laut.de-Kritik

Vom Blumenmädchen zur Großstadtamazone.

Review von

Aus dem Heile-Welt-Hippie-Mädchen, das sich zu "I'm Like A Bird"–Zeiten noch im Gras räkelte, entwickelte sich eine urbane Großstadtamazone, die mithilfe der Arrangements von Top-Produzenten einen Hitklopper nach dem anderen hinlegte. Nach einem Jahrzehnt mit vier Alben, 18 Singles und diversen Kollaborationen mit Künstlern wie Missy Elliott, Tiesto oder Michael Bublé, klopft nun Nellys erste Best-Of an der Tür.

In akribischer Reihenfolge präsentiert die Kanadierin ihr breitgefächertes Repertoire und vergisst auch die portugiesischen Wurzeln nicht. "Turn Off The Light" oder das prägnante "Powerless" schlagen fürs Folklore-Herz, das mit leichten Hip Hop und R'n'B-Nuancen gewärmt wird.

Die größte Änderung in der musikalischen Laufbahn bescherte wohl Timbaland: Fast unglaublich, wie das irgendwie niedlich wirkende Vorstadtmädchen zur rassigen Dancefloorbraut mutierte. "Promiscuous" und "Maneater" spiegeln die Wandlung der einstigen EM-Königin 2004 ("Forca") wider.

Moderne und Nelly-typische Trademarks servieren ihre Über-Hits "Say It right" und "All Good Things", in dessen Credits sich übrigens Coldplay-Chef Chris Martin eingravierte.

Damit aber keine platte Langeweile aufkommt, mischte Nelly noch drei, bisher unveröffentlichte Songs auf den Silberling. Die brandaktuelle Single "Night Is Young" und "Girlfriend In The City" lassen in eine interessante Zukunft blicken. Den Elektro-Hip Hop-Beat schraubte sie etwas zurück und glänzt dafür wieder mehr durch ihre markante Stimme.

Mit "Stars" schneiderte sie sich dagegen ein neues Gewand: Balladenromantik am Lagerfeuer mit der Akustischen. Ungewohnt zahm und melancholisch für das temperamentvolle Energiebündel.

Die große Vielseitigkeit unterstreicht Nelly mit ihrer Coverversion des Gnarls Barkley-Hits "Crazy". Lässig taucht sie den Fast-Schon-Klassiker in diverse Genre-Eimer - fast schon experimentell. Bei der Covergestaltung vermisst man diese Kreativität allerdings.

Aber auch das hinterlässt kaum Kratzer an der Marke Furtado. "The Best Of" ist eine weitere trittfeste Sprosse auf der goldenen Karriereleiter. Marode ist hier noch nichts!

Trackliste

  1. 1. I'm Like A Bird
  2. 2. Turn Off The Light
  3. 3. **** On The Radio (Remember The Days)
  4. 4. Fotografia (Duet With Juanes)
  5. 5. Powerless (Say What You Want)
  6. 6. Try
  7. 7. Forca
  8. 8. Promiscuous feat. Timbaland
  9. 9. Maneater
  10. 10. Say It Right
  11. 11. All Good Things (Come To An End)
  12. 12. In God's Hands
  13. 13. Broken Strings feat. James Morrison
  14. 14. Girlfriend In The City
  15. 15. Night Is Young
  16. 16. Stars
  17. 17. Manos Al Aire
  18. 18. Crazy (Radio 1 Live Lounge Session) (Bonustrack)

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LAUT.DE-PORTRÄT Nelly Furtado

"Whoa, Nelly!", so der Titel ihres Debüts, könnte als Ausdruck für diese außergewöhnliche Sängerin und Songschreiberin nicht besser gewählt sein.

11 Kommentare

  • Vor 7 Jahren

    Ui, es weihnachtet immer schwerer.

  • Vor 7 Jahren

    Unnötige CD, aber um hier nicht inhaltsleer rüberzukommen, mMn ist "Try" immer noch ihr stärkster Song, grade auf der Best Of fällt er für mich als am besten raus.

  • Vor 7 Jahren

    Nelly Furtado find' ich gut. Nicht nur musikalisch, sondern ich denke auch, dass die im privaten komplett down to earth ist. Die strahlt immer so viel positives aus und scheint viel Spaß zu haben, mit dem was sie macht. Aber mir fehlt hier der Song "Do It". Ich find' den Song irgendwie pornös (ich weiß nicht, wie ich's anders ausdrücken soll ;-)). Der hat so einen dreckigen Beat und Basslauf und sie singt für mein Gehör auch irgendwie anders. Mag aber wahrscheinlich nicht drauf sein, weil die Nummer ja angeblich Timbaland geklaut haben soll. Nichtsdestotrotz denke ich, die wird's noch ein paar Jahre geben.

  • Vor 7 Jahren

    @music maker (« Nelly Furtado find' ich gut. Nicht nur musikalisch, sondern ich denke auch, dass die im privaten komplett down to earth ist. Die strahlt immer so viel positives aus und scheint viel Spaß zu haben, mit dem was sie macht. »):

    ooh ja, sie is total aufm boden, deswegen is auch altbekannt, dass sie bei interviews, sobald die kamera angeht, gekünstelt lacht, als hätte sie in der werbepause super spaß mit dem interviewer gehabt.
    und auf "lose" hört man das doch in den snippets mit timbo auch total. total präsentierendes attention whore gelaber...ätzend.
    die frau is alles aber NICHT natürlich!

  • Vor 7 Jahren

    @Frane (« @music maker (« Nelly Furtado find' ich gut. Nicht nur musikalisch, sondern ich denke auch, dass die im privaten komplett down to earth ist. Die strahlt immer so viel positives aus und scheint viel Spaß zu haben, mit dem was sie macht. »):

    ooh ja, sie is total aufm boden, deswegen is auch altbekannt, dass sie bei interviews, sobald die kamera angeht, gekünstelt lacht, als hätte sie in der werbepause super spaß mit dem interviewer gehabt.
    und auf "lose" hört man das doch in den snippets mit timbo auch total. total präsentierendes attention whore gelaber...ätzend.
    die frau is alles aber NICHT natürlich! »):

    :D sehr gut

  • Vor 7 Jahren

    @ Frane: Macht das den Song jetzt schlechter? Da es ein gutes Lied ist, ist es halt auch auf der best of o_O. Man muss ja nicht immer die Songs reinpacken, die sich am besten verkauft haben. Da zeigt Furtado wenigstens mal, dass ihr ihre Musik was bedeutet. Und sei sie als Person noch so unnatürlich.