laut.de-Kritik

Gehaltloser Dance-Mainstream mit zaghaften Experimenten.

Review von

Seit einigen Jahren schon betört der Eurodance-Sound von Cascada vor allem die Tanzwütigen außerhalb hiesiger Gefilde. Erst mit ihrem Hit "Evacuate The Dancefloor" aus dem Jahr 2009 fasste das Bonner Trio um Sängerin Natalie Horler auch hierzulande Fuß.

Mit "Original Me" bahnt sich nur der vierte Longplayer seinen Weg auf die Tanzflächen. Die Entwicklungsmöglichkeiten der Band sind beschränkt, und dennoch wagen Cascada auf "Original Me" einen kleinen Blick über den Tellerrand. Das hebt zwar nur in Maßen den künstlerischen Wert des Ganzen, bietet aber zumindest etwas Abwechslung. Und so gesellen sich neben standardmäßigen Dance-Eckpfeilern wie pumpenden Basslines, wirren Regler-Spielereien und lebensbejahender "Lyrik" , eingestreute Raps ("Independence Day", "Unspoken") und balladeske Töne ("Enemy", "Unspoken") hinzu.

Während die Raps von Calprit eher unpassend und aufgesetzt wirken, bilden die ruhigen Momente die spärlichen Höhepunkte auf "Original Me". Vor allem auf "Hungover" zeigt die Blondine ihr Stimmtalent und überzeugt mit wohl dosierter Phrasierung und Tiefgang.

Dreiviertel des Albums dröhnen allerdings unspektakulär, unoriginell und lieblos aneinandergereiht an einem vorbei.
Beliebig austauschbare Dance-Massenware wie "San Francisco", "Stalker" oder das mit Effekten überladene "Sinner On The Dancefloor" bilden dabei die Tiefpunkte einer guten halben Stunde Musik, die überflüssiger kaum sein könnte.

Unterm Strich präsentieren Cascada mit "Original Me" ein Kalkül-Paket inmitten des Dance-Mainstreams mit zaghaften Ausflügen auf Neuland. Richtig hängen bleibt allerdings weder das eine, noch das andere, und so reiht sich der Output unauffällig ein in die Masse unrelevanter Dance-Pop-Auswürfe der Neuzeit.

Trackliste

  1. 1. San Francisco
  2. 2. Au Revoir
  3. 3. Stalker
  4. 4. Night Nurse
  5. 5. Pyromania
  6. 6. Unspoken
  7. 7. Original Me
  8. 8. Sinner On The Dancefloor
  9. 9. Enemy
  10. 10. Hungover
  11. 11. Independence Day

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10 Kommentare

  • Vor 3 Jahren

    Schon wieder son hässliches Cover!

  • Vor 3 Jahren

    "Erst mit ihrem Hit "Evacuate The Dancefloor" aus dem Jahr 2009 konnte das Bonner Trio um Sängerin Natalie Horler auch hierzulande Fuß fassen."
    Zählt 'Everytime we touch' etwa nicht als Hit? War ja 2006 immerhin mehrere Wochen Platz 1 bei uns. :)

  • Vor 3 Jahren

    Pop-Geplätscher für die Dorfdisko....Schon ihre "Hits" wie "Everytime we touch" und ähnliches besaßen einen unglaublich hohen Nervfaktor. Und beim Cover muss ich Liam Lennon wirklich zustimmen. Hässlich würde ich das ganze nicht nennen, aber das Cover kommt nach dem Motto daher "Keine Idee für etwas künstlerisch wertvolles, machen wir doch einfach ein Foto der Künstlerin". Hat man schon gefühlte 5000000 Mal so gesehn.

  • Vor 3 Jahren

    @KillPikachu (« "Erst mit ihrem Hit "Evacuate The Dancefloor" aus dem Jahr 2009 konnte das Bonner Trio um Sängerin Natalie Horler auch hierzulande Fuß fassen."
    Zählt 'Everytime we touch' etwa nicht als Hit? War ja 2006 immerhin mehrere Wochen Platz 1 bei uns. :) »):

    Es geht um den internationalen Durchbruch (UK).

  • Vor 3 Jahren

    @JaDeVin (« @KillPikachu (« "Erst mit ihrem Hit "Evacuate The Dancefloor" aus dem Jahr 2009 konnte das Bonner Trio um Sängerin Natalie Horler auch hierzulande Fuß fassen."
    Zählt 'Everytime we touch' etwa nicht als Hit? War ja 2006 immerhin mehrere Wochen Platz 1 bei uns. :) »):

    Es geht um den internationalen Durchbruch (UK). »):

    "...Sängerin Natalie Horler auch hierzulande Fuß fassen." Hierzulande ist doch auf Deutschland bezogen oder?
    Everytime we touch war übrigens auch im UK und in den USA auf den höheren Rängen der Top 10 vertreten.

  • Vor 3 Jahren

    schön, dass man sich nicht mal mehr ärgern muss-alle links laufen mal wieder ins gema-youtube nirvana!