Porträt

laut.de-Biographie

Dark Sanctuary

Dass die von Keyboarder Arkdae und Sängerin Marquise Ermia gegründete Band Dark Sanctuary 2010 ausgerechnet durch Asi-Rapper Bushido einen enormen Popularitätsschub erhalten würde, hätte sich 1996 noch bestimmt niemand träumen lassen.

Tatsache ist aber, dass der Proll aus Berlin sich über die Jahre immer wieder ohne deren Wissen am musikalischen Fundus der Franzosen bedient, deren Songs und Melodien gesampelt und diese anschließend als seine eigenen ausgibt. Nach diesem Prinzip ist der Kerl zwar auch bei anderen Bands und Künstlern vorgegangen, doch gerade Dark Sanctuary mussten in dieser Beziehung besonders häufig herhalten. Der damit steigende Bekanntheitsgrad dürfte allerdings für die Franzosen einen faden Beigeschmack haben.

Immerhin haben Arkdae und Marquise Ermia die Band in der französischen Hauptstadt ins Leben gerufen, um eine Mischung aus Neoklassik und Gothic zu vertonen. Wie diese klingen soll, lassen sie bereits Anfang '97 hören, als sie die EP mit dem 20-minütigen Song "Funeral Cry" veröffentlichen. Darauf können sie ihre Ideen zwar umsetzen, für ihr offizielles Debüt wollen sie aber ein größeres Line-Up haben. So stoßen nach und nach Keyboarder Hylgaryss, Basser und Percussionist Sombre Cÿr und Violinistin Eliane zur Band.

In dieser Besetzung nehmen sie "Royaume Mélancolique" auf und spielen kurz danach auch ihr erstes Konzert. Einmal mehr erweitern sie ihr Line-Up und holen sich mit Marguerite eine weitere Violinistin dazu. Allerdings ist "De Lumière Et d'Obscurité" das letzte Album für Sängerin Marquise Ermia. Sie will ihr Studium beenden und kehrt Dark Sanctuary deshalb den Rücken.

Nach einiger Zeit des Suchens finden die Franzosen in Dame Pandora einen geeigneten Ersatz und nehmen in Deutschland im Klangschmiede Studio E "L'Etre Las-l'Envers Du Miroir" auf. Dort spielen sie ein Jahr später auch "Les Mémoires Blessées" und gehen mit der Scheibe erstmals in Europa auf ausgedehnte Tour.

Auch in den USA sind Dark Sanctuary 2005 mittlerweile angekommen, denn dort erscheint die Best-Of "Thoughts: 9 Years In The Sanctuary". Gab es zu Beginn der Karriere noch vereinzelte Songs in englischer Sprache, so konzentriert sich Dame Pandora ausschließlich auf das Französische.

Zumindest bis sie ebenfalls 2005 "Exaudi Vocem Meam - Part 1" aufnehmen. Für den Songs "Dein Kalter Stein" gewinnen sie Theodor Schwadorf von The Vision Bleak als Gastsänger. Mit Alexis haben sie mittlerweile auch einen Livedrummer dabei, der auf der Tour nach der Veröffentlichung von "Exaudi Vocem Meam – Part II" 2006 zum Einsatz kommt. Allerdings müssen sie im Anschluss daran den Verlust der beiden Violinistinnen Elaine und Marguerite verkraften.

Außerdem werden sie 2008 bereits darauf aufmerksam gemacht, dass ihre Songs von Bushido zweckentfremdet werden und verklagen den Rapper. Ihr selbstbetiteltes Album "Dark Sanctuary" erscheint Anfang 2009, kurz bevor die Band ankündigt, sich auf unbestimmte Zeit aufzulösen. Nach einem letzten Konzert in der St. Pancras Church in London (bei dem die Bänder für ein kommendes Livealbum mitlaufen) ist Schluss.

In den Fokus der Öffentlichkeit treten sie erst wieder im Frühjahr 2010, als das Landgericht Hamburg Bushido wegen Urheberrechtsverletzung verurteilt und ihn zwingt, zunächst einmal 63.000 € an Dark Sanctuary zu zahlen und unzählige CDs zurückzurufen und einzustampfen. Für die Band ist das allerdings nur bedingt ein Grund zur Freude ...

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