Porträt

laut.de-Biographie

Missy Elliott

Missy "Misdemeanor" Elliott gilt als die erfolgreichste und einzige Frau im Rapgame, die sich als Produzentin, Rapperin, Sängerin und Labelchefin an der Spitze in der Männerdomäne "Musikbusiness" etabliert hat. Ihre Alben erreichen allesamt Platinstatus, ihre Videos setzen Standards und die Co-Produktionen mit Partner Timbaland revolutionieren den Hip Hop-Beat. Zudem ruft der weibliche Workaholic mit The Gold Mind Inc. eine eigene Plattenfirma ins Leben. Ihre größte Leistung bleibt aber wohl die schrittweise Emanzipierung im Rap, denn Missy benutzt das ehemalige Schimpfwort "Bitch" im positiven Emanzipationskontext.

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Klein Melissa wächst bei ihrer Mutter in Portsmouth/Virginia auf und träumt bereits seit frühester Kindheit von einer Superstar-Karriere, doch erst 1997 gelingt ihr mit dem Soloprojekt "Supa Dupa Fly" der Durchbruch. Dazwischen liegen viele Jahren harter Klinkenputzerei. Mit der Nachbarskindergruppe Sista startet Missys Laufbahn. DeVante von der R'n'B-Band Jodeci nimmt die Combo 1991 für Elektra unter Vertrag. Zur Überraschung aller weigert sich DeVante jedoch, Songs der Sistas zu veröffentlichen, und so verlässt die ehrgeizige Elliott die Gruppe.

Es sollte der wichtigste Schritt der rappenden Lady werden, denn zusammen mit einem gewissen Tim Mosley aka Timbaland feilt sie fortan an ihren Produzenten- und Songwriterqualitäten. Es folgt ihr erster Gast-Rap bei Gina Thompsons "The Things You Do": "Boy why you, aggravate me/Everything you say/Agitates me/You've been bugging me/Like you hate me/And you be talking all that ya-ya-ya/I'ma keep it real/Here's the real deal/You need to chill on out/Get up out of here/Don't try to play me/Unless you pay my bills/So what the hell with all that ya, uh."

Daraufhin spricht Elektra Records wieder bei Elliott vor. Dieses Mal ist Missy jedoch gewarnt und handelt gerissen einen sehr guten Deal aus, der ihr die künstlerische Unabhängigkeit in Form der eigenen Gold Mind Records sichert. Erstes fruchtbares Ergebnis der neuen Zusammenarbeit ist 1997 das durchschlagende Debüt "Supa Dupa Fly" mit der Leadsingle "The Rain (Supa Dupa Fly)". Das Album reiht sich dank innovativen Sounds und Missys neuen Styles in die legendäre Erstlingsriege dicht hinter Nas ("Illmatic"), Notorious B.I.G. ("Ready To Die") und Konsorten ein.

Den neuen Stern am Hip Hop-Himmel wollen natürlich auch andere Künstler für ihre Zwecke nutzen, und so komponiert bzw. produziert Missy Songs für Janet Jackson, Jodeci, Whitney Houston, Total, SWV oder Ex-Spice Girl Mel B, der sie im September 1998 den Hit "I Want You Back" auf den hübschen Leib schneidert. Danach geht es wieder ins Studio und 1999 steht ihr zweites Album "Da Real World" in den Läden. Durch den Single-Hit "Hot Boyz" und Gäste wie Puff Daddy wird auch das weltweite Mainstream-Publikum auf Missy Elliott aufmerksam.

Aber erst ihr drittes Werk "Miss E...So Addictive" aus dem Jahre 2001 etabliert Missy endgültig in der Superstarriege. Ein Status, den man auch ganz gut an Gästen wie Method Man, Redman, Ginuwine, Ludacris und Jay-Z erkennt. Zusammen mit Timbaland hebt sie auf diesem Album den Hip Hop soundtechnisch und beatmäßig aufs nächste Level. In jedem Club von Grönland bis Australien sorgt der Hit "Get Ur Freak On" für volle Tanzflächen, und der renommierte NME (New Music Express) wählt den Track zur Single des Jahres. Die kleine Melissa ist am Ziel ihrer Träume.

Missy Elliott - Iconology
Missy Elliott Iconology
Ein Comeback wie ein mittelmäßiger TED Talk.
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Selbst ein solch erfolgsverwöhntes Leben ist aber nicht frei von Tragödien, wie die schrecklichen Unfälle von Lisa "Left Eye" Lopez und Aaliyah zeigen. Besonders der Tod von Ziehschwester und R'n'B-Queen Aaliyah trifft Missy bis ins Mark. Doch anstatt zu hadern und sich zu verkriechen, stürzt sich Missy in die Arbeit. Sie setzt sich öffentlich und musikalisch mit Aaliyahs Ableben auseinander, treibt die Karriere ihrer neuen Künstlern Tweet voran und produziert mit "Lady Marmelade" feat. Christina Aguilera, Lil' Kim, Pink und Mya vom "Moulin Rouge" Soundtrack den Mega-Hit des Jahres.

