Porträt

laut.de-Biographie

Boogie

"Oh My Goodness!" So schallt es im April 2015 aus der populärsten Rap-Brutstätte von Los Angeles. Compton heißt die Heimat von Anthony Dixson a.k.a. Boogie The Beast. Der Jahrgang 1990 legt die für sein Umfeld klassische Laufbahn hin: Probleme in der Schule, als kleinkrimineller "gangbanger" über die Runden kommen, und dann die große Rapkarriere starten.

Den Grundstein zum Erfolg legt er Anfang April mit seinem Hit "Oh My". 700.000 Aufrufe innerhalb von drei Monaten deuten zwar nicht gerade auf den nächsten viralen Hit hin, das liegt aber vor allem an der musikalischen Tiefe, die beispielsweise einem "Tuesday" abgeht. Beim betrunkenen Arschwackeln im Club hat man nun mal keine Lust auf Zeilen wie "All I knew was pain, I ain't ever knew no glory".

Genau das macht aber Boogies Musik aus. Das schon 2014 releaste Mixtape "Thirst 48" gibt einen Vorgeschmack darauf, was den Hörer auf Boogies Zweitwerk "The Reach" erwartet. Das erscheint genau ein Jahr nach seinem ersten Tape: Der Vater einer Tochter macht Musik, die auf den ersten Blick leicht zugänglich wirkt (was vielleicht auch an seinem gesanglichen Talent liegt), nach jedem Durchlauf aber mehr an Tiefe gewinnt. Der raffinierte Humor tut sein Übriges, um einen erfrischenden Wind durch Compton wehen zu lassen.

Angefangen hat alles hinter einer Kirche: Zusammen mit seinen Kumpels trifft sich Anthony nach dem Gottesdienst, um an seinen Rapskills zu feilen. Religion spielt auch in seiner musikalischen Sozialisation eine große Rolle: Gospel und klassischer R&B bringen Dixson durch eine Kindheit, die er hauptsächlich mit seiner alleinerziehenden Mutter verbrachte. Sein großer Bruder nahm schon in jungen Jahren Reißaus.

Anthony selbst bezeichnet sich während der Grundschulzeit als "Nerd". Als auf der High School die Noten schlechter werden, schickt ihn seine Mutter zur Kirche, und alles wird noch schlimmer. Das "gangbangin'" endet schmerzhaft: Mit 17 wird Boogie angeschossen - in den Fuß. Auch das hindert ihn nicht daran, weiter auf die schiefe Bahn zu geraten. Bis er wenige Jahre später Vater wird und lieber für seine Tochter sorgen will, als im Knast zu landen. Die Lösung: Musik.

Neben Lauryn Hill finden die großen Namen der Westcoast ihren Platz, wenn Boogie darüber spricht, wer ihn musikalisch beeinflusst hat: Tupac und Dr. Dre haben trotzdem wenig Chancen gegen Boogies Lieblingsgenre: "70 Prozent der Zeit hörte ich nur R&B!"

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    Boogies Gezwitscher.

    https://twitter.com/boogiethebeast

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