Porträt

laut.de-Biographie

Dolores O'Riordan

Dolores O'Riordan wurde als Sängerin, Songwriterin und kritisch beäugte Stimme der irischen Rockband The Cranberries bekannt. Nach deren vorläufigem Ende und einer fünjährigen Pause schart sie 2007 vier Musiker um sich: Steve und Denny Demarchi, Marco Mendoza und Graham Hopkins. Eine Solo-Platte schwebt ihr vor.

Dolores O'Riordan: Fans trauern um Cranberries-Sängerin
Dolores O'Riordan Fans trauern um Cranberries-Sängerin
Um sich von der irischen Rock-Ikone zu verabschieden, pilgerten ihre Anhänger zur Totenwache Dolores O'Riordans.
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Dolores Mary Eileen O'Riordan kommt am 6. September 1971 in Ballybricken in Irland zur Welt und ist das siebte und jüngste Kind einer armen Farmerfamilie. Sie wächst in schwierigen Familienverhältnissen auf. Ihre fünf älteren Brüder üben einen starken Einfluss auf sie aus. Lange Zeit denkt sie, Jungs hätten es generell einfacher im Leben. Deshalb beginnt Dolores, ihre Puppen zu verbrennen, Fußball zu spielen und trägt Jungsklamotten auf. Dennoch ist sie ein einsames Kind. Ihr bester Freund ist - neben ihrem Hund - ihr Großvater, dem sie später auch zwei Lieder widmet. In der Schule erregt sie die Gemüter aufgrund ihres burschikosen Auftretens, das so gar nicht dem eines gut und streng katholisch erzogenen Mädchens entspricht.

Mit zwölf schreibt sie erste Lieder, in der Schule lernt sie Klavierspielen und singt im Chor. Musik gibt ihr den Halt, nach dem sie so lange gesucht hat. Mit 17 lernt sie Gitarre und verliebt sich zum ersten Mal. Mike O'Mahony hat es ihr so sehr angetan, dass sie von zu Hause ausreißt und zu ihm zieht. Doch die Liebe hält nicht lange. Kurz darauf erzählt ihr eine Bekannte, dass ihr Freund gerade seine Band verlassen habe und diese nun einen Sänger brauche. Die Band heißt The Cranberries Saw Us.

Gegen den Willen ihrer Eltern, die auf einen Schulabschluss drängen, singt Dolores fortan in der Band, die später unter dem Namen The Cranberries die Charts erklimmen sollte. Schon das Debütalbum "Everybody Else Is Doing It, So Why Can’t We?" ist 1993 ein Achtungserfolg. Mit "No Need To Argue" geht ein Jahr später dann richtig die Post ab. Doch der Ruhm, den der weltweite Erfolg nach sich zieht, macht der Sängerin schwer zu schaffen. Sie leidet an Depressionen, wodurch auch die Welttournee zum 1996er Album "To The Faithful Departed" unterbrochen werden muss. Die Liebe zur Musik hält die Gruppe trotz dieser schwierigen Phasen zusammen. Erst 2003 entschließt das Quartett, The Cranberries ruhen zu lassen.

Dolores O'Riordan - No Baggage
Dolores O'Riordan No Baggage
Cranberries reloaded again, aber zu handzahm.
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Dolores nimmt sich zunächst eine lange Auszeit. "I want to do what I couldn't afford to myself for the last ten years", erklärt sie. Jedes Mal, wenn sie eine Pause machen wollte, sei sie schwanger oder magersüchtig gewesen. Nun fühle sie sich völlig erschöpft und brauche diese freie Zeit für sich. Die nimmt sie sich auch und bastelt fast vier Jahre lang an ihrem ersten Soloalbum "Are You Listening?". Bereits zwei Jahre später erscheint der Nachfolger "No Baggage".

Die Freundschaft zu ihren alten Kollegen hält jedoch an und so kommt es 2010 zur großen Reunion-Tournee. 2012 erscheint mit "Roses" dann sogar ein neues Studioalbum. "Mit den Cranberries zu spielen ist, wie wenn man das perfekte Paar Schuhe anzieht – es passt einfach", zeigt sich Dolores hörbar zufrieden mit sich und der Welt.

Doch das ist nur eine Facette ihrer Emotionswelt: In einem Interview mit dem Belfast Telegraph spricht sie 2014 erstmals darüber, in ihrer Kindheit von einem Freund der Familie sexuell missbraucht worden zu sein. Sie sei seither in Therapie und leide unter Selbsthass und Minderwertigkeitskomplexen, die ihre Anorexie zeitlebens befördert hätten, so O'Riordan. 2012 habe sie einen Suizidversuch unternommen.

Nach der Trennung von ihrem Ehemann, dem früheren Duran Duran-Tourmanager Don Burton, mit sie 20 Jahre verheiratet war und drei Kinder hat, arbeitet O'Riordan 2015 mit dem früheren The Smiths-Bassisten Andy Rourke und dem New Yorker Produzent Olé Koretsky zusammen. Unter dem Namen D.A.R.K. erscheint 2016 das Debütalbum "Science Agrees", eine Mischung aus 80er Jahre-Pop, Wave und Trip Hop. In den Texten verarbeitet die Irin ihre gescheiterte Ehe und Gefühle von Kontrollverlust.

Für das Cranberries-Album "Something Else" spielt sie mit ihren Kollegen 2017 eigene Evergreens wie "Zombie", "Linger" oder "Ode To My Family" in akustischer Form neu ein. Es ist das letzte musikalische Lebenszeichen der Band. Am 15. Januar 2018 stirbt Dolores O'Riordan völlig überraschend bei einem kurzen Studioaufenthalt in London im Alter von nur 46 Jahren.

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Live! Dolores O'Riordan mit den Cranberries auf dem Hurricane 2000

Dolores O'Riordan mit den Cranberries auf dem Hurricane 2000, Live! | © LAUT AG (Fotograf: ) Dolores O'Riordan mit den Cranberries auf dem Hurricane 2000, Live! | © LAUT AG (Fotograf: ) Dolores O'Riordan mit den Cranberries auf dem Hurricane 2000, Live! | © LAUT AG (Fotograf: ) Dolores O'Riordan mit den Cranberries auf dem Hurricane 2000, Live! | © LAUT AG (Fotograf: )

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