Porträt

laut.de-Biographie

Deine Jugend

Wie muss man sie sich vorstellen, die Jugend im 21. Jahrhundert? Eine Frage, bei der sich nicht mal Soziologen trauen, eine klare Antwort zu geben. Die Band Deine Jugend aus Mannheim hält der Jugend jedenfalls nicht den Spiegel vor die Nase.

Dafür klingt das Trio schlicht und ergreifend zu erwachsen, dennoch scheint man sich gut in den Strömungen aktueller Subkulturen auszukennen.

Jedenfalls basteln Deine Jugend, die sich im Sommer 2008 gründen, ziemlich viele Musik- und Lebensstile zusammen: Irgendwie so eine hippe Band für das Melt-Festival will man sein, Schnittstellen-Musik zwischen Punk und Electro. Aber auch etwas Mia-Mieze-Pop hat man im Programm, in anderen Zusammenhängen spricht man schon von der Audiolithisierung des Mainstreams. Das passt.

Schließlich funktioniert Deine Jugend ganz nach der Multi Tasking-Logik einer freilich gar nicht vorhandenen Generation Facebook. Noch wichtiger als die Songs mit ihren Rave-Beats und dazwischen geschnittenen, zuckersüßen Melodien ist die Ästhetik, der digitale Zeitgeist, der transportiert werden soll: Seht her, wir sind jung, attraktiv, modebewusst und total wasted. Gefühlig wie die Neon, versaut wie die Vice.

Kein Wunder, dass hinter Sängerin Laura Carbone eigentlich ursprünglich eine Fashion-Bloggerin steckt, die im Party-Video zu "Die Maske" in verschiedenen Outfits trinkt und feiert und knutscht. "Komm, wir nehmen uns das, was uns gefällt / morgen schon wird alles anders sein", singt sie. Es ist ein nicht gerade sehr originelles Plädoyer für eine hedonistische Konsumkultur, wie sie in ihrer Extremform auf den Straßen und in den Clubs Berlins ausgelebt wird.

Songs und Texte stammen dabei von Gitarrist Tim vom Produzententeam Bonassis & D. Havana, die auch schon mit Otto Von Shirach, Frauenarzt und Gigi D'Agostino zusammengearbeitet haben.
Mit der ersten EP "Deine Maske" bemühen sich Deine Jugend zweisprachig um den Spagat zwischen Mia, weiblichen Deichkind-Styles, etwas Crystal Castles-Unterkühlung und 90er-Gaga-Electro. Der Soziologe jedenfalls staunt und schreibt eifrig mit.

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