachsen und hört auf den Namen Goldylocks. Die Dreads sind allerdings schnell wieder ab, als er Anschluss an die B-Boy Community findet. Gleichermaßen als Grafitti Künstler, Breakdancer und Fußball Hooligan lebt Goldie die Hip Hop Culture. Neben der Bristoler Wild Bunch Crew, mit einem gewissen 3D als Mitglied, gehört Goldie zu den besten Sprayern des Vereinigten Königreichs. Ein anderer Grafitti Künstler, der New Yorker Brim, kommt Mitte der achtziger Jahre nach England, um in Bristol einen Teil seiner Doku "Bombing" über das Sprayen zu filmen. Mit dabei auch Africa Bambataa.

Goldie zieht 1986 nach New York, dort nimmt ihn die TAT Graffiti Crew auf. Goldie der B-Boy lebt den Hip Hop jetzt wirklich und in vollen Zügen. Die nächste Station in Goldies bewegtem Leben heißt Miami in Florida, wo von dunklen Geschäften jenseits der Legalität die Rede ist. Ende der neunziger Jahre kehrt er wieder zurück nach England. Dort ist die Rave Pillen Hardcore Szene aus dem Boden geschossen. Goldie hängt mit 3D in den Clubs im Londoner Westend ab. Kemistry, seine damalige Freundin führt ihn ins "Rage" ein, einen berühmt berüchtigten Club, in dem die Szene verkehrt. Dort läuft u.a. Detroit Techno und Hardcore, aufgelegt von den DJs Grooverider und Fabio.

Goldie zeigt sich äußerst beeindruckt vom Breakbeat Hardcore Sound. Bei Reinforced (4Hero), für die er zuvor schon Plattenartworks erstellte, bringt er 1992 seine erste Produktion, die "Kellermuffin" EP heraus. 1993 erblickt "Terminator" unter dem Pseudonym Metalheadz das Licht der Plattenwelt. Ein, wenn nicht sogar der Track, der Jungle ins Rollen bzw. maßgeblich beeinflussen sollte. Pete Tongs Label ffrr/London Records nimmt Goldie 1994 für die angebliche Summe von 200.000 Pfund unter Vertrag und im selben Jahr gründet er die Metalheadz Posse, die Goldie als eine Art Ersatzfamilie betrachtet. Seine Jungs, wie er sie nennt, - Photek, Adam F, Peshay oder Alex Reece, mit dem Goldie sich später heftigst zerstritt - profitieren vom einsetzenden Ruhm des Paten, dessen "Timeless" Album 1995 in der Musikwelt nachhaltigen Eindruck hinterlässt. Breakbeat oder Drum'n'Bass, wie es später genannt wurde, ist auf einen Schlag mächtig hip, das next big thing und die englischen Musikgazetten haben einen neuen Hype, der sich jedoch schnell wieder legt.

"Saturnz Returnz", Nachfolger von "Timeless", nimmt recht deutlich Bezug auf Goldies Leben. Ein Selbstmordversuch ("Letter of Fate") und der einstündige Mammutepos "Mother", in dem er sich mit dem Verhältnis zu seiner Mutter auseinandersetzt, sprechen Bände. Trotz Gästen wie Björk und Noel Gallagher kann Goldie es nicht verhindern, dass seine zweite Platte kommerziell floppt. Abgesehen davon zählt für Goldie ohnehin nur die Meinung seiner Freunde und Kollegen. Wie der Hype sich legt, so wird es auch langsam ruhiger um Goldie, dem Drum'n'Bass in seiner heutigen Form einiges zu verdanken hat. Anfang 2001 kündigen London Records ihm den Vertrag. Aber Goldie, das Kämpferherz gibt nicht auf, belebt Metalheadz wieder mit neuen Kräften und veröffentlicht die Goldie.co.uk Compilation. Diese will er als Statement verstanden wissen, dass Drum'n'Bass, trotz gegenteiliger Meinungen noch lange nicht tot ist.

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