Porträt

laut.de-Biographie

Eazy Escape

"Eazy" lief in seinem Leben wenig. Doch ewig auf der Flucht vor den eigenen Dämonen will er auch nicht bleiben. Sein Name, verrät seine Homepage, "bedeutet auf der einen Seite 'Flucht', aus der Langeweile, dem Alltag und den Sorgen". Er steht aber auch für die Zuflucht, die der Freiburger im Rap gefunden hat.

Eazy Escape entdeckt den Hip Hop um das Jahr 2004 für sich. Ein Schüleraustausch nach Seattle hat ihn auf den Geschmack gebracht. Kein Wunder, wenn man sich gerade zu dem Zeitpunkt an der Westküste aufhält, als man dort die angebliche Wiederauferstehung Tupac Shakurs bemunkelt.

Zurück in Deutschland versucht sich Eazy Escape selbst an Stift, Papier und am Mikrofon. Erste Texte entstehen auf Englisch, er wechselt aber schon bald ins Deutsche. Zusammen mit seinem Bruder bastelt er sich die nötigen Beats dazu. Von dürftiger Ausstattung lassen sich die beiden nicht bremsen: Ein altes Yamaha-Keyboard mit Diskettenlaufwerk und ein Kassettenrekorder leisten treue Dienste.

Es dauert bis 2006, bis Eazy Escape Tracks beisammen hat, die er auch einer kleinen Öffentlichkeit vorzustellen wagt. Rap bezeichnet er inzwischen als sein "ernst zu nehmendes Hobby".

Ausreichenden Halt bietet die Musik aber nicht: Mit dem Umzug in einen sozialen Brennpunkt kommen die Probleme. Ob Eazy Escapes Schwierigkeiten in Familie, Schule und im Freundeskreis seine psychische Erkrankung auslösen oder umgekehrt - schwer zu beurteilen.

"Es war keine leichte Zeit für mich", fasst er später lapidar zusammen. "Ich hab' eine Psychose bekommen, war manisch-depressiv, paranoid und schizophren, alles ging bergab. Ich hatte keine Perspektive mehr, hab' die Schule abgebrochen, meine Freunde verloren, alle haben mich für verrückt gehalten."

Mehrere Jahre ringt Eazy Escape mit seinen Wahnvorstellungen, bis sich die Nebel langsam wieder lichten. Hilfe findet er in Therapien, im Glauben - und im Rap. 2009 tritt er nach einem Freiwilligen sozialen Jahr in der Uniklinik in Freiburg eine Ausbildung zum Grafikdesigner an, die ihm sich bei der Verwirklichung seiner eigenen musikalischen Bestrebungen als hilfreich entpuppt: "Ich kann rappen, designen, Videos drehen und schneiden."

"Ab diesem Punkt habe ich mir geschworen, meine eventuelle Karriere in die eigenen Hände zu nehmen." Via MySpace schickt Eazy Escape 2010 das Demo "Fluchtweg" in die Welt, legt später die EP "Nur Ein Traum" nach. Er knüpft Kontakte zu JAW und den Snowgoons, mit denen sich eine fruchtbare Zusammenarbeit entspinnt.

Seine eigenen Erfahrungen mit anderen zu teilen, ist Eazy Escape ein Anliegen. Er gibt Workshops in einem Heim für schwererziehbare Jugendliche und beginnt, seine Erlebnisse in Buchform zu verarbeiten: "Meine Texte sind Verarbeitung und Therapie - und wollen gleichzeitig den Leuten etwas mit auf den Weg geben."

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