Porträt

laut.de-Biographie

The Twilight Sad

2003 treffen sich ein paar Schulfreunde zu ausgelassenen Jam-Sessions, entwickeln jedoch bald einen eigenständigen, dunklen Sound und wachsen im Laufe der Zeit zu einer Tourneegröße globalen Ausmaßes heran. Nicht ganz unschuldig daran ist Robert Smith, der sich als großer Fan der Schotten outet und sie 2016 als Support von The Cure auf die bekanntesten Freilichtbühnen der Welt bringt.

The Twilight Sad - It Won/t Be Like This All The Time Aktuelles Album
The Twilight Sad It Won/t Be Like This All The Time
Kraftvoll-stürmische Songs gegen die Gefühlskälte unserer Zeit.

Ursprünglich nimmt ihre Karriere in der Kleinstadt Kilsyth ihren Anfang, als sich Sänger James Graham und der Gitarrist Andy MacFarlane in der High School anfreunden und mit weiteren Weggefährten eine Coverband gründen, der sich auch Drummer Mark Devine anschließt. Nach der Schule entscheiden sich die drei, ihre Musik ernster aufzuziehen und heben The Twilight Sad aus der Taufe. Ende 2003 komplettiert Bassist Craig Orzel das Line-Up, nachdem er an einer Bushaltestelle mit MacFarlane Bekanntschaft macht.

Im 13th Note Café in Glasgow spielt die Formation zunächst zwei experimentelle Shows, die Jam-Session-Charakter besitzen. Bei den Auftritten kommen nicht nur klassische Rock-Instrumente zum Einsatz, sondern unter anderem Tape Loops von Filmen und alten Folk- und Country-Songs, Spielzeug-Keyboards oder ein Theremin. Im Anschluss versuchen sich The Twilight Sad am klassischen Songwriting und schreiben mit "That Summer, At Home I Had Become The Invisible Boy" ihr erstes Stück.

Im September 2005 reichen sie bei Fat Cat Records ein selbstproduziertes Vier-Song-Demo ein. Alex Knight, Mitbegründer des Labels, besucht danach Gig Nummer drei und verpflichtet sie auf der Stelle. Ihre erste EP, die Max Richter mixt, erscheint in November 2006, aber nur in den USA. Allerdings nicht grundlos, denn beim New Yorker CMJ Music Marathon findet ihr nächster Auftritt statt. Mit Micah P. Hinson geht es dann auf Amerika-Tournee, bevor sie ihr Debüt "Fourteen Autumns & Fifteen Winters" im April 2007 veröffentlichen.

Inspiration für dieses Werk, das sehr gute Kritiken erhält, bezieht die Band aus den Arbeiten unterschiedlicher Künstler wie Leonard Cohen, Serge Gainsbourg oder Phil Spector. Als "Folk mit Anstrichen von Lärm" möchte sie ihre Musik verstanden wissen. So beeinflusst etwa Arcade Fires "Funeral" das Songwriting nachhaltig, das sie um zusätzliche Shoegaze-Schattierungen bereichert.

Einige Tracks der Platte nimmt sie als Akustikversionen für das Mini-Album "Here, It Never Snowed. Afterwards It Did" auf, die 2008 erscheint. Noch im gleichen Jahr heuert sie Martin Doherty (Chvrches) als zusätzlichen Live-Keyboarder an. Im Winter begleitet sie schließlich die Landsleute von Mogwai auf deren Tournee. In der Zwischenzeit erscheint die Compilation "Killed My Parents And Hit The Road", die Liveaufnahmen, Coverversionen, Akustikdemos und unveröffentliche Songs enthält. Im September 2009 folgt dann das zweite Vollzeitwerk "Forget The Night Ahead", das von dominanten Synthies lebt und somit "lauter und größer" als das Debüt klingt.

Im Februar 2010 vermelden The Twilight Sad, dass Craig Orzel die Band verlässt, um sich mehr auf sein Privatleben zu konzentrieren. Später bringt er unter seinem Pseudonym Orzelda ein Soloalbum und zwei EPs heraus. Seinen Posten übernimmt Johnny Docherty.

