Porträt

laut.de-Biographie

Drob Dynamic

"Ich seh', wie mein Bezirk Tränen weint / Kreuzberg muss leider in den bösen Zeiten böse leiden, weil die Mieten in die Höhe steigen / Reiche Investoren, die hier Wohnungen sanieren und von den Zugezogenen fette Kohle kassieren." (aus "Wir Alle Sind Es Leid")

Gentrifizierungskritik erhält mit Drob Dynamic eine neue Stimme. Der gebürtige Kreuzberger, Jahrgang 1990, hat am eigenen Leib erfahren, was es bedeutet, wenn die eigene Familie die steigenden Mieten nicht mehr bezahlen und in andere Bezirke ziehen muss. Diese Erfahrung hat den Berliner Freestyle-Rapper politisiert - schließlich versteht Dynamic sich durch und durch als Zögling seiner Stadt.

Der MC jugoslawischer Abstammung entdeckt das Mic schon früh für sich. Mit elf Jahren stößt er zufällig auf einen Rap-Workshop in einem Hinterhof in Kreuzberg, dem Bezirk, in dem die Verdrängung alteingesessener Arbeiterfamilien und Kleinverdiener in der Hauptstadt am augenfälligsten ist.

Er findet Gefallen am Hip Hop und beginnt bereits als Zwölfjähriger, die Konkurrenz zu battlen. Es entsteht reger Kontakt mit den ebenfalls sozialkritischen wie lokalbezogenen Rappern der 36 Boys.

Kurz vor der Volljährigkeit gewinnt Drob 2008 seinen ersten Wettbewerb: Bei einer Call-in-TV-Show auf dem Musiksender VIVA setzt er sich als Dr. Rob durch.

Zu der Zeit gehört Drob Dynamic der Rapcrew BHV an. Mit harter Arbeit an den eigenen Skills sowie seinem sympathischen, bodenständigen Auftreten gelingt ihm einige Zeit später der Triumph beim Battlerap-Format Rap am Mittwoch.

Zu seinen Vorbildern rechnet Drob Kool Savas und Olli Banjo.

Von Anfang an bemüht er sich in den Lyrics um politisch aktivierende Botschaften. Der Kreuzberger rappt an gegen Gentrifizierung, ruft dazu auf, sein Leben in die Hand zu nehmen und wird damit 2013 folgerichtig Teilnehmer der gemeinnützigen Castingshow RAPutation.

Dort setzt sich Dynamic gegen 250 Mitbewerber durch und freut sich über den Gewinn: einen Track, für den Melbeatz exklusiv die Beats beisteuert. Auch auf den Nachwuchs-Rap-Wettbewerben beim Splash!-Festival hinterlässt der Berliner regelmäßig seine Marke auf den vordersten Plätzen.

Im Rahmen der 2013er-EP "SPECKtaKOOLer" bleibt Drob dem politischen Leitmotiv treu: Ansagen an die Bundeskanzlerin ("Liebe Angela") oder diskursive Treffen mit dem grünen Bundestagsabgeordneten Ströbele zum Thema Marihuana-Legalisierung sprechen eine eindeutige Sprache.

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