Porträt

laut.de-Biographie

Efterklang

Von den Lyrics bis zur Produktion - bei dieser Band ist die Musik zu 100 Prozent selbstgemacht, und zwar mit viel Liebe zum Detail. Die fünf skandinavischen Söhne von Efterklang können zurecht selbstbewusst sein.

Dieses Selbstbewusstsein dringt durch jede Pore ihrer Musik. Diese positioniert sich mittig zwischen Post-Rock und orchestralem Pop. Das bedeutet Rock mit einem Mehr an Instrumentalanteilen, Harmonie und Melodie verknüpft, das Ganze elektronisch abgemixt.

Bei Efterklang machen diese musikalischen Feinheiten das Konzept aus. Das beinhaltet experimentell alternative Musik, die von leisen Tönen und perfekter Stimmung lebt. Auch der Filmemacher Karim Ghahwagi gehört zur Entourage und begleitet die Band auf Konzerten mit Visuals.

Große Auftritte sind das Steckenpferd der melodischen Poprocker. Auf der Bühne und auf ihren Platten nehmen Efterklang gerne Orchestergröße an. Für das Debütalbum "Tripper" von 2004 holen sie sich über 30 Gastmusiker ins Boot, darunter ein Streich-Quartett, ein Bläser-Quintett und mehrere Chöre. Der Nachfolger "Parades" im Jahr 2007 steht dem in nichts nach.

Drei der fünf ständigen Mitglieder von Efterklang sind Casper Clausen, Mads Brauer und Rasmus Stolberg, die bereits ihre Kindheit miteinander verbrachten. Nachdem es sie nach Kopenhagen verschlägt, stoßen sie auf Rune Mølgaard und Thomas Husmer, die im Januar 2001 das Quintett komplettieren.

Der Musik verpflichtet, gründen sie ihr eigenes Label Rumraket, das zu The Leaf Label gehört. Rumraket vertritt beispielsweise Cacoy, Erik Levander, Slaraffenland und Taxi Taxi!.

Das Jahr 2009 markiert ein neues Kapitel in der Bandgeschichte. Efterklang verpflichten sich dem Label 4AD, um dort ihr neues Werk "Magic Chairs" zu produzieren, das Anfang des darauf folgenden Jahres veröffentlicht wird. In ihrer Heimat bleiben sie dennoch ihrem eigenen Label treu.

Weiterhin schrumpft die Anzahl der festen Mitglieder auf vier. Rune Mølgaard verabschiedet sich aus der Band. Auf ihrer Homepage schreiben Efterklang: "Er hat während der letzten Jahre eine zurückgezogenere Rolle eingenommen. Aber er bleibt in der Nähe und schreibt manchmal an Efterklang-Songs mit."

2010 kommt eine ungewöhnliche Kollaboration zustande: Efterklang sowie die achtköpfige Live-Band und der französische Regisseur Vincent Moon treffen sich auf einer Insel nahe der dänischen Küste. Ihr Vorhaben: Einen Film drehen, der die Länge des Albums "Magic Chairs" hat. Vier Tage lang performen Efterklang, ihre Kinder, Eltern und etwa 200 lokale Musiker die Songs aus dem Album. Schließlich feiert "An Island" 2011 weltweit Premiere.

Ein Jahr später steht auch schon das nächste Album in den Startlöchern: "Piramida". Gleichzeitig touren die Dänen durch weite Teile Europas, wie zum Beispiel Irland, Skandinavien, Großbritannien, Belgien, Deutschland und die Niederlande.

Dennoch wollen sich Efterklang nicht nur auf das Band-Dasein reduzieren lassen. "Uns ist es aber auch wichtig, dass die Leute merken, dass wir uns nicht ausschließlich als Band verstehen, da wir an den verschiedensten Projekten arbeiten, die man aber natürlich auch aufeinander abstimmen kann. So sind sie für den Entwicklungsprozess sehr wertvoll", so Casper Clausen.

Der nächste logische Schritt ist also, das Bandgefüge weiter aufzubrechen. Damit ist nicht der Abschied Thomas Husmers gemeint, sondern die Zusammenarbeit mit einem externen Komponisten: Karsten Fundal. Mit ihrem Landsmann, zusätzlich vier klassischen Sängern, je zwei Bratschen und Celli, einem Akkordeon, Percussion, Harmonium und Celeste realisieren Efterklang 2015 ihre Oper "Leaves – The Colour Of Falling". Ein Jahr später erscheint das Werk auch als Album. Im dazwischenliegenden Frühling erscheint außerdem das Debütalbum Liimas, einem Projekt, das die Efterklang-Mitglieder inzwischen gemeinsam mit Drummer Tatu Rönkkö gründen.

Musikalisch sind Efterklang also breiter aufgestellt als je zuvor, und das über die Grenzen der Band hinweg. Zu "Leaves – The Colour Of Falling" sagt Karsten Fundal Folgendes: "Wir wollten die Konventionen der Oper als Genre einreißen. Es geht um Verlust – Verlust von Identität, Liebe, Leben. Wir wollten das Gefühl vermitteln, das man bekommt, wenn man an einem schönen Herbsttag sieht, wie ein braunes Blatt vom Baum in den Garten fällt – dieser wunderschöne, wiegende Fall, der besagt: alles wird zugrunde gehen."

Alben

Efterklang - Piramida: Album-Cover
  • Leserwertung: 4 Punkt
  • Redaktionswertung: 2 Punkte

2012 Piramida

Kritik von Hardy Funk

Mystisch aufgeladener Indietronic ohne Tiefgang. (0 Kommentare)

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