Porträt

laut.de-Biographie

Bill Ramsey

Wandlungsfähigkeit und Vielseitigkeit sind sein Markenzeichen: Seit Jahrzehnten begeistert der am 17. April 1931 in Cincinnati, USA geborene Bill Ramsey sein Publikum. Der Sohn eines Werbe-Managers und einer Lehrerin entdeckt schon früh seine künstlerische Ader. Trotz eines Soziologie- und Wirtschaftsstudiums gilt seine eigentliche Passion der Musik, vornehmlich in den Sparten Jazz, Blues und Swing.

Die Wehrpflicht führt den jungen Bill nach Europa, wo er in Deutschland bei der Air Force stationiert ist. Auch hier betätigt er sich künstlerisch und absolviert im Frankfurter Raum Auftritte in kleinen Jazz-Clubs. Der Soldatensender AFN wird rasch auf ihn aufmerksam, und so tritt der militärische Aspekt seines Soldatenseins bald immer mehr in den Hintergrund. Er betätigt sich als Produzent und tritt vermehrt auch selbst auf.

Es enstehen Kontakte zu den deutschen Größen der Jazz- und Unterhaltungsmusik der fünfziger und sechziger Jahre. Bill Ramsey arbeitet live u. a. mit den Orchestern von James Last, Kurt Edelhagen und Paul Kuhn. Nach Beendigung des Wehrdienstes 1955 beendet er sein Studium in den USA, kehrt aber 1957 wieder zurück nach Deutschland. Bereits 1958 erhält er einen Plattenvertrag.

Nur vordergründig wendet sich Bill Ramsey vom Jazz ab und feiert große Erfolge mit Schlagern, die sich zu Gassenhauern entwickeln. Songs wie "Schokoladeneisverkäufer", "Souvenirs", "Zuckerpuppe", "Pigalle" und "Ohne Krimi Geht Die Mimi Nie Ins Bett" spiegeln perfekt den damaligen Zeitgeist der Republik wieder. Als gefragter Schauspieler wirkt er in über zwanzig Steifen mit, die im Lustspielbereich angesiedelt sind. Filme wie "Die Abenteuer Des Grafen Bobby" und "Unsere Tollen Tanten In Der Südsee" bieten leichte Unterhaltung mit viel Musik.

Mitte der sechziger Jahre übernehmen Beat und Rock das Kommando in den deutschen Charts. Eine ganze Schar deutschsprachiger Künstler sieht sich gezwungen, in die zweite Reihe zu treten. Auch Ramsey ergeht es nicht anders, doch er veröffentlicht weiterhin Platten, die sich allerdings nicht mehr unbedingt an ein Schlagerpublikum wenden. Bill singt verstärkt in seiner Muttersprache und wendet sich wieder mehr dem Blues und Jazz zu. In den siebziger Jahren tritt er als TV-Moderator in Erscheinung und leitet die Shows "Schlager Für Schlappohren" und "Talenschuppen". An der Hamburger Hochschule für Musik und Darstellende Kunst fungiert Ramsey als Dozent.

Die Zeiten, die Stile und Geschmäcker mögen sich wandeln, doch darauf ist ein Multitalent wie Bill Ramsey vorbereitet. Sänger, Schauspieler, Entertainer, TV- und Radiomoderator - den Künstler nur auf einen einst erfolgreichen Schlagersänger zu reduzieren, ist eine Fehlinterpretation. Die große Ella Fitzgerald hört 1953 diesen Weißen den Blues singen, und meint zur Authentizität seiner Klangfarbe: "Alles, was man zu tun hat, ist, die Augen zu schließen". Ramsey dazu: "Das ist die schönste Kritik, die ich hatte"!

  • Bill Ramsey

    Die offizielle Homepage des Künstlers.

    http://www.ramsey.de/

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