Porträt

laut.de-Biographie

Idles

Die "bösen Bands" sind wieder los. Vor allem in England gibt es immer was zu motzen, und das nicht erst seit Theresa May, Fucking Brexit oder Fucking Trump. Neben dem Nottingham-Duo Sleaford Mods und Fat White Family brüllen auch Idles ihren Frust über die scheinheilige Gesellschaft impulsiv ins Mikro. Oft mit dem typischen Humor, aber vor allem kritisch und direkt. Eben mitten in die Fresse: so wie einst bei Bud Spencer und Terence Hill die Fäuste flogen, so kann man den Titel des Debüts der Band 2017 auch wortwörtlich nehmen: "Brutalism" ist rau, ehrlich und wild.

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Ihre Geschichte beginnt in der sterbenden Indie-Szene in Bristol. Die Stadt im Südwesten Englands aus der auch Portishead, Massive Attack oder The Pop Group kommen. Sänger Joe Talbot und Bassist Adam Devonshire kennen sich schon aus dem College. Ihre Idee eine Band zu gründen besteht schon länger, aber wohin soll die musikalische Reise gehen? Die Revolution Punk können sie nicht neu erfinden, wollen sie auch gar nicht. Es dauert eine Weile bis sie sich 2012 mit der EP "Welcome" vorstellen. 2014 gesellen sich die beiden Gitarristen Mark Bowen und Lee Kiernan und Schlagzeuger Jon Beavis dazu.

Die fünf Jungs befeuern ihre Fangemeinde zunächst mit dem guten alten Post-Punk-Krach. Sie selber bevorzugen eine andere Schublade. Hardcore? Punk? R&B? Hip Hop? Garage? Von allem ein bisschen und auf jeden Fall Wut im rastlosen Tempo. Idles dreschen ordentlich auf ihre Instrumente ein und fangen dabei sämtliche Emotionen im Song auf. Das was abends im Pub diskutiert wird erscheint als fertiger Track in den darauffolgenden Tagen.

Die beiden ersten Single-Veröffentlichungen "Well Done" und "Divide & Conquer" werden von der Presse hochgelobt. Idles sind die neuen Rebellen, die den ganzen Scheiß, der in der Welt passiert, in knallharte Songs verwursten. Ein polterndes Schlagzeug ("Knüppel aus dem Sack"), kreischende Gitarren (Schreng Schreng) und der laute Frust-Gesang von Sänger Talbot (Don't Fuck with him) sind charakteristisch.

"Brutalism" nennt die Band ihr erstes Album. Ein Soundtrack von jemandem, der so richtig sauer werden kann. Darin steckt nicht nur zufällig das Wörtchen "Brutal" und die moderne Architektur-Epoche "Brutalismus", deren roher Beton maßgebend ist für den hart aussehenden Konstruktionsbau.

Brutal ist nicht nur die Gesellschaft, sondern auch das persönliche Leid. Denn auch der Tod der Mutter von Sänger Joe Talbot wird auf dieser Platte thematisiert. Nach langer Krankheit stirbt sie während der Aufnahmen - das Cover zeigt ein Bild von ihr.

Die Leute wollen ehrliche Worte und das Hören, was tatsächlich in ihren Häusern und auf der Straße passiert. Da muss auch ein "Fuck" und "Bullshit" dabei sein. Bastarde gibt es überall auf der Erde und die gilt es in Songs für immer festzuhalten. Live sollte man sich die Herren ebenfalls nicht entgehen lassen. Aber Achtung, nur auf eigene Gefahr. Die wilden Bühnen-Säue sind los!

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Die Konzertreise der Jungs aus Bristol scheint kein Ende zu nehmen. Über die sozialen Netzwerke verfolgt man ihre langen Autofahrten quer durch Europa, Flugreisen in die USA und Japan. Immer stets gut gelaunt und mit flotten Sprüchen auf den Lippen. "All is Love" wird zum Motto der Fans und Band. Der Zusammenhalt rückt immer mehr in den Vordergrund. Sie wachsen immer mehr zusammen und überstehen die Alkoholexzesse von Sänger Talbot. Das zweite Album "Joy As An Act Of Resistance" erscheint im prallgefüllten Konzertjahr 2018. Hier gehen Idles nochmal mehr in die Tiefe. Ehrliche Zeilen, persönliche Schicksale und ganz viel Wut wird hier emotional verpackt und laut ausgesprochen.

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Idles - Brutalism: Album-Cover
  • Leserwertung: 4 Punkt
  • Redaktionswertung: 4 Punkte

2017 Brutalism

Kritik von Jasmin Lütz

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Termine

Di 23.06.2020 Frankfurt (Festhalle)
Do 25.06.2020 Berlin (Waldbühne)

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    Hier soll man auch Platten und Shirts kofen

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