Noch im gleichen Jahr veröffentlicht die Band das Kurzformat "The Wrong Car" und 2011 gibt es exklusiv zum Record Store Day eine Split-Kassette mit den eng befreundeten Frightened Rabbit zu kaufen, die mit ihrem allerersten Demo aufwartet. Etwa zur selben Zeit stellt sie auf ihrem offiziellen Blog akustische Versionen einzelner Stücke ihrer vorhergehenden Veröffentlichungen zum kostenlosen Download bereit. Das dritte Album "No One Can Ever Know" kommt dann im Februar 2012 in die Läden.

Für die Platte, die laut MacFarlane die "mit einer kalten, dezent militärischen Stimmung" aufwartet, gewinnen die Schotten Andrew Weatherall als Produktionsassistenten, der ihnen bei der Bedienung der analogen Synthesizer hilfreich zur Seite steht. Dementsprechend erweitern sie ihr Potpourri um Einflüsse aus Post-Punk, Industrial und Krautrock. Im August wirft Martin Doherty das Handtuch, den Brendan Smith, zuvor bei The Unwinding Hours aktiv, ersetzt.

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Anschließend führt eine ausgedehnte Konzertreise die Formation durch die Vereinigten Staaten und Europa. Nebenher erscheint Ende des Jahres die Remix-Compilation "No One Can Ever Know: The Remixes". Im Oktober 2013 entsteht ein Video zu "The Wrong Car" im Paisley Abbey, einem ehemaligen Kloster, mit dem Royal Scottish National Orchestra, das kurz darauf zusammen mit einer kostenlosen Single über das Magazin The Skinny erscheint.

Im Frühjahr 2014 begibt sich die Band in Mogwais Castle Of Doom Studios in Glasgow, um ihr viertes Vollzeitwerk "Nobody Wants To Be Here And Nobody Wants To Leave" einzuspielen. Es erscheint im Oktober und bündelt sämtliche Einflüsse der Schotten auf eine kompakte Dreiviertelstunde und fällt gleichzeitig um Einiges emotionaler aus als "No One Can Ever Know"

Neben vielen Kritkern zeigt sich auch Robert Smith von The Cure begeistert von der Musik, der 2015 "There's A Girl In The Corner" covert. Diese Neueinspielung bringen The Twilight Sad im Juni des selben Jahres auf ihrer Single "It Never Was The Same" unter. Danach kommt via Fat Cat noch eine EP mit Akustik-Versionen des Albums auf den Markt. Im Herbst sieht man die Formation wieder auf europäischen Bühnen: als Vorband der Editors und bei einer Headliner-Show im Barrowland Ballroom in Glasgow.

Darüber hinaus steht die Combo ab Mitte des nächsten Jahres als Support-Act von The Cure jeweils drei Nächte im Hollywood Bowl in Los Angeles und im Madison Square Garden in New York und sogar im Londoner Wembley-Stadion auf der Bühne. Danach legt sie eine Pause ein. Genug Zeit für James Graham, sich gemeinsam mit Kathryn Joseph und Marcus Mackay zu einer neuen Band zusammenzuschließen: Out Lines. Die veröffentlicht ihr Debüt im Oktober 2017. Dagegen scheint Mark Devine sich anderen Sachen als der Musik widmen zu wollen und geht ab Anfang 2018 eigene Wege. Mit Sebastien Schultz hat man aber schnell Live-Ersatz gefunden.

Für die Aufnahmen zum fünften Vollzeitwerk "It Won/t Be Like This All The Time", die im Januar und Februar desselben Jahres in den Middle Farm Studios in Devon in England stattfinden, engagiert man Chvrches-Live-Drummer Jonny Scott. Obendrein sind Brendan Smith und Johnny Docherty vollwertige Bandmitglieder. Im Sommer erzählt MacFarlane, dass die Platte endgültig im Kasten sei und man beim Mogwai-Label Rock Action Records unterschrieben habe. Die Scheibe fällt nicht nur textlich um einiges schwerer aus als sonst, sondern erweist sich als das bis dato eindringlichste Werk der Schotten.

Im Grunde genommen entwickeln sich The Twilight Sad mit jedem einzelnen Album kontinuierlich weiter und bewahren sich dadurch ihre Frische und Unvorhersehbarkeit. Anstatt sich auf bisherigen Erfolgen auszuruhen strecken sie lieber ihre Fühler in alle Richtungen des Spektrums melancholisch-düsterer Indie-Musik aus.

Alben

Termine

Di 05.11.2019 Wien (Porgy & Bess)
Fr 08.11.2019 Berlin (Gretchen)
Fr 15.11.2019 Hamburg (Mojo Club)

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