Trotz der Erfolge sitzt Missy Anfang 2002 bereits wieder im Studio und feilt an ihrer neuen Soloplatte. Im November steht "Under Construction" in den Läden. Die erste Single "Work It" darf als ähnlich strukturiertes, erfolgreiches Gegenstück zu "Get Your Freak On" gesehen werden. Doch zur Überraschung vieler enthält das Werk auch unzählige Querverweise zum in Vergessenheit geratenen Old School-Aspekt der Hip Hop-Kultur. Selbst die Synthie-Beats von Timbaland klingen wärmer und souliger als je zuvor. Der Albumtitel "Under Construction" erklärt die kleine Soundänderung. Hip Hop befände sich im Wandel, und es sei Zeit, wieder die alten Ideale der Kultur in den Vordergrund zu rücken, so Missy Elliott im Intro. Doch auch die Meisterin persönlich sieht sich selbst im Wandel und ändert ihrer Ernährung, wie neueste Fotos beweisen.

Im Sommer 2006 erscheint nach zehn langen Jahren
im Rapgeschäft sowie sechs erfolgreichen Studio-Alben und fünf Grammys endlich Missys Best-Of-Sampler names "Respect M. E." mit allen großen Hits wie "The Rain", "Get Ur Freak On", "One Minute Man" "Pass that dutch" und "Lose control". Der Sampler enthält insgesamt 17 All-Time-Hits.

Die lebende Adidas-Litfaßsäule hat nun auch noch einen Deal mit ihrem preferierten Sportartikelhersteller an Land gezogen. So wird - wie es zur Zeit unter diversen Stars so üblich scheint - in Zusammenarbeit mit der Firma aus Herzogenaurach mit den drei Streifen eine Herbst-/Winter Modekollektion lanciert. Melissas Vorliebe für Adidas resultiert aus ihrer Leidenschaft für Hip Hop und stammt aus der Ära, als Adidas in den Achtzigern in Sachen Urban Athletic und Street Style den Ton angab. Man erinnere sich an den Song "My Adidas" von der legendären New Yorker Rapcombo RUN DMC, die Adidas als Statussymbol etablierten.

Um das Album auch in good old Germany zu promoten, kommt Missy im Herbst 2006 zum ersten Mal in ihrer langen Karriere für sagenhafte drei Termine in unsere Gefilde. Im Anschluss begibt sich das Arbeitstier wieder ins Studio, um an ihrem siebten Album zu feilen. Nach den Aufnahmen gönnt sie sich eine Kreativpause und überlässt ihren Fans die Auswahl des Albumtitels, die dasnn für "Block Party" voten. Mit der Ankündigung, das Album noch einmal zu überarbeiten, tauchte sie jedoch Ende 2008 ab.

Erst 2011 kehrt sie in die Öffentlichkeit zurück und lässt diese wissen, dass sie an einer Autoimmunerkrankung leidet: der Basedwoschen Krankheit. Von "Block Party" fehlt weiterhin jede Spur, auch wenn Missy weiterhin behauptet, das Album würde erscheinen.

Im folgenden Jahr versuchte sie, mit 'Buzz-Singles' Hype um das Album zu generieren, jedoch ohne Erfolg. Das Album erscheint nämlich nicht. Es wird anschließend still um die Rapperin.

Anfang 2015 läutet die Performance beim Superbowl an der Seite von Katy Perry ihr musikalisches Comeback ein.

Ende 2015 veröffentlichte sie die Pharrell-Kollaboration "WTF (Where They From)" und kehrte damit weltweit in die höheren Ränge der Charts zurück. Der Kollaborateur kündigt in einem Talk mit Jimmy Fallon zwar an, dass er auch an Missys nächsten Album arbeite, aber darauf warten Fans ebenfalls bis heute.

Denn wer auf ein Comeback in Albumlänge gehofft hat, wird von der Rapperin enttäuscht. Stattdessen gibt es weiterhin lose Singles und spärliche Feature-Auftritte. 2018 heißt es dann erneut, ein Album sei auf dem Weg, und zur Überraschung ihrer Fans liefert Missy dieses Mal. Zumindest halbwegs. Ein Album ist es nicht geworden aber 2019 releast sie mit der "Iconology"-EP tatsächlich ihr erstes handfestes Projekt in 13 Jahren.

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Missy Elliott - Iconology: Album-Cover
  • Leserwertung: 3 Punkt
  • Redaktionswertung: 2 Punkte

2019 Iconology

Kritik von Mirco Leier

Ein Comeback wie ein mittelmäßiger TED Talk. (0 Kommentare)

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Rap-Sport in Zürich Ihr erstes Mal in der Schweiz: Missy im X-tra, September 2006.

Ihr erstes Mal in der Schweiz: Missy im X-tra, September 2006., Rap-Sport in Zürich | © laut.de (Fotograf: Martin Mengele) Ihr erstes Mal in der Schweiz: Missy im X-tra, September 2006., Rap-Sport in Zürich | © laut.de (Fotograf: Martin Mengele) Ihr erstes Mal in der Schweiz: Missy im X-tra, September 2006., Rap-Sport in Zürich | © laut.de (Fotograf: Martin Mengele) Ihr erstes Mal in der Schweiz: Missy im X-tra, September 2006., Rap-Sport in Zürich | © laut.de (Fotograf: Martin Mengele)

Pressefotos Pressefotos von der First Lady des Rap.

Pressefotos von der First Lady des Rap., Pressefotos | © Eastwest (Fotograf: ) Pressefotos von der First Lady des Rap., Pressefotos | © Eastwest (Fotograf: ) Pressefotos von der First Lady des Rap., Pressefotos | © Eastwest (Fotograf: ) Pressefotos von der First Lady des Rap., Pressefotos | © Eastwest (Fotograf: ) Pressefotos von der First Lady des Rap., Pressefotos | © Eastwest (Fotograf: )

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