Porträt

laut.de-Biographie

Di Grine Kuzine

Sie lassen sich nicht so gern in die Karten gucken. Biografien oder Portraits der Kuzine, wie Fans die Band liebevoll nennen, finden sich nirgends. Nichts soll ablenken von der Musik und dem künstlerischen Schaffen der umtriebigen Combo.

Di Grine Kuzine - Everybody's Child Aktuelles Album
Di Grine Kuzine Everybody's Child
Zwei blitzende Schekel in einem Haufen Katzengold.

Bereits seit 1993 tourt die Band mit ihrem damals noch sehr gewagten Konzept durch Europa. Sie benennt sich nach einem Klezmer-Klassiker aus dem Jahr 1921, "Di Grine Kuzine" von Abe Schwartz, dem berühmten Lied über ein russisch-jüdisches Einwanderermädchen im ärmlichen Migranten-Millieu der USA.

Und der Name ist Programm. Denn zu dieser Zeit ist die treibende Mischung aus osteuropäischen Elementen (vorwiegend Klezmer und bulgarischer Folk) und westeuropäischen Versatzstücken (Pop, Ska, Latin, Jazz, Schlager) noch ein exotischer Fremdling in der bundesdeutschen Musiklandschaft. "Eastern Roots - Western Beats!" So bringen es die Berliner lakonisch auf den Punkt.

Frontfrau und Aushängeschild ist die unübersehbare Alexandra Dimitroff an der Quwetschkommode und den Leadvocals. Als Markenzeichen nutzt sie ihre kräftige Alt-Stimme in bewusst leicht schräger Weise. Das Konzept geht auf.

Die frische Weltmusikmischung aus alt und neu mausert sich nicht nur im multikulturellen Berlin zum bunten Trend. Ganz Deutschland, aber auch die europäische Nachbarschaft von Spanien bis Russland erweist sich als musikalische Landkarte, die man landauf, landab bespielen kann.

Trotz einiger Besetzungswechsel bleibt die Truppe iher Linie kompositorisch treu. Spätestens seit dem 2010er-Album "Everybody's Child" gelten sie als Elder Statesmen der inzwischen beliebten Richtung. Doch die Popularität hat auch ihre Schattenseiten.

Neben dem Zuspruch zahlreicher Neufans, werden hie und da Unkenrufe alteingesessener Kuzine-Freunde vernehmbar, die eine all zu starke Hinwendung in seichte Gefilde und Konsensmusik monieren. Dem wachsenden Erfolg des Quintetts tut dies keinen Abbruch.

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