Porträt

laut.de-Biographie

Bad Boys Blue

Geliebt und gefürchtet: die Tanzmusik der achtziger Jahre. Für viele Musikfans bedeuten die Begriffe Euro-Dance und Euro-Disco samt der weiteren Spielart Italo-Disco oft nur Geschmacksverirrung. Oder bestenfalls hörenswerten Trash. Was Künstler und deren Produzenten nicht weiter anfocht, denn die Kasse klingelte mehr als ordentlich bei derartigen Acts. Und, natürlich: die Dancefloors waren brechend voll.

Selbst heute längst arrivierte Stars wie Kylie Minogue starten in diesen vermeintlichen Niederungen ihre Karriere. Auch Deutschland mischt kräftig mit, und bringt 1984 mit den Bad Boys Blue einen auf Anhieb europaweit erfolgreichen Act an den Start. Als Zentrale des international zusammengestellten Dreiers fungiert Medien-Großstadt Köln.

Die Gesangs-Urbesetzung besteht aus John Edward McInerney (England), Trevor Oliver Taylor (Jamaica) und Andrew Freddie Thomas (USA). Unter den Fittichen des Produzenten-Ehepaars Tony Hendrik / Karin van Haaren (Coconut Records) entstehen die ersten Tracks.

Der kommerzielle Durchbruch gelingt 1985 mit der zweiten Single "You're A Woman", die europaweit Spitzenplätze einnimmt. Das begleitende Debüt-Album "Hot Girls - Bad Boys" schießt gleichfalls erfolgreich in die Charts und etabliert Bad Boys Blue endgültig als Marke mit Wiedererkennungswert.

Als weitere Hitparaden-Durchstarter erweisen sich Singles wie "I Wanna Hear Your Heartbeat", "Come Back And Stay" und "Lady In Black". Bis 1994 erscheint nahezu reißbrettartig alljährlich ein brandneuer Longplayer.

Doch im Line-Up kommt es ab Ende des Eighties-Jahrzehnts häufig zu Umbesetzungen. 1988 verlässt Trevor Oliver Taylor die Band und wird durch Trevor Bannister ersetzt. Taylor verstirbt 2008 an einem Herzinfarkt.

Die Blütezeit des Eurodance geht zu Beginn der Neunziger allmählich zu Ende, als ein neuer Sound namens Techno schon längst an die Türen der Diskos klopft. Bad Boys Blue gelingen dennoch weitere Charts-Erfolge, wenn auch nicht mehr in den hohen Platzierungs-Regionen wie zuvor angesiedelt.

Nach dem Fall des eisernen Vorhangs erobert die Band mit ausgedehnten Tourneen die Länder des ehemaligen Ostblocks. 1993 steigt Bannister aus. McInerney und Thomas arbeiten als Duo weiter. Für Neuaufnahmen und Remixe agieren in den Folgejahren Mo Russel und Kevin McCoy als wechselnde Mit-Musiker bzw. Produzenten. Andrew Thomas verlässt 2005 Bad Boys Blue und erliegt 2009 einer Krebserkrankung. Ab 2006 übernimmt Carlos Ferreira dessen Part.

Von 2003 bis 2008 erscheinen nur zwei neue Studio-Alben: "Around The World" und "Heart & Soul". Im neuen Jahrtausend beschränkt sich das Bad Boys Blue-Projekt vornehmlich damit, die alten Erfolgs-Nummern immer wieder in frischen Remixes sowie Neu-Einspielungen dem jeweiligen Zeitgeist anzupassen.

Alben

25 (2010)

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