Porträt

laut.de-Biographie

Wolfgang Niedecken

Kölschrock-Urvater, Bap-Frontmann, Solokünstler, erfolgreicher Maler, Autor und engagierter Charity-Schirmherr – Für jemanden wie Wolfgang Niedecken müsste der Tag eigentlich 36 Stunden haben.

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Wer sich mit Deutschrock beschäftigt und Wolfgang Niedecken nicht kennt, der hat ein grundlegendes Kapitel der nationalen Rock-Geschichte schlichtweg verpennt; denn als Bap-Gründer und Sprachrohr einer ganzen Region steht der gebürtige Kölner auf einer Ebene mit Udo Lindenberg, Herbert Grönemeyer, Marius Müller-Westernhagen und Co. Mit Bap gelingt ihm im Jahr 1982 der überregionale Durchbruch.

In der Folge erreichen 19 Alben der Kölner mindestens die Top Ten der deutschen Longplay-Charts: "Erfolg ist wichtig im Leben. Allerdings hat wahrer Erfolg nur wenig mit einem prallen Konto und Unmengen an goldenen Schallplatten zu tun. Wenn mir ein wildfremder Mensch beim Einkaufen auf die Schultern klopft und mir sagt, dass ihn ein Song von mir berührt hat, dann hat das für mich einen größeren Wert, als der Erhalt irgendeines Awards", sagt der Rheinländer.

Für Wolfgang Niedecken steht immer der Mensch im Vordergrund. Neben seiner Tätigkeit als Sänger von Bap, mit denen er mehr als ein Dutzend Longplay-Meilensteine veröffentlicht, als Solomusiker ("Schlagzeiten", "Leopardefell", "Niedecken Köln", "Zosamme Alt") sowie seinem Hang zur Malerei engagiert sich der Domstädter Zeit stets für die Schwachen dieser Welt. Seit 2004 vertritt Niedecken als Botschafter die Dachorganisation "Gemeinsam für Afrika". 2008 initiiert er das "World Vision"-Projekt "Rebound" zur Reintegration ehemaliger Kindersoldaten in Norduganda: "Diese Arbeiten geben mir unheimlich viel. Es gibt so viele Ecken in der Welt, in denen Leid und Trauer zum Alltag gehören. Das ist furchtbar", so der Sänger.

Niedeckens BAP - Lebenslänglich
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Wolfgang Niedecken hilft, wo er kann. Im November 2011 ist er dann selbst auf Hilfe angewiesen. Plötzlich und unerwartet erleidet Niedecken einen Schlaganfall. Lange Zeit ist unklar, ob der Kölner wieder komplett auf die Beine kommt. Doch Niedecken ist ein Kämpfer – ein Mann, der niemals aufsteckt. Mit Hilfe zahlreicher Ärzte und der Unterstützung seiner Frau und seiner Kinder, findet der Musiker zurück ins Leben.

Vor allem seine Frau Tina erweist sich während dieser Zeit als unentbehrlicher Rückhalt. Knapp zwei Jahre später bedankt sich Wolfgang Niedecken bei seiner Frau auf besondere Art und Weise. Er widmet ihr sein in Woodstock aufgenommenes Soloalbum "Zosamme Alt": "Diese Album war mir eine Herzensangelegenheit. Wäre ich nicht zurückgekommen, hätte ich etwas sehr Wertvolles versäumt."

Die Nachwirkungen des Schlaganfalls bilden das Fundament zum 2013 erscheinenden autobiographischen Buch "Die Geschichte Einer Rückkehr". Für sein nimmermüdes Engagement in unterschiedlichsten gesellschaftlichen Bereichen erhält der Kölner im selben Jahr das Bundesverdienstkreuz.

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2014 folgt unter dem Bandnamen Niedeckens BAP das Album "Das Märchen Vom Gezogenen Stecker". Auf zwei CDs verteilt bietet der Musiker einen 30 Songs umfassenden Akustik-Reigen aus den vergangenen Jahrzehnten. Singer, Songwriter und Lyriker: Wolfgang Niedecken hat sich im Laufe seiner Karriere zu einem der angesehensten Rockmusiker des Landes entwickelt. Zum 40-jährigen BAP-Bandjubiläum 2016 plant der Künstler eine ausgedehnte Tournee, zuvor erscheint noch das neue Album "Lebenslänglich".

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Niedeckens BAP - Lebenslänglich: Album-Cover
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2016 Lebenslänglich

Kritik von Kai Butterweck

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