Porträt

laut.de-Biographie

Isolation Berlin

"Die Trostlosigkeit hat uns zusammengeführt, wir sind versunken in der Isolation Berlin. Vier gebrochene Herzen, die die Wogen der Großstadt wie Abfallprodukte der Spaßgesellschaft in die rauchigsten Bars der Stadt geschwemmt hat. Vereint durch unsere Hoffnungslosigkeit, durch die Trauer in unseren Augen, durch die Kälte in unseren Herzen."

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Tobi Bamborschke (Gesang, Gitarre), Max Bauer (Gitarre, Orgel), David Specht (Bass) und Simeon Cöster (Drums) setzen in der Selbstbeschreibung voll auf das Pathos der der Generation Herr Lehmann nachfolgenden Jugend. Alkohol, Zigaretten, alles zwischendurch einfach mal total trist finden und dem Eskapismus frönen, das haben sich die Berliner seit 2013 auf die tief hängende Fahne geschrieben. Für nicht wenige junge Deutsche setzen Isolation Berlin damit einen angenehmen Kontrapunkt zum Partyhedonismus, der das Bild der Großstadt popkulturell ansonsten prägt.

Von gequälten Seelen spricht das Staatsakt-Quartett, von alteingebrannten Schmerzen, vernarbten Herzen und gramverzerrten Totenmasken, und man fragt sich schon, wie so junge Jungs in der Mitte der 2010er scheinbar dermaßen am Alltag verzweifeln können. Tobi, Max, David und Simeon sind gerade in ihren Zwanzigern, als sie ihren ersten Plattenvertrag unterschreiben. Bei Staatsakt (Andreas Dorau, Die Heiterkeit, Christiane Rösinger, Die Sterne, Jens Friebe) fühlen sie sich emotional-philosophisch schnell sehr gut aufgehoben.

Zwischen früher Tocotronic-Gefühligkeit und Weltflucht sehen Isolation Berlin natürlich aber auch Licht am Ende des Tunnels. Ihre Erfolgssingle "Annabelle" von 2015 birgt nicht nur astreinen Schunkel-Indierock im Geiste Wandas, sondern stößt auch bei der Presse auf einige Gegenliebe. Die taz etwa schreibt über den Song, er klinge, als haben die "Surf-Garage-Kids von Chuckamuck auf einmal den jungen Rio Reiser als Frontmann verpflichtet".

"Manchmal frag' ich mich, bin ich Poet / Oder einfach nur besoffen", lautet eine Textzeile von Isolation Berlin, die man gern als programmatisch bezeichnen darf. Sie selbst nennen das Berliner Schule. Den in Isolation und Schwermut Eingeweihten gefällts so gut, dass im Februar 2016 das Debütalbum "Und Aus Den Wolken Tropft Die Zeit" erscheint. Zeitgleich veröffentlicht die Band die zwei EPs "Berliner Schule / Protopop", und zwar auf Langspieldistanz zusammengefasst.

"Ich persönlich bin in Berlin aufgewachsen und an der Stadt zerbrochen", erklärt Bamborschke in einem Interview mit Kaput - Magazin für Insolvenz & Pop. "Aber dieses Zerbrechen war wichtig für meine persönliche und künstlerische Entwicklung. Die Isolation und Anonymität einer Großstadt wie Berlin kann sehr zermürbend sein, gleichzeitig aber auch berauschend und unglaublich inspirierend."

Die Inspiration der Isolation zieht sich immer weiter. Durch die folgende Tour, durch ihren Element Of Crime-Support und auch durch ihren zweiten Longplayer "Vergifte Dich".

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Fr 11.01.2019 Berlin (Bi Nuu)

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