Porträt

laut.de-Biographie

Frogg

Bei dem Erfolg, den die Dancehall Caballeros konstant einfahren, scheint es um so verwunderlicher, woher die Mitglieder von Seeed Zeit und Energie für zahllose Soloprojekte nehmen. Nicht nur die Herren MCs sind allein unterwegs. Auch Moritz 'Mo' Delgado kocht sein eigenes Süppchen.

Er bedient das Saxofon keineswegs nur in den Reihen der Music Monks, sondern mischt bei verschiedenen anderen Projekten mit. Zudem organisiert er im Acud in Berlin wöchentliche Jam-Sessions: Wer will, darf spielen. Die Resultate gestalten sich - naturgemäß - durchwachsen.

Im Sommer 2000, Seeed stecken noch in ihren Anfängen, geht im Acud eine musikalische Sonne auf: Sängerin Louise Mills entert die Bühne. Geboren in Leeds lebt sie schon seit Jahren in London, hat die Metropole aber mittlerweile satt. Ausgedehnte Umwege führen sie über Südafrika und Ägypten in die deutsche Hauptstadt.

Schon mit acht Jahren komponiert Louise erste Songs und gibt sie mit Gitarre zum Besten. Später bastelt sie elektronische Musik und beteiligt sich am Tanztheater-Projekt The Shout.

Ihrer Hautfarbe zum Trotz möchte sie sich keinesfalls in die ihr zu enge Soul/R'n'B- oder Hip Hop-Schublade pressen lassen. Sie reizt vor allem die Freiheit der Berliner Session-Reihe. Zudem stimmt die Chemie zwischen ihr und Mo.

Es keimt der Wunsch nach verlässlicheren Strukturen - das Projekt Frogg ist geboren. 2001 stößt DJ Luke 4000 dazu. Er soll später auch bei Seeed die Platten drehen.

Mit zahlreichen Unterbrechungen - die vielen unterschiedlichen Aktivitäten der Mitglieder fordern ihren Tribut - machen sich Frogg ans Werk und präsentieren eine ganz eigene Form von Clubmusik. Dabei beteuert Mo: "Wir hatten kein Konzept, sondern sind einfach so reingerutscht. Ganz organisch."

Frogg debütieren auf dem Londoner Fertilizer Festival. Später treten sie im Vorprogramm - klar! - von Seeed auf oder wärmen die Bühnen für die alten Rap-Genossen von De La Soul vor.

Über die Jahre entstehen zahlreiche Aufnahmen, deren Perlen sie 2009 endlich auf ein Album bannen. "Blink Blink" demonstriert: Ein kreativer, innovativer Brückenschlag zwischen R'n'B, Hip Hop und Electronica ist möglich.

Man stehe noch ganz am Anfang, so Mo in einem Interview. "Wir können uns vorstellen, einen Schlagzeuger mit reinzunehmen. Dann könnte ich sofort Bass spielen, Mills spielt geil Gitarre und wir hätten eine Band. Aber dann sind wir nicht mehr so klein und flexibel."

Für Luke steht jedenfalls - so sollte es eigentlich immer sein - das Vergnügen im Vordergrund: "Für mich ist es ein Ausgleich zu allem extrem Professionellen, was wir mit Seeed machen. Der Spaßfaktor ist extrem hoch."

Alben

Frogg - Blink Blink: Album-Cover
  • Leserwertung: Punkt
  • Redaktionswertung: 4 Punkte

2009 Blink Blink

Kritik von Dani Fromm

R'n'B geht neue Wege - an Fettgehalt nur schwer zu überbieten. (0 Kommentare)

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