Porträt

laut.de-Biographie

Crystal Castles

Wie so oft, wenn es um Internet-Hypes geht, reihen sich bei Crystal Castles die vielfältigsten und verquersten Entstehungsmythen aneinander. Nichts Genaues weiß man nicht, nur, dass die Karriere des Torontoer Duos um Cheffrickler Ethan Kath (Progammierung) und die passionierte Schreihälsin Alice Glass (Gesang) mehr oder weniger zufällig ins Laufen kommt, als ein Studio-Übungs-Track der Band 2005 übers Web das Licht der Öffentlichkeit erblickt.

So zumindest lautet Ethan Kaths persönliche Schöpfungslegende. Ob man dieser Glauben schenken kann, bleibt jedoch eher fraglich, lässt sich der Elektro-Instrumentalist doch gerne mal in Interviews von einem Kumpel vertreten, der sich für ihn ausgibt. Aber vielleicht ist ja auch das nur ein obskurer Gag.

Bis dahin ist Kath angeblich Mitglied der Torontoer Heavy Metal-Combo Jakarta, über die man via Netz nichts Schlaues erfährt. Dafür stößt man auf die Metal/Thrash/Punk-Band Kill Cheerleader, in der Kath (alias Ethan Deth) zuvor am Bass spielt, und die Lemmy Kilmister im Playboy zur "greatest rock'n'roll band since Guns N' Roses" erklärt.

Doch irgendwann verabschiedet sich Kath vom Hairmetal bzw. Kill Cheerleader, setzt sich hinter seinen Rechner und findet ein neues Heim in elektronischen Gefilden.

Wie er Alice Glass - einst Frontfrau der Noise-Punk-Band Fetus Fatale - kennenlernt, ist eine ebenso dubiose Geschichte, die sich um das gemeinsame Ableisten von Sozialstunden dreht, aber viel zu konfus und lückenhaft ist, um hier wiedergegeben zu werden. Die Story zum Namen gerät dagegen aufschlussreicher.

Abgesehen vom Musik-Mix zwischen Atari-Tunes, Gesample, Kreischerei und vielem vielem mehr benennt sich das kanadische Duo nicht, wie gern behauptet, nach dem gleichnamigen Arcade-Spiel, sondern nach dem Heim des Actionfigur-Charakters She-Ra - dem weiblichen TV-Pendant zu He-Man.

Gemeinsam remixen Crystal Castles für Klaxons, Bloc Party, Uffie oder The Whip, spielen unzählige Gigs (Reading Festival, mit den Presets, The Teenagers und These New Puritans).

Jene Auftritte spalten wie wenige die Meinung der Besucher: Ist das jetzt prätentiöses Elektro-Gelärme, das der ohnehin schmalen Stimme von Alice keine Chance lässt, oder ist es entscheidender, dass Miss Glass sich auf der Bühne regelmäßig komplett selbst verliert, austickt und ausgiebig stagedivet? Ein Ereignis sind die Performances der Castles in jedem Fall.

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Crystal Castles - III: Album-Cover
  • Leserwertung: 3 Punkt
  • Redaktionswertung: 3 Punkte

2012 III

Kritik von Matthias Manthe

Geglättete Varianten des eigenen Back-Katalogs. (0 Kommentare)

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