Porträt

laut.de-Biographie

Disaster Area

Über Disaster Area könnte man folgendes schreiben: "Die fünf Vollblutmusiker sind die kommenden Teenie-Idole, da sie über hohes technisches Niveau an ihren Instrumenten, goldene Kehlen und ein fantastisches choreographisches und akrobatisches Geschick verfügen. Zudem bewegen sie sich in einer Sparte, die in der bisherigen Geschichte der Musikvermarktung wenig genutzt wurde: sie spielen Skate-Punk-Rock." Da aber kaum ein Wort davon der Wahrheit entspricht, lassen wir das lieber sein.

Disaster Area ist die lauteste Band des Universums. Das sagen die Berliner nicht selbst, sondern kein anderer als Douglas Adams in seiner Buchreihe "Per Anhalter durch die Galaxis". Ob er damit tatsächlich von Naughty (voc), Scheune (g), Tom (g), Mad Marky III (b) und Frusti (dr) geredet hat, ist alles andere als gewiss, aber auch nicht wirklich wichtig. Douglas Adams betrachtet die Radieschen von unten, Disaster Area gibt's immer noch und das nun seit mehr als 20 Jahren.

Die ersten Gehversuche erfolgen schon Anfang der 80er, doch erst mit Naughtys Einstieg '85, nimmt die Sache formen an (wenn wir von der Split EP mit Die Schlimmen Finger absieht). Da der aber auch nicht alle Steine auf der Schleuder hat, fällt er ein paar Tage vor dem anberaumten Studiotermin vom Berg und prellt sich die Klöten und noch etwas mehr. Die anderen - zu dieser Zeit Scheune, Mad Marky III und Drummer Oli - wackeln trotzdem ins Studio und nehmen innerhalb von zwei Tagen zehn Songs auf. Kaum aus dem Krankenhaus raus, singt Naughty die Tracks ein und fertig ist "Die On Your Board".

Da es zu dieser Zeit noch einen recht hohen Bordstein in der Mitte Berlins gibt, der sich Mauer nennt, spielen sie hauptsächlich im Westen, aber auch hin und wieder im Osten der Republik. Zwei Jahre vergehen, bis sie einen Nachfolger produzieren. Auch dieser muss recht schnell eingetütet werden, da das Geld für einen ausgiebigen Studioaufenthalt fehlt. Fünf Tage müssen reichen, dass ist "Back From The Reservation" über Bonzen-Records zu beziehen.

Nachdem Oli bei einem Konzert bleibende Schäden im Trommelfell zurückbehält, bricht er seine Zelte ab und verschwindet in Richtung Australien. So müssen Disaster Area nicht nur einen zweiten Gitarristen (Norman) einlernen, sondern auch einen neuen Drummer (Frusti). "Cut The Line" ist der nächste Output, auf dem sie weiterhin ihren glorreichen Skate-Punk-Rock zelebrieren. Das Ox-Magazin spricht von "Germany's Skate Punk Band No.1" und die Badtown Boys nehmen sie mit auf Tour. Als hätten sie damit nicht schon genug Schaden angerichtet, folgt tatsächlich ebenfalls 1991, die Live-Scheibe "Impossible - Live".

Danach erliegt Norman endgültig dem Snowboard-Fieber und zischt ab in Richtung Schnee und Berge. Sein Nachfolger hört auf den Namen Domi und kann sein Instrument sogar richtig gut spielen, was den Rest vor Probleme stellt, denn nun müssen sie ja auch was leisten. Alles Jammern hilft nichts und zehn Jahren nach Gründung erscheint das nächste Studioalbum "Shred Ready". Passend zum Jubiläum, etwas später und nach einer Tour mit The Offspring, kommt die Single "Ten Years". Domi wandert '96 zu den Death Metallern von Orth ab und Disaster Area machen vorerst wieder zu viert weiter. Was dabei rauskommt, ist '96 zunächst auf der EP "Powder" zu hören, der '98 das Album "Slam Section" folgt.

Mit Noise Records haben sie endlich ein größeres Label im Rücken, das eine Tour mit CIA (Ex-Slime), ein paar Gigs mit Millencolin und diverse Shows bei Skate-Contests ermöglicht. Das Cover zu "Slam Section" zeigt übrigens alle Sportarten, die die Jungs selber recht erfolgreich ausüben. Da die 10-Jahresfete schon der Brüller war, muss natürlich auch eine zum 15-jährigen Jubiläum her. Dem Gig im Razzle Dazzle folgt eine Tour mit Gang Green und ein Gig auf dem Zillo '99.

Kurz darauf stößt mit Tom (Ex-Mr. Ed Jumps The Gun) wieder ein zweiter Gitarrist zum Line-Up und los geht's mit dem neuen Songwriting. Sie schreiben die Musik zu einem Wakeboard-Video und bringen 2002 die EP "Punk Rock Radio" über Musicflash raus. Mit der "Endlich Volljährig!! Die Party zum 18. Band-Geburtstag" lassen sie es im Columbia-Fritz kräftig krachen und stellen fröhlich mit dem Publikum den aktuellen Bierrekord auf.

Doch auch damit ist es nicht genug und 2005 strapazieren die fünf Berliner die Nerven sämtlicher Käuferschichten mit "Forever". 20 Jahre und kein Ende in Sicht ...

Alben

  • Disaster Area

    Jede Menge Schwurbel und auch Schwurf. Im Wechsel mit Schlork und Schlonz.

    http://www.disasterarea.de

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