Porträt

laut.de-Biographie

Dusty Springfield

Sie hinterlassen stets nachhaltigen Eindruck, die Storys um Aufstieg, Fall und Wiedergeburt eines Stars. Besonders exemplarisch steht dafür das Leben einer der schillerndsten Soul- und Pop-Ikonen der legendären Swinging Sixties: Dusty Springfield.

Dusty Springfield - Dusty In Memphis Aktuelles Album
Dusty Springfield Dusty In Memphis
Die "White Queen Of Soul" riss Scheuklappen nieder.

Die Künstlerin kommt am 16. April 1939 im Londoner Hampstead als Mary Isobel Catherine Bernadette O'Brien zur Welt. Ihre familiären Wurzeln liegen in Irland.

Bereits als Jugendliche zählt sie Jazz und Soul zu ihren bevorzugten Musik-Genres. Sie vertieft sich in die Arbeiten von Cole Porter, Count Basie, Glenn Miller, Duke Ellington oder Peggy Lee. Nebenher übt sich das junge Mädchen im Gesang.

Nach Beendigung der Schule schließt sie sich 1958 mit dem Gesangsduo The Lana Sisters zusammen und feilt an ihrer Interpretationstechnik. Die drei erhalten neben öffentlichen Live-Konzerten auch die Gelegenheit zu TV-Auftritten. 1960 gründet Mary Isobel zusammen mit ihrem Bruder Dion und dem gemeinsamen Freund Richard Timothy Feild das Pop/Folk-Trio The Springfields.

Als Künstler-Vornamen wählen sie sich Dusty, Tim und Tom. Im US-amerikanischen Nashville entsteht das Album "Folk Songs From The Hills". Die Zusammenarbeit wirft in Großbritannien zwei erfolgreiche Single-Hits ab: "Silver Threads And Golden Needles" (1962) sowie "Island Of Dreams" (1963).

Das Team bleibt aber nur kurze Zeit bestehen, bereits im Oktober 1963 kommt es zur Trennung. Dusty arbeitet an einer Solo-Karriere. Im November ist ihr ein erster eigener Hitparaden-Erfolg beschieden. Die Single "I Only Want To Be With You" entert in Großbritannien Platz vier und in den amerikanischen Billboard-Charts Position zwölf. 1964 folgt das Album "A Girl Called Dusty" - und erweist sich auf Anhieb sowohl in Europa als auch in den Staaten als großer Erfolg.

Bis 1970 folgen sechs weitere Alben, auf denen sie ihren Status als ernstzunehmende weiße Soul-Interpretin festigt. In diesen Jahren ist sie gut im Geschäft, unter anderem nimmt sie 1967 für die James Bond-Parodie "Casino Royale" den Titelsong "The Look Of Love" aus der Feder des berühmten Burt Bacharach auf.

Einen besonderen künstlerischen Meilenstein bedeutet der 1968 veröffentlichte Longplayer "Dusty In Memphis", der die Sängerin auf der Höhe ihrer Kunst zeigt. Songs wie "Son Of A Preacher Man" oder das auch von Elvis interpretierte, 1966 entstandene "You Don't Have To Say You Love Me" bleiben untrennbar mit Dusty Springfield verbunden.

Privat sorgt Dusty für reichlich Klatsch-Futter. Für die sechziger Jahre unerhört bekennt sie sich zu Bisexualität, experimentiert mit Drogen und neigt immer mehr zu hohem Alkoholkonsum. Eine Schlägerei mit dem Jazz-Schlagzeuger Buddy Rich sorgt für Aufsehen. Innerlich immer labiler werdend, unternimmt Dusty einen Selbstmordversuch, wird aber gerettet. All das wirkt sich auf ihre Bühnenshows aus, die oft nicht mehr die Brillanz der frühen Jahre erreichen.

Mit persönlichen Problemen hadernd zieht sie sich Anfang der siebziger Jahre immer mehr zurück, siedelt nach Los Angeles über und veröffentlicht nur noch wenige Studio-Alben. Das 1971 eingespielte Werk "Faithful" bleibt unveröffentlicht, erst 1999 erscheinen auf der Wiederveröffentlichung von "Dusty In Memphis" als Bonus die meisten Tracks.

1972 und 1973 entstehen die Alben "See All Her Faces" und "Cameo", doch danach folgt erst 1978 mit "It Begins Again" ein weiteres Lebenszeichen. Die Longplayer der siebziger bis neunziger Jahre erweisen sich als qualitativ höchst unterschiedlich und erreichen längst nicht mehr die großen Erfolgs- und Verkaufszahlen der Mittsechziger.

Sie gilt als Star von gestern, bis die Pet Shop Boys ihr 1990 mit dem Album "Reputation" ein fulminantes Comeback ermöglichen. Die ausgekoppelte Single "In Private" wird zum weltweit verkauften Hit und macht Dusty einem jüngeren Publikum bekannt. Mit "A Very Fine Love" veröffentlicht sie 1995 ihr letztes Studioalbum.

Tragisch muten die Umstände ihres Todes an: künstlerisch inzwischen weltweit rehabilitiert und voll anerkannt, soll sie für ihre Verdienste am 2. März 1999 aus der Hand der Queen den Order Of The British Empire erhalten. Doch an diesem Tag verstirbt Dusty im britischen Oxfordshire an Brustkrebs. Die Musikwelt zeigt sich schockiert, nur zehn Tage später wird sie in Cleveland in Ohio in die ehrwürdige Rock'n'Roll Hall Of Fame aufgenommen.

Elton John macht in einer Gedenkrede keinen Hehl um seine persönlichen Ansichten, was Dusty Springfields Stellenwert im Showgeschäft angeht: "Ich denke, sie ist die großartigste weiße Sängerin, die es je gegeben hat."

Alben

Videos

Wherever Would I Be?
Roll Away
Son of a Preacher Man
Look of Love
  • Dusty Springfield ...

    ... in der Rock'n'Roll Hall Of Fame.

    http://rockhall.com/inductees/dusty-springfield

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