Porträt

laut.de-Biographie

Wolfgang Parker

Mitte der 90er ist in Columbus, Ohio ein Mann namens Wolfgang Parker der Meinung, der Punkmusik fehle es zu sehr an Swing und Jazz - und dass im Swing und Jazz etwas zu wenig der Punk abgeht. Was liegt also näher, als diese Musikstile miteinander zu mischen?

Gesagt, getan. Auch wenn das Ergebnis nicht allzu weit von Musikrichtungen wie Rockabilly und Psychobilly entfernt erscheint, swingt das Ganze doch noch deutlich mehr als die genannten Stile. Doch bis dahin ist es noch ein langer Weg.

Wolfgang bekommt seine erste Gitarre von seinem Dad mit 13 Jahren geschenkt. Er übt fleißig und spielt drei Jahre lang in einer Highschool-Band. Diese löst er schließlich auf, um eine Jazz-Combo zu gründen.

Anfangs klingt das noch eher wie Kraut und Rüben. 1994 allerdings steht mit Wolfgang Parker And The Jumpin' Terrors schließlich eine Formation, die drei Jahre später schlicht und ergreifend unter seinem Namen firmiert. Das liegt nicht zuletzt daran, dass der gute Wolfgang auch optisch ein recht smartes Kerlchen ist.

Allerdings hält er von den üblichen Konventionen nicht viel. Er pfeift beispielsweise auf die Meinung, dass eine Swing-Kapelle gefälligst eine Bläsersektion aufweisen müsse. Wozu denn? Schließlich kann das auch eine ordentliche E-Gitarre übernehmen.

Die spielt in dem Fall aber nicht mehr Wolfgang selbst, sondern ein Herr namens Alan Mauger. Wolfgang konzentriert sich auf den Gesang, um Bass, Drums und Klavier kümmern sich drei Kerle namens Tony, James und Dan. Mit ihnen spielt er 1998 in Eigenregie das Debüt "Hep City Swing" ein und landet damit einige Überraschungserfolge.

Seine Songs erscheinen auf Dutzenden Swing-Compilations, sogar auf der renommierten "Swing This Baby"-Reihe. Damit nicht genug, tauchen sie auch im Soundtrack der Independentfilme "Bullethead" und "Bottom Feeders" auf.

Sogar ein Eintrag in Degen Peners "The Swing Book" ist drin, ehe es 1999 erneut ins Studio geht, um den Nachfolger "Octobour" aufzunehmen. Dafür sichern sie sich die Dienste von Frank Aversa, der schon mit den Spin Doctors deren Multi-Platin Album "Pocket Full Of Kryptonite" aufgenommen hat.

Doch obwohl sich die Qualitäten des Albums nur schwer verbergen lassen, findet sich doch kein anständiges Label, das den Vertrieb übernehmen will. Wolfgang beginnt, an sich selbst zu zweifeln und zieht sich vorübergehend aus dem Musikgeschäft zurück.

Ganz lässt er das Musizieren aber glücklicherweise nicht sein. Als ein Kerl namens Tom schließlich eine kleine Internetplattform namens MySpace ins Netz stellt, legt Wolfgang für sich und seine Band dort ein Profil an. Er stellt ein paar Songs online und prompt ist die Hölle los.

Von überall her kommen die Anfragen nach seiner CD. Aus England meldet sich sogar ein Label, das ihn und seine Band unter Vertrag nehmen will. Unter dem Titel "Room Nineteen" erscheint somit Mitte April 2007 das Europadebüt, auf dem sich allerdings nur alte Songs befinden.

Alle Tracks von "Octobour" und fünf weitere von "Hep City Swing" gibt es zu hören, die allerdings keinesfalls angestaubt, sondern einfach zeitlos klingen. Da natürlich inzwischen schon jede Menge neuer Songs geschrieben sind, laufen die Aufnahmen für das nächste Album "Overblown" auf Hochtouren. Allerdings handelt es sich dabei um Aufnahmen für sein Nebenprojekt Echo Twins, die deutlich rockorientierter ausfallen.

Ein ebenfalls geplantes Doppel-Live-Album muss zunächst einmal wieder auf Eis gelegt werden, genau wie eine Tour durch Europa. Überhaupt wird es die nächsten Monate sehr still um den Mann. Erst Mitte 2008 scheint er wieder musikalisch aktiv zu werden.

Dennoch dauert es noch weitere, lange Monate, ehe im Januar 2010 mit "Petty Standards" endlich ein paar neue Songs den Weg an die Öffentlichkeit finden. Dabei handelt es sich um eine EP mit fünf Coverversionen, die Wolfgang zusammen mit den beiden Gitarristen Alan Mauger und Anthony Yates und Drummer James Oberlin aufnimmt.

Darüber hinaus ist Wolfgang als Comic Book-Autor, Fotograf und Designer von Postern und T-Shirts aktiv. Es steht also nicht zu befürchten, dass Langeweile ausbricht.

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