Porträt

laut.de-Biographie

Boyd Rice

In der Industrialszene ist Boyd Rice von Anfang an fest verwurzelt. Und er schafft es, selbst die abgehärtetsten Schocker des Genres noch ab und an zu polarisieren. Bekennender Satanist und Freund von Oberguru Anton LeVey, Verfechter einer sozialdarwinistischen Weltsicht, Hitler-Bewunderer und Charles Manson-Verehrer; Boyd Rice versteht es, sich im Gespräch zu halten. Ebenso wie seine Vorlieben neigt auch seine Musik dem Extrem zu, ob als Boyd Rice oder Non spielt keine Rolle.

Geboren in einem Trailerpark in Südkalifornien, verlässt Rice die High School früh und pflegt die Trashkultur, sei es in Form von schrägen B-Movies oder in Form von das Ohr verklebendem Easy Listening. Seine erste 7inch "Black Album" presst er 1976 in Eigenregie und vereinigt darauf experimentellen Lärm mit kitschigem Easy Listening. Als er einige Kopien davon bei Rough Trade Records in London in die Auslage stellt, trifft er Daniel Miller, der Rice auf seinem neugegründeten Label Mute Records unter Vertrag nimmt. Seine nächste Veröffentlichung "Pagan Muzak", eine 7" mit zusätzlich hineingebohrten Löchern, die bei jeder Geschwindigkeit abspielbar ist, kommt unter seinem Pseudonym Non heraus, ebenso wie der Longplayer "Physical Evidence" 1982.

Kurz zuvor war Boyd Rice mit Frank Tovey alias Fad Gadget, ebenfalls ein Mute Act der ersten Stunde, für die Aufnahmen zu "Easy Listening For The Hard Of Hearing" gemeinsam im Studio gewesen. Bis zu seinem nächsten Album "Blood And Flame" 1987 arbeitet er bei zahlreichen Aufnahmen von Current 93, Coil, Death In June oder Sol Invictus mit, voraus auch sein späteres Album "Music, Martines And Misanthrophy", auf welchem Rose McDowall von Strawberry Switchblade, Douglas P. von Death In June und Tony Wakeford von Sol Invictus ihr Stelldichein geben. Später wird Rice mit Rose McDowall unter dem Namen Spell "Seasons In The Sun" aufnehmen, eine Sammlung alter 60er Tracks, die mit einem spielerisch hüpfenden Rhythmus und den Stimmen von Rose und Boyd, wie aus einer anderen Welt wirken.

Mitte der 90er animiert Rice mit "In The Shadow Of The Sword" und "Might" Non zu neuen Leben und schlägt auf diesen Alben erstmal versöhnlichere Töne an. Der kompromisslose Lärm früherer Tage ist passé und lässt erstmals Raum für sanfte Zwischentöne.

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