Porträt

laut.de-Biographie

Brisa Roché

Seit 2001 lebt die Dame mit dem französisch klingenden Namen in Frankreich. Geboren und aufgewachsen ist sie aber als La Brisa Day Roche in San Francisco.

Schon als kleines Mädchen hat sie sich der Musik verschrieben, ließ sich von einem Freund der Familie zuerst ein Schlagzeug bauen, um sich später dann doch für die Gitarre zu entscheiden. Zudem lernt sie das Keyboard zu bedienen.

Dankbar ist die Tochter ihren Eltern für die umfassende musikalische Sozialisation, die sie aufgrund der umfangreichen elterlichen Plattensammlung der 60er und 70er Jahre erfährt. Von einem sorglosen Zuhause und einer unbekümmerten Kindheit kann dennoch nicht die Rede sein.

Die Eltern leben die Hippie-Ära, wobei der andauernde Sex and Drugs & Rock'n'Roll-Lebensstil der Familienharmonie eher abträglich ist. Sie streiten und trennen sich schließlich. Brisa wächst überwiegend bei ihrer Mutter auf, die sich mit neuem Partner in die Einsamkeit des Landlebens zurückgezogen hat, wo es weder Elektrizität noch Telefon gibt.

So oft es geht, besucht sie ihren nach der Trennung in Seattle lebenden Vater, der in der Großstadt einen exzessiven Lebensstil pflegt und immer wieder mit dem Gesetz in Konflikt gerät. Obwohl sie als Heranwachsende die Unordnung des Stadtlebens, Kriminalität, Drogen Gewalt miterlebt, zieht sie mit 16 Jahren dennoch endgültig zu ihm.

Mit 18 lebt sie eine Zeitlang in Paris, wo sie ihre erste Band gründet - The Amazing Dimestore, gründet. Ensemble-Erfahrung hat sie schon Jahre zuvor in einem Schulchor gesammelt, mit dem sie Rumänien und Russland bereist.

Folk, Punk und Emo hat sie schon für sich entdeckt, ehe sich ihr die Welt des Jazz öffnet und sie beginnt, Standards zu singen.

Bald nach ihrer Rückkehr in die USA verstirbt ihr Vater, worauf Brisa zur Mutter und dem ungeliebten Stiefvater zurückkehrt. "Über meine Eltern habe ich auch die unangenehmen Seiten des Sex, Drugs & Rock'nRoll Lebens kennen gelernt, dass ich das Gefühl hatte, etwas komplett anderes suchen zu müssen, um mir selbst zu beweisen, dass ich stark und überlebensfähig bin".

Brisa entscheidet sich für eine ausgedehnte Reise nach England, Spanien, Marokko und Frankreich. Sie erliegt schließlich endgültig dem Charme der französischen Lebensart und lässt sich 2001 in Paris nieder.

Mittlerweile akzentfrei Französisch sprechend treibt sie ihre musikalische Karriere voran, tritt in Bars und Restaurants auf und spielt 2005 endlich ihr Debüt ein. Die 31-Jährige unterschreibt schließlich beim renommierten Label Blue Note Records, dass "The Chase" im Oktober veröffentlicht.

Dennoch handelt es sich um kein klassisches Jazz-Album - Rocksongs stehen neben Elektroklängen und schwermütigen Folk-Balladen. Nach mehreren Auftritten in den Clubs in und um Saint Germain avanciert sie mit Songs in französischer und englischer Sprache bald zum Kritikerliebling.

Unglücklich mit der allzu limitierenden Enge des Labels wechselt sie zu Discograph Records, um ihre vielfältige Kreativität konstruktiver ausschöpfen zu können.

"Ich habe die Skizzen für Takes alleine in meinem Dorf im Norden Kaliforniens aufgenommen. Ich war selbst überrascht von der 68er-Atmosphäre, die sich dabei einschlich und mir half, eine Musik zu entwickeln, die viel femininer klingt und weit mehr Folk- und Psychedelia-Elemente enthält, als ich es voraussehen konnte."

Den Zweitling spielt Brisa Roché, die auch als Malerin aktiv ist, in Südfrankreich mit tatkräftiger Unterstützung des New Yorker Produzenten Henry Hirsch (Lenny Kravitz, Vanessa Paradis), den ein Demotape der Plattenfirma überzeugt hat, ein. Yeah Yeah Yeahs-Gitarrist Nick Zinner greift ebenfalls für sie in die Saiten.

"Takes" beinhaltet ausschließlich englischsprachige, popaffine Stücke und steht im Februar 2008 in den Läden.

Alben

Brisa Roché - Takes: Album-Cover
  • Leserwertung: Punkt
  • Redaktionswertung: 4 Punkte

2008 Takes

Kritik von Martin Leute

Eine Amerikanerin in Frankreich. (0 Kommentare)

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