laut.de-Kritik

Die Kieler vereinen das Derbste aus Metal, Punk und Hardcore.

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Welche Band rockt am härtesten bzw. welche harte Band rockt am meisten? Nicht selten diskutieren Fans aller Lager von Punk zu Metal bis Industrial kontrovers diese Fragen. Es fallen dann Namen wie Slayer, Sepultura, Napalm Death, Motörhead, Fear Factory oder Integrity. Doch auch einheimische Gruppen könnten theoretisch wie praktisch ein gewichtiges Wörtchen mitreden. Eine dieser zumeist unbekannten Formationen sind Bonehouse. Die fünf Kieler knüppeln sich schon seit knapp sieben Jahren mit ihrer brutalen Mischung aus Punkrock, Thrash Metal und Hardcore durch die Pogozentren der Republik. Mit "Onward To Mayhem" legen sie bereits ihr viertes Album vor, und schaffen es, sich im Vergleich zum sehr guten 99er Vorgänger "Steamroller" noch zu steigern.

Die geballte Energie des Punk, eine gewisse kritische Hardcore-Attitude und Metalraffinese an den Instrumenten zeichneten Bonehouse ja schon seit jeher aus, doch zum ersten Mal konnte dies auch gänzlich überzeugend auf Platte umgesetzt werden. Das liegt zum einen an der nicht mehr ganz so Death Metal-lastigen Stimme von Frontsau Phil Wolters und zum anderen am variablen Gitarrenspiel von Neu-Knochenhäusler Jan Späth, der dem Bonehouse-Sound die nötige Portion dreckigen Rock'n'Roll verleiht.

Die durchweg straighten Songs springen zudem wie ein Derwisch zwischen den einzelnen Genres hin und her. Erst schwingen sie in hymnenhaften Stücken wie "My Definition", "Shut 'Em Down" oder "Fascist Pig" die pure Punkkeule, um dann bei "Insinct For Trouble", "Blast Away The Rich", "Razor Tongue" dem Metalcore frönen. Dass man neben aggressiven "Aufs Maul"-Texten auch Wichtigeres zu sagen hat, zeigen Bonehouse mit der Crucifix-Coverversion "Indo China", dem unglaublichen "Disarm Charlton Heston" sowie den Sadomaso-Styles in "Handcuffed And Horny".

Doch was wäre eine Monsterscheibe ohne den passenden Hammersound. Den liefert diesmal Kiels Finest an den Reglern Ulf Nagel und zeigt damit, dass man nicht in die Ferne schweifen muss, wenn das Gute so nahe liegt (für das angesprochene "Steamroller" war damals noch das schwedischen Studio der Hellacopters gemietet worden). Wer jetzt Blut geleckt hat und die anfangs genannten Bands zu seinen Faves zählt, sollte auch für "Onward To Mayhem" mindestens ein Ohr riskieren. Mehr Power geht nicht.

Trackliste

  1. 1. Onward To Mayhem
  2. 2. This Means Nothing
  3. 3. Shove That Money Up Your Ass
  4. 4. Shut 'Em Down
  5. 5. Instinct For People
  6. 6. Blast Away (The Rich)
  7. 7. Razor Tongue
  8. 8. Fascist Pig
  9. 9. Handcuffed and Horny
  10. 10. Disarm Charlton Heston
  11. 11. Indo China
  12. 12. Throwing Dirt Loosing Ground
  13. 13. Against The Mutant Hordes
  14. 14. My Defintion

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