Porträt

laut.de-Biographie

Clannad

"Es kommt einem so vor, als hätte es nie eine Zeit ohne Clannad gegeben", schreibt die irische Band 2013 im Booklet zu ihrem Album "Nádúr". In der Tat sind die Iren zu diesem Zeitpunkt seit über 40 Jahre aktiv und haben allen Grund, auf sich stolz zu sein, schließlich haben sie alle Höhen und Tiefen einer langen musikalischen Karriere durchgemacht.

1970 treten die Geschwister Moya (Gesang, Harfe), Ciarán (Kontrabass) und Pól Brennan (Flöte, Gitarre, Bongos) regelmäßig in der Kneipe ihre Vaters auf. Sie stammen aus dem Dorf Gweedore (auf Irisch Dobhair) in Donegal, der nördlichsten Region der irischen Republik. Der Name, den sie sich geben, setzt sich aus Clann As Dobhair zusammen und bedeutet 'Familie aus Gweedore'.

Donegal ist eine der wenigen Gegenden Irlands, in denen zu diesem Zeitpunkt noch Gälisch als Muttersprache verbreitet ist. Mit Texten in der vom Aussterben bedrohten Sprache gewinnen Clannad einen Wettbewerb und machen die Musikindustrie auf sich aufmerksam. Ihr erstes, selbstbetiteltes Album erscheint 1973. Die Lineup besteht neben den drei Geschwistern aus zwei Onkeln, den Zwillinge Noel (Gitarre, Gesang) und Padraig Duggan (Mandoline, Gesang).

Ende der 70er Jahre beginnt Clannads erfolgreichste Phase. Zu Traditionals gesellen sich eigene Lieder, die in Rock-Pop- und New-Age-Gefilde abwandern. Von 1979 bis 1981 gehört Schwester Eithne zur Lineup, die sich anschließend als Enya selbständig macht.

Kaum ist sie weg, nimmt die Band den Titelsong zur BBC-Serie "Harry's Game" auf, der es in die britischen Top 5 schafft und den größten kommerziellen Erfolg ihrer Karriere darstellt. Das dazugehörige Album "Magical Ring" hält sich sechs Monate lang in den Charts. Das Stück gefällt auch U2, die es mehrere Jahre lang am Ende ihrer Auftritte auf Band laufen lassen.

Mit "Macalla" (1985) nimmt Clannads Musik deutlich poppigere Formen an. "In A Lifetime", ein Duett Moya Brennans mit U2-Frontmann Bono, ist ein kleinerer Hit. Ohne Hauptsongschreiber Pól Brennan, der 1989 aussteigt, gehen die Verkaufszahlen deutlich zurück. 1997 gewinnt die Band mit "Landmarks" aber immerhin einen Grammy für das beste New Age-Album.

Es bleibt lange Zeit Clannads letztes Studioalbum. 2000 veröffentlicht Moya Brennan ihre Autobiographie "The Other Side Of The Rainbow" (auf Deutsch "Mein Irisches Leben"), in den folgenden Jahren setzt sie ihre Solokarriere fort, die 1992 mit dem Album "Máire. Misty Eyed Adventures" begonnen hatte.

2007 kommt die Original-Lineup von Clannad für ein Konzert in Glasgow wieder zusammen. Offenbar ein Neuanfang, denn in den folgenden Jahren geben sie immer wieder Konzerte, wenn auch vorerst ohne Pól, der erst 2011 offiziell wieder beitritt. 2013, pünktlich zum 40. Jubiläums ihres diskographischen Debüts, veröffentlicht die Familienbande mit "Nádúr" ihr 18. Studioalbum.

"Was heutzutage das Etikett 'Celtic Music' trägt, war zunächst einfach nur 'Clannad Music'. Es gibt wohl kein besseres Zeugnis als dieses, um den Einfluss der Band zu erklären", loben sich Clannad auf ihrer offiziellen Webseite.

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