Porträt

laut.de-Biographie

Der Ringer

2014 vereinen die Hamburger Indielabels Staatsakt und Euphorie einen Reigen vor allem neuer junger Bands. Unter dem Titel "Keine Bewegung!", der das Element des Neuen innerhalb dieser heterogenen Gemeinschaft sofort wieder negiert, versammeln sich Stücke von so unterschiedlichen Gruppierungen wie Die Nerven, Messer, Trümmer oder Der Bürgermeister Der Nacht. Viele von ihnen hinterlassen alsbald deutliche Spuren mindestens im deutschen Pop-Untergrund. Im bunten Genre-Potpourri repräsentiert die fünfköpfige Formation Der Ringer die Hansestadt.

Der Ringer - Soft Kill Aktuelles Album
Der Ringer Soft Kill
Die Hamburger beweisen nur selten Konsequenz.

Seinerzeit haben Der Ringer gerade einmal eine EP namens "Das Königreich Liegt Unter Uns" (2013) veröffentlicht. Weil Sänger Jannik Schneider, Jakob Hersch, Benito Pflüger und das Geschwisterpaar David und Jonas Schachtschneider allerdings gar keine Lust auf Eintagsfliege haben, erscheint in den Folgejahren bis zum Albumdebüt "Soft Kill" 2017 auf Staatsakt u.a. die Split-LP "Ich Gehör Nur Mir Allein" gemeinsam mit Isolation Berlin. Mit denen gehen die fünf jungen Mannen schließlich auch auf Tournee durch die Ausgehstätten der informierten Indie-Generation Y.

"In meiner Kindheit habe ich immer Rio Reiser gehört. Später sind Tocotronic dazugekommen", erklärt Hersch, betont aber zugleich, dass die Geschmäcker der einzelnen Bandmitglieder kaum diverser sein könnten. Einigen können sich Der Ringer, die sich zu Schulzeiten im Zuge einer Theaterstückinszenierung mögen lernen und die Band 2011 initiieren, letztlich auf den gemeinsamen Nenner von Postpunk und Punkrock.

Nonchalant wie es die Zeiten erfordern, bezeichnen sich Der Ringer selbst als Vertreter eines "Softpunk". Genauso gut darf man Die Hamburger allerdings auch in den Sparten 80s-Synthpop, Polarkreis 18-NDW in vercoolt, Nullerjahre-Vintagerock und Autotune-Kitsch verorten. Letztgenannte Autotune-Modulation findet bei Der Ringer in der Tat verstärkt statt und veranlasst einen Blogautoren, die Gruppe unter den Gesichtspunkten des Camp zu beleuchten.

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Im Gegensatz etwa zu den österreichischen Bilderbuch, die durchaus ebenfalls als campy Formation bezeichnet werden müssen, sei "der abstraktere, düsterere Sound von Der Ringer spezieller, expliziter und damit auch elitärer". Außenseitrige Zeilen à la "Was spricht dagegen, ohnmächtig zu sein? Nichts zu spüren, muss doch schön sein" bedienen ebenjenen am Leben leidenden Suizidalcharme, der in 2016 etwa dem Pfälzer Drangsal zur Indiegoth-Nachwuchskrone verhilft. Außerdem bedienen Der Ringer in den melancholischen Texten gern und häufig die Themen Identitätssuche und Digitalisierung.

Alben

Der Ringer - Soft Kill: Album-Cover
  • Leserwertung: 2 Punkt
  • Redaktionswertung: 2 Punkte

2017 Soft Kill

Kritik von Toni Hennig

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So 02.09.2018 Berlin (Lido)